POLITIK
12/11/2018 14:48 CET

AfD-Ärger über "Polizeiruf 110": Diese kurze Szene empört die Rechten

Der "Polizeiruf 110" aus Rostock kam beim rechten Publikum nicht so gut an.

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Ein Sticker sorgt bei der AfD für Wut. 
  • Im “Polizeiruf 110” aus Rostock ist am Sonntagabend eine mit Bildern, Stickern und Postern vollbepackte Tafel zu sehen. 
  • Bei AfD-Anhängern und -Politikern sorgt diese jetzt für Empörung. 

Sie ist einfach so, die Katrin König. Die Rostocker Kommissarin im “Polizeiruf 110” ist ein kritischer Charakter – eine, die sich im Gericht auch einmal mit der vorsitzenden Richterin anlegt. 

Und eine, deren Pinnwand hinter dem Schreibtisch voller Poster und Sticker ist, darunter einige mit einer politischen Botschaft. Die “Polizeiruf”-Drehbuchautoren haben ihrer Figur König ein streng linkes Gewissen verpasst: Regenbogenflagge, “Refugees Welcome”, “Nazi Verpiss Dich” – Königs Gesinnung ist mit einem Blick auf die Pinnwand eindeutig

Sie ist nur eine Kunstfigur, könnte man jetzt sagen. Ein Teil einer filmischen Dramaturgie. Das machen einige Anhänger der AfD aber nicht. Sie regen sich lieber auf.  

Anti-AfD-Aufkleber und Antifa-Sticker sorgen für Empörung

Denn auf der Wand hinter König, nur wenige Sekunden zu sehen: ein Antifa-Sticker. Und: ein “Fuck-AfD”-Sticker. 

Das ist den Rechten des Linken zu viel. Auf Twitter bricht sich selektive Empörung Bahn.

Etwa bei Thomas Röckemann, der für die AfD im Landtag von Nordrhein-Westfalen sitzt. Röckemann schrieb zu den Aufklebern im “Polizeiruf”-Hintergrund: “So schäbig waren nicht einmal Honeckers Schergen.” Er warf der ARD Werbung für die “kriminelle Antifa” vor. 

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Auch der Landesverband der AfD in Hamburg schloss sich dieser Kritik an. Auf dem Account des Verbands hieß es: “Als der Polizeiruf noch im DDR-Staatsfernsehen lief, war die Propaganda subtiler.” 

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Und der Account “DoraGezwitscher” – laut Selbstbeschreibung eine ehemalige Grüne, laut Twitter-Historie eine rechtspopulistische Influencerin – störte sich neben der AfD-Kritik und dem Antifa-Sticker vor allem an dem Poster der “verfassungsfeindlichen Punkband” FeineSahneFischfilet, das im Polizeiruf zu sehen war. 

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Zum Hintergrund: Seit die Band im Verfassungsschutzbericht 2011 des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern vorkam, gilt die antifaschistische Gruppe vor allem in rechten Kreisen als linksextrem. Seit 2015 kommen FeineSahneFischfilet nicht mehr in dem Bericht vor. 

(ll)