POLITIK
17/09/2018 17:31 CEST | Aktualisiert 17/09/2018 17:40 CEST

AfD empörte sich über Dreh von Video – sie hätte warten sollen, bis es online ist

Die Partei suhlt sich einmal mehr in der Opferrolle – völlig grundlos.

Screenshot / Bohemian Browser Ballett
Ein gigantischer Aufreger für die AfD: Ein nachgebildeter Stand der Partei in einem Satire-Video.
  • Die AfD hat bei Dreharbeiten, bei denen ein Stand der Partei verwendet wurde, eine Verschwörung gewittert.
  • Nun ist das dabei entstandene Satire-Video online – und entkräftet sämtliche Vorwürfe der Partei.  

Die AfD hat in der vergangenen Woche eine große Verschwörung aufgedeckt. So stellte sie es jedenfalls dar. Ein “Fake-Video” solle die “AfD diskreditieren”, echauffierten sich die Rechtspopulisten auf Facebook. Lügen sollen gar “von höchster Stelle verbreitet” werden, fabuliert die AfD Berlin.

In denen der AfD zugespielten Aufnahmen waren zu sehen: Völlig überzeichnete Rechtsextremisten, wie sie an einem AfD-Stand stehen und demonstrieren. Klar erkennbar: Es sind Dreharbeiten.

Wie das  Recherche-Magazin “Correctiv” schnell herausfand, hatte ein Team der Satire-Sendung “Bohemian Browser Ballett“ die gestellten Szenen in Berlin-Lichtenberg gefilmt.

Am Montag hat die SWR-Sendung nun das Video online gestellt. In dem Clip mit dem Namen “Volksfest in Sachsen” behandelt das “Bohemian Browser Ballett“ ironisch die Demonstrationen in Chemnitz – und die AfD nur am Rande. 

Wer das Video sieht, dürfte die Aufregung der AfD kaum verstehen:

Einerseits steht die Partei überhaupt nicht im Mittelpunkt – in dem knapp anderthalb Minuten dauernden Video ist die AfD nur knapp fünf Sekunden zu sehen. 

► Und andererseits nimmt die Satire-Sendung neben rechten Demonstranten und den Teilnehmern der vorgeblichen Trauermärsche auch die sächsische Polizei, die Medien und sogar die eher linke Veranstaltung ”#Wir sind mehr” aufs Korn. Es ist ein Rundumschlag und eine ironische Aufarbeitung der derzeit erhitzten Debatte.

Der AfD dürfte das egal sein.

Die Partei konnte sich mit ihrer zurechtgereimten Version des Videodrehs, das allein auf Facebook über eine halbe Million Mal geklickt wurde, einmal mehr als vorgebliches Opfer einer Kampagne gerieren. Das ist das, was für die Partei und ihre Anhänger zählt.

Wahrheit hin oder her.