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02/01/2018 14:59 CET | Aktualisiert 02/01/2018 14:59 CET

Abschlüsse an Waldorfschulen sind besser als an anderen Schulen – sie zu veralbern nützt nur schlechten Bildungspolitikern

Im aktuellen Trailer von "Dieses bescheuerte Herz", der gerade oft im Fernsehen und Kino läuft, ist es wieder einmal soweit: Ein Flachwitz auf Kosten von Waldorfschulen.

Leider nur nicht so witzig, wenn ein Herr auf die Frage "Wo hast du das Autoknacken gelernt?" antwortet: "In der Waldorfschule". Das wirkt vielleicht auf den ersten Blick lustig, cool - da man sonst aber von diesen Schulen meistens nur hört, dass man dort "nur lernt seinen Namen zu tanzen" ergibt das so unterschwellig doch ein Gesamtbild dieser – 2018 immerhin stolze 100 Jahre alt werdenden - Schulen, wonach man kaum sein Kind dorthin schicken möchte.

Was jedoch sehr schade ist- unter anderem, weil ich aus meiner beruflichen und ehrenamtlichen Praxis weiß:

Unzählige tolle Kinder, die an anderen Schulen völlig untergingen oder zu ADS/ ADHS - „Fällen“ abgestempelt wurden blühten an Waldorfschulen wieder richtig auf Dank auch unzähliger sehr guter und motivierter, hilfreicher und humanistisch gesinnter Lehrenden dort, die durchaus große Anerkennung verdient haben - und nicht unangemessene Abwertung und Spott, bis hin zu Diffamierungen. Damit tut man Millionen Schülern und Lehrern dieser Schulen wirklich sehr unrecht.

Und man nimmt unzähligen Eltern, die diese sonst eher an Waldorfschulen anmelden würden, für ihre Kinder eine durchaus überlegenswerte Alternative zu staatlichen Schulen. Natürlich soll das jedes Kind und dessen Eltern frei entscheiden, wählen können. Aber dann sollten eben auch unabhängige, freie Schulen mehr staatlich gefördert werden und es muss wirklich Verleumdungen entgegengewirkt werden, die immer wieder kursieren. Und das seit - sehr beachtlichen - 100 Jahren sehr große Engagement dort auch mehr anerkannt - oft auch gegen Vorurteile, staatliche Windmühlen, Bürokratie, mit großem Einsatz trotz dort weniger Gehalt.

Zumal ein Angriff auf die Waldorfschulen / Reformschulen als freie, unabhängige Schulen und dort auch „Reformpädagogik“ letztlich nur denen dient, die kritisches, alternatives Denken fürchten

- wofür die Reformpädagogik und Waldorfschulen von Beginn an standen (Waldorfschulen - wie auch andere reformpädagogische Ansätze, Schularten - waren auch etwa zur Zeit des Nationalsozialismus verboten).

Oder denen dient, welche dringend nötige grundsätzliche Reformen des deutschen Bildungssystems blockieren wollen, etwa (konservative) Bildungspolitiker. Denen jede Alternative dazu, Reform oder mehr Freiheit, ein großer Dorn im Auge ist.

Ebenso wie Konzernen, dem Großkapital und Banken, die Schulen eher als Produktionsstätte von doch nur (möglichst unkritischem) "Humankapital" sehen wollen. Und auf Schulen, Hochschulen und dergleichen immer mehr Einfluss nehmen wollen - auch durch sicher wenig uneigennützige Finanzierung von Schulbüchern, Schulveranstaltungen, Drittmittelforschung etc. Über den durchaus schädlichen und gefährlichen Einfluss solcher Kräfte weist etwa die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) immer wieder hin. Die Geschichte etwa von Gewerkschaften, fortschrittlichen Bewegungen für mehr Umweltschutz, gerechtere Löhne und Gehälter dürften dort dann kaum noch eine große Rolle spielen ...

Und das an freien (nicht-staatlichen) Schulen mehr geförderte kreativere, sozialere Denken könnte ja dazu führen, dass auch immer mehr Menschen eine bessere Gesellschaft fordern - wo nicht, wie heute, immer weniger Leute immer reicher werden - und dafür die absolute Mehrheit der Menschheit zunehmend verarmt, aus Profitgründen unsere Umwelt zerstört wird... Da solch ein sozialer, kritischer Geist also kaum erwünscht wird, werden freie Schulen weniger gefördert. Was natürlich manchmal dort einiges schwerer, auch zu finanzieren macht (und auch Schulgelder erfordert). Aber wem wichtiger ist, dass sein Kind mehr Freiraum zur Entwicklung seiner Stärken, Neigungen hat, mehr sozial und ökologisch zu denken lernt, für den sind Waldorfschulen durchaus eine Überlegung wert. Zumal:

Erfahrungen und Abschlüsse an Waldorfschulen sind zumindest genauso gut wie an staatlichen Schulen, oft sogar besser

Waldorfschüler lernen begeisterter, individueller und mit weniger Leistungsdruck - dieses Fazit war auch bereits in der Welt ( N 24) vom 26.09.2012 zu lesen. Andreas Schleicher, OECD-Bildungsexperte und internationaler Koordinator der Pisa-Studien, wurde dort zitiert, der das Ergebnis einer Studie vorstellte.

Mehr als 800 Schüler an zehn Schulen im Alter von 15 bis 18 Jahren wurden darin befragt. Das Ergebnis: Waldorfschüler lernen im Vergleich zu Schülern an staatlichen Schulen mit mehr Begeisterung, langweilen sich weniger, fühlen sich individuell gefördert und lernen in der Schule besonders ihre Stärken kennen. Während das Lernen 80 Prozent der Waldorfschüler Spaß macht, sind es in Regelschulen nur 67 Prozent.

Auch das Schulklima und die Lernatmosphäre wird vom weitaus größten Teil der Befragten, 85 Prozent, als angenehm und unterstützend beschrieben. An Regelschulen finden das nur 60 Prozent. Weiterhin wird die Beziehung zu den Lehrern deutlich besser beurteilt – 65 Prozent der Waldorfschüler stehen hier knapp 31 Prozent der Regelschüler gegenüber.

Die Betonung der Eigenverantwortlichkeit und Selbstbestimmung bereite die Kinder optimal auf das Leben vor, das sie nach dem Schulabschluss erwartet. „Es gibt ein hohes Maß an Kongruenz zwischen dem, was die Welt von Menschen fordert und dem, was an Waldorfschülern gefördert wird“, sagte Andreas Schleicher. Die Reproduktion von Fertigwissen habe immer weniger Bedeutung, so der Bildungsexperte.

„Heute kann man die meisten Prüfungen allein mithilfe eines Smartphones bestehen“, sagt er, „wenn Sie wollen, dass Ihre Kinder schlauer sind als ein Smartphone, dann müssen sie ihnen andere Kompetenzen beibringen.“ Wichtig sei, Wissen kreativ und lösungsorientiert auf neue Bereiche anzuwenden.

Darauf werde in Waldorfschulen traditionell großer Wert gelegt, ebenso wie auf das lebensnahe Lernen. Es ermögliche Lernen in der Tiefe, das Wissen nicht nur bis zur nächsten Prüfung konserviere.

Studien zeigen, dass es zwischen den Abschlussnoten von Waldorfschülern und denen von Schülern auf staatlichen Schulen keine statistisch bedeutsamen Unterschiede gibt, auch nicht, wenn man die Durchschnittsnoten nach der Art des Schulabschlusses vergleicht.

Trotzdem, natürlich kann man auch an Waldorfschulen Vieles kritisch sehen - das tun ja auch viele Lehrende dort selbst. So wurde mir etwa von einer Lehrerin dort erzählt, dass Klassen tatsächlich oft noch zu groß sind. Die Leistungsbereitschaft müsste auch zum Teil ausgeprägter sein.

Vieles hängt für Schüler auch vom individuellen Lehrer ab.

Aber das gibt es an anderen Schulen ja noch viel mehr! Wo inzwischen bekanntlich etwa jeder 3. Schüler "Burnout-gefährdet" ist, selbst nach offiziellen Schätzungen. Natürlich gibt es auch, etwa im Internet, viele Berichte von Waldorfschulen - Absolventen, die dort nicht (immer) zufrieden waren. Aber das gilt ja für Millionen andere Schüler anderswo genauso oder noch mehr. Speziell für Waldorfschulen gilt allerdings:

Einiges, was über Waldorfschulen verbreitet wird, ist einfach unwahr oder nicht differenziert genug

Und das ist einfach nicht legitim - egal, ob man diese Schulen mag oder nicht. Objektivität ist aber Pflicht etwa auch in Medien, was dort aber oft ignoriert wird. Womit auch freie Meinungsbildung, eine – konstruktive - Auseinandersetzung verhindert wird, auch "nur" durch unausgewogene Berichte. Denn wenn zum Beispiel an einer Staatsschule wenig Mathematik unterrichtet wird, wegen Lehrermangels, dann ist das ein Skandal. Passiert dies an einer Waldorfschule, gehört es gleich zum pädagogischen Konzept und klingt, klar, das passt ja zu Waldorf ("Die stricken sich ins Abitur.")? Dass alle staatlichen Abschlüsse an Waldorfschulen mit großem Erfolg absolviert werden, geht natürlich dann wieder einmal komplett unter. Kann man sich ja auch kaum vorstellen, die stricken ja nur Mützen oder bauen Lehmöfen ...

Oder Vorurteile wie das, dass dort nicht wirklich professionell, fachmännisch Deutsch, Mathematik und anderes unterrichtet wird. Oder dass es sehr große Klassen gibt. Die gibt es zwar - diese werden aber für Fachstunden halbiert oder gedrittelt. Und die Fächer werden in der Regel auch von Fachlehrern unterrichtet, Ausnahmen davon gibt es - aber ja auch ebenfalls, sehr oft, an anderen Schulen. Die Qualität der Waldorf-Lehrer-Ausbildung mag sicher teilweise nicht optimal sein - das ist bei der "normalen" Lehrerausbildung ja aber genauso der Fall (woraufhin unter anderem Lehrerverbände seit Jahrzehnten immer wieder hinweisen).

Wobei ein "Waldorflehrer" ja in der Regel auch eine "normale" (staatliche, universitäre) Ausbildung macht, bevor er eine Waldorf - (Zusatz)Ausbildung absolviert. Und das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes, dass bei der Zulassung für das Medizin - Studium künftig auch mehr eine Rolle spielen muss, wenn jemand schon Berufspraxis in dem Bereich hat könnte ja auch für Lehrende sinngemäß gelten - man also auch positiver sehen, dass an Waldorfschulen auch mehr Lehrende mit anderem pädagogischen und künstlerischen Erfahrungen und Ausbildungen mit wirken können. Und auch wenn Künstlerisches und Musisches dort eine besonders große Rolle hat - was man ja auch positiver sehen kann - ist übrigens nach meinen Recherchen, auch an Waldorfschulen selbst, dort kaum jemand in der Lage oder gewillt seinen Namen zu tanzen...

Aber zu "brotloser Kunst" ist man anschließend dort keinesfalls verdammt, man wird dort - davon kann man sich auch vor Ort (oder auch in Dokumentationen über die Arbeit dort (etwa neulich im Bayerischen Rundfunk zu sehen oder auf http://www.br.de/themen/wissen/waldorf-idee100.html zu lesen) überzeugen - auch nicht zu Realitäts-fernen „Traumtänzern“ ausgebildet. Es gibt jedoch

Viele erfolgreiche Künstler unter den Absolventen Vor allem in der Filmbranche arbeiten auch viele ehemalige Waldorfschüler, und auch sonst viele kreative Menschen entstammen diesen- wie etwa auch der Focus berichtete, mit vielen guten Beispielen ( "Promi-Faktor: Wer die Waldorfschule besuchte"-

Nicht zuletzt sind Waldorfschulen so etwa in Kalifornien zunehmend sehr angesagt. Und auch sonst werden kreative und soziale "Skills", Kompetenzen heute ja aber immer gefragter, berichten viele Waldorf- Absolventen (oder auch Unternehmer) in vielen Berichten u. a. im Internet, dass die Ausbildung dort in sehr vielen Berufen sehr nützlich war. Darüber wurde neulich auch wieder in der "NDR- Talkshow" berichtet.

Unter anderem vom bekannten - und auch sozial sehr engagierten - Schauspieler Henning Baum, der einige Jahre auf einer Waldorfschule (in Essen) war, wo er "natürlich auch viele Regeln lernte". Aber - das bestätigten dort auch andere Gäste, etwa der sehr bekannte Mediziner Eckart von Hirschhausen- eben auch viel Unterstützung bei der, auch ihm zufolge, äußerst wichtigen guten freien Persönlichkeitsbildung dort. Mehrere Teilnehmer der Runde bestätigten, dass Waldorfschulen schon lange Vorreiter auch für andere Schulen seien, vorbildlich, was nun erst zunehmend besser erkannt wird. Auch in der Verbindung etwa von Musischem und anderen Fächern, sogar Mathematik ( moderne Hirnforschung bestätigte inzwischen zudem wiederholt, dass dies nicht zuletzt bei Mathematik von großer Bedeutung ist - und fast nur in Waldorfschulen schon sehr lange praktiziert wird).

Durch die (Tanz-) Eurythmie und das Theaterspielen, dadurch, dass die Waldorfschüler während ihrer Schulzeit immer wieder auf der Bühne stehen, wissen sie zudem wie sie sich präsentieren müssen. „Das zahlt sich bei Referaten oder Vorstellungsgesprächen aus", sagt etwa die Waldorfschülerin Johanna in einem Bericht der "Schleswig Holsteinischen Zeitung" vom 15. 11. 2017. „Außerdem hilft die Eurythmie im Deutsch- und Musikunterricht. Wir begreifen Gedichte ganz anders und haben ein besseres Rhythmusgefühl".

Nur bei Esoterikern beliebt? Nein, Waldorfschulen sind sogar im “Silicon Valley” sehr begehrt

Das berichtete beispielsweise die “FAZ” bereits am 6. 8. 2014, wo zu lesen war: “ In den Vereinigten Staaten, wo sich die Zahl dieser Schulen seit der Jahrtausendwende etwa verdoppelt hat auf 160. Mit dem Zuwachs hat sich die Elternklientel verändert. Manager und Oberschichtseltern fahren in Luxuslimousinen vor. Aus dem Silicon Valley heißt es seit wenigen Jahren, dass gerade gut verdienende Eltern aus dem Computerbusiness ihre Kinder mit Vorliebe auf die Waldorfschule geben”.

Und: “Computereliten an Waldorfschulen: Das scheinbare Paradox aus Kalifornien steht für den Imagewandel der Schule. Sie wird gerade als Gegenmodell beliebt zu einem Bildungssystem, das Kinder wie Lernmaschinen behandelt: Chinesisch in der Kinderkrippe, G8 und ein total verschultes Studium, aus dem Schüler mit Wissen, aber ohne Lebenserfahrung herauskommen. Auch in Deutschland, wo die Zahl der Schüler ebenso wächst, ziehen die Waldorfschulen neue Elternmilieus an. An den Schulen ist zu hören, wahrhaft anthroposophische Eltern gerieten in die Minderheit. Stattdessen: Bildungsbürgerliche Familien, distinktionsuchende Mittelschicht und Reiche, die ihren Kindern das staatliche Schulsystem ersparen wollen”.

Waldorfschüler sind zudem nicht nur Träumer, sondern werden auch sehr erfolgreiche Menschen Waldorfabsolventen: „Sie warten nicht ab, sondern packen zu“ titelte etwa der Berliner Tagesspiegel (am 19. 5. 2014), mit der Unterschrift:

Hartnäckig hält sich das Klischee, Waldorfschüler seien weltfremde Träumer. Das stimmt nicht, sagen Forscher und Absolventen“. So etwa der (dort zitierte) Heiner Barz, Professor für Erziehungswissenschaften an der Heinrich- Heine-Universität in Düsseldorf und Autor von Studien zur Waldorfpädagogik, der dort sagte: "Ehemalige Waldorfschüler sind als Azubis und Mitarbeiter sehr beliebt", denn „Sie sind lernbegieriger, motivierter und engagierter als viele ihrer Kollegen." Unternehmer schätzten ihre Selbstständigkeit. „Sie warten nicht lange ab, sondern packen zu", sagt Barz. Und bestätigt diesen

Eigenständiges Denken statt Bulimielernen – so schneiden Waldorfschüler bei PISA- Tests sehr gut ab – teilweise besser als Regelschüler. Waldorfschüler haben auch mehr Freude am Lernen

Laut einer Studie zur Schulzufriedenheit, die Heiner Barz vor zwei Jahren mit seinem Fachkollegen Dirk Randoll vorlegte. Die scheinen sie ins Berufsleben zu übertragen. Das Geheimnis? Eigentlich eine einfache Erkenntnis. „Waldorfschüler sind nicht ausgelaugt", sagt dort ein ehemaliger Waldorfschüler, heute Ingenieur. Der durchschnittliche Gymnasiast eigne sich ständig neues Wissen an, gebe es bei Klausuren wieder, um es bald wieder zu vergessen - und ohne es verwertet zu haben. Bulimielernen nennen Experten das Phänomen. „Leider hat es in den vergangenen Jahren zugenommen", sagt der oben genannte Absolvent dazu im "Tagesspiegel". . Sachliche (konstruktive) Kritik an Waldorfschulen ist natürlich gut – aber bitte keine Entstellungen der Wahrheit und Diffamierungen - und bitte genauso auch andere Schulen weiterhin kritisch sehen, denn sonst ist die Betrachtung insgesamt natürlich auch nicht fair. Und nicht zuletzt auch Leistungen an Schulen dort und Waldorfschulen sehen -mit sehr großen Erfolgen: Es gibt – ursprünglich nur aus einer privaten Initiative (des Unternehmers Waldorf) entsprungen - inzwischen über 1000 Schulen weltweit, auf allen Kontinenten. Alleine (Stand Dezember 2017) 242 in Deutschland, zudem weltweit knapp 1900 Waldorfkindergärten. Gerade auch die Leistungen der Lehrenden und Schüler- diese bitte ebenso würdigen wie die anderswo - und auch Vieles dort als Vorbild nehmen für ein insgesamt besseres, kreativeres, sozialeres Schulsystem. Das ist sicher auch im Interesse von Schülern und Lehrern an staatlichen Schulen, mit natürlich auch anerkennenswerten Leistungen (zumal auch Schüler und Lehrer dort zu großen Teilen an Burnout und Überforderung leiden).

Ebenso ist dies im Interesse für (noch mehr) Erfolg von deutschen Schülern, denn das - auch in PISA-Studien- oft als Vorbild genannte skandinavische Bildungssystem ähnelt zu großen Teilen ja reformpädagogischen (auch von Waldorfschulen) Ansätzen. Auch Andreas Schleicher betonte in der “Welt” ebenfalls, dass die Frage, was Reformpädagogik sei, vom Blickwinkel abhänge. So werden viele Elemente der Waldorfpädagogik in Finnland, einem der Pisa-Gewinner, bereits seit Jahren in allen Schulen dort praktiziert. „Dort hat jede staatliche Schule mehr Handlungsfreiraum als Schulen in freier Trägerschaft hier bei uns heute haben“, sagte er.

Was also in Deutschland, wo Finnland so oft als positives Beispiel genannt wird, auch endlich mehr praktiziert werden sollte - mehr Freiheit an (auch staatlichen) Schulen, weniger Leistungsdruck und “Bulimielernen” - was wie gesagt ja auch nicht großer Leistungsfähigkeit entgegen spricht, weder in Skandinavien noch an Waldorfschulen, im Gegenteil:

Etwas mehr als die Hälfte der Waldorf- Absolventen haben Abitur

(Quelle: Statistisches Bundesamt, Fachserie 11, Reihe 1.1, 2015/16, S. 191).

Und auch die Absolventenzahlen an Waldorfschulen sind doch imponierend: Etwa 2015 waren nur 241 ohne Abschluss (3,91 %), mit Hauptschulabschluss: 378 (6,14 %). Mittlere Reife hatten 1.993 (32,36 %), Fachhochschulreife: 345 (5,60 %). Allgemeine Hochschulreife 51,99 %.

Zahlen, von denen unzählige andere Schulen nur träumen ...