POLITIK
01/10/2018 14:27 CEST

AfD ätzt gegen beleibten Sänger – der rächt sich souverän

Bird Berlin nutzt die Wut der AfD für einen guten Zweck.

  • Die AfD hat einen Sänger, der sich gegen Rechts engagiert, wegen seines Aussehens verunglimpft.
  • Jetzt wehrt sich Bird Berlin mit beißendem Spott.

Der Sänger Bernd Pflaum alias Bird Berlin setzt sich auf Facebook gegen Angriffe von rechts zur Wehr. Mit viel Wut und einer guten Idee.

Bird Berlin hatte war am Samstag in Nürnberg aufgetreten, als Gast des “Bündnis Nürnberg gegen die AfD”. “Ein Mensch ist gemacht, um zu lieben, und nicht um zu hassen”, hatte Bird Berlin seinen Auftritt kommentiert.

AfD verunglimpft Bird Berlin

Die AfD Nürnberg wiederum teilte ein Foto des Elektropop-Sängers, das ihn mit Badehose und Kniestrümpfen bekleidet beim Auftritt auf der Gegendemonstration zeigt. Nichts besonderes: Bird Berlin tritt oft fast nackt auf.

Der “Badischen Zeitung” sagte Bird Berlin dazu einmal: “Da ich etwas beleibter bin, komme ich schnell ins Schwitzen, sobald ich mich auf der Bühne bewege. Sobald ich schwitze, kleben die Klamotten an mir. Das fühlt sich ganz komisch an. Deshalb fühle ich mich in Leggings oder Badehosen freier.” 

Die AfD ätzte, ein Bild sage mehr als tausend Worte. Wer solche Gegner habe, mache nichts falsch.

Bird freut sich über Downloads und will Geld spenden

Am Montag konterte Bird Berlin nun die Kommentare mit Wut und beißender Ironie. Nachdem die AfD und andere Menschenfeinde die Bilder hasserfüllt geteilt hätten, seien die Download-Zahlen seiner Songs um 1400 Prozent gestiegen. Er habe sich gedacht, dass er die Einnahmen an eine Organisation spenden könnte, die sich gegen Rassismus einsetze.

Bird Berlin gab seinen Kritikern auch noch Tipps an die Hand, was Beiträge gegen ihn unbedingt enthalten sollten: Worte wie “igitt”, “zum Kotzen”. Die Anleitung für die AfD beendete der Sänger mit: “Grüße, Birdi”.

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(mf)