POLITIK
27/02/2019 08:53 CET

Abrechnung mit Trump: Ex-Anwalt Cohen will vor dem Parlament auspacken

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Tom Williams via Getty Images
Donald Trumps ehemaliger Anwalt wurde wegen Bankbetrug, Steuerbetrug und illegaler Wahlkampffinanzierung zu drei Jahren Haft verurteilt. Am Mittwoch sagt er vor dem Parlament aus. 

► Donald Trumps langjähriger Anwalt und Fixer Michael Cohen wird am Mittwoch öffentlich vor der Aufsichtskommission des US-Repräsentantenhauses gegen seinen ehemaligen Chef aussagen. 

► Laut einem Transkript von Cohens Rede, das der “New York Times” vorliegt, wird dieser Trump einen “Lügner” und “Betrüger” nennen. Cohen wird Trump zudem folgende Vorwürfe machen: 

1. Trump wusste laut Cohen, dass sein Wahlkampf-Team mit Wikileaks in Kontakt steht. 

2. Cohen wird – wie schon vor Gericht – aussagen, dass Trump die Schweigegeld-Zahlungen an die Pornodarstellerin Stormy Daniels und das Ex-Playmate Karen McDougal anwies. 

3. Cohen wird Trump vorwerfen, ihn implizit angewiesen zu haben, über ein in Moskau geplantes Trump Tower Projekt vor dem Kongress zu lügen – und dadurch einen Meineid zu leisten.  

Warum Cohens Aussagen für Trump so brisant sind: 

Cohen wirft Trump direkt vor, ein Verbrecher zu sein: 

1. Die Schweigegeld-Zahlungen an Daniels und McDougal gelten vor dem US-Gesetzt als illegale Wahlkampfspenden.

Cohen wurde unter anderem dafür verurteilt. Trump ist laut Cohens Aussage der Anstifter der Tat – das sehen übrigens auch die Ermittler in dem Fall so

2. Vor wenigen Wochen sorgte ein Artikel der Seite “Buzzfeed” für Aufregung. In diesem wurde behauptet, Trump habe Cohen explizit angewiesen, vor dem Kongress zu lügen.

Sofort wurden Rufe nach einer Amtsenthebung laut; Sonderermittler Robert Mueller nannte den Artikel “nicht korrekt”. Cohen spricht nun von impliziten Anweisungen – das macht den Fall komplizierter. 

3. Die vielleicht brisanteste Aussage Cohens steht im Zusammenhang mit der Enthüllungsplattform Wikileaks.

Cohen berichtet von einem Telefonat Trumps mit dessen Berater Roger Stone. Stone habe in diesem davon gesprochen, Kontakt zu Wikileaks-Chef Julian Assange zu haben – und dieser habe angekündigt, dass die Veröffentlichung der durch russische Hacker gestohlenen E-Mails von Hillary Clinton kurz bevor stehe. 

(lp)