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12/03/2018 18:54 CET | Aktualisiert 12/03/2018 18:54 CET

Ablauf einer Schönheitsoperation - Was als Patient auf Sie zukommt.

medidate.de/shutterstock.com
Eine ausführliche und einfühlsame Beratung seitens des Chirurgen ist das A und O vor einer Schönheits-OP.

 Schönheitsbehandlungen gibt es in hunderten verschiedenen Varianten: Fettabsaugungen, Nasenkorrekturen, Brustvergrößerungen, Botoxbehandlungen; Faceliftings. Die Liste der möglichen Behandlungen ist lang und einige der Eingriffe könnten unterschiedlicher nicht sein. Eins haben jedoch alle Schönheitsbehandlungen gemeinsam: sie sind ein Prozess. Mit dem Eingriff selbst ist es nicht getan, zu einer professionellen Behandlung gehört mehr dazu. Dabei haben die einzelnen Schritte auf dem Weg zu einem zufriedenstellenden Resultat alle denselben Stellenwert. Die richtige Vorsorge, ein kompetent durchgeführter Eingriff und eine sorgfältige Nachsorge tragen gleichermaßen zu einem optimalen Behandlungsergebnis bei. Nicht nur aus diesem Grund gibt es Kliniken, die sich auf eine umfassende Nachsorge mit Wellness-, Fitness- und Ernährungsprogramm spezialisiert haben, um den Körper optimal bei der Heilung zu unterstützen.

Wie eine Schönheitsbehandlung ablaufen sollte, welche Rolle Vor- und Nachuntersuchungen spielen und was auf den Patienten zukommt, haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Erstes Beratungsgespräch, Voruntersuchung, Planung

Am Anfang einer jeden Behandlung steht die Wahl des richtigen Arztes. Ein erstes Beratungsgespräch mit einem Arzt, der für Ihre Behandlung in Frage kommt, kann bei der Entscheidung helfen. Häufig ist es bereits der erste Eindruck, der hier Ausschlag gibt. Doch auch für diejenigen, die ihren Arzt des Vertrauens bereits gefunden haben, ist das erste ärztliche Beratungsgespräch ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. Im Beratungsgespräch werden die Vorstellungen und Wünsche des Patienten und die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten besprochen. Der Arzt zeigt dem Patienten verschiedene Behandlungsverfahren auf, erläutert ihm die Risiken und die realisierbaren Resultate.

Ein wichtiger Teil der Behandlung im Vorfeld eines Eingriffes ist eine gründliche Voruntersuchung. Hier klärt der Arzt, welche Form der Behandlung für den Patienten am besten geeignet ist. Er überprüft die körperlichen Gegebenheiten des Patienten, ermittelt mögliche Vorgehensweisen und schließt Kontraindikationen aus. Dazu gehört auch eine gründliche Anamnese, d.h. eine Befragung des Patienten bezüglich seiner Lebensgewohnheiten, möglicher Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme und Allergien oder Unverträglichkeiten. Ebenso erfolgt eine Kontrolle der üblichen Vitalzeichen. Auf Basis dieser Informationen kann der Arzt dem Patienten eine Behandlung bzw. einen Eingriff empfehlen oder ggf. davon abraten. Dabei achtet er darauf, ein Verfahren zu wählen, das am besten für die Erfüllung der Wünsche des Patienten geeignet ist und gleichzeitig ein hohes Maß an Sicherheit aufweist.

Hat der Patient sich für eine Behandlung entschieden, kann es konkreter werden. Gemeinsam mit dem Patienten entwickelt der Arzt einen Behandlungsplan. Vor allem bei Behandlungen, die mehrere Eingriffe erfordern, wird hier der zeitliche Ablauf festgelegt. Der Arzt erklärt dem Patienten die genaue Vorgehensweise bei dem von ihm gewählten Eingriff und weist erneut auf die Risiken der Behandlung hin. Da es für viele Schönheits-OPs inzwischen computergestützte Simulationsprogramme gibt, kann der Patient auf dem Bildschirm verfolgen, wie sein Körper nach der OP aussehen wird, und erneut Wünsche äußern. So können Unsicherheiten bezüglich des Eingriffs genommen und dem Patienten eine genaue Vorstellung des Behandlungsergebnisses geschenkt werden. Erst wenn der genaue Behandlungsplan feststeht, kann detaillierter über die Kosten der Schönheitsbehandlung gesprochen werden.

OP: Vorbereitung und Nachsorge

Wurde ein Termin für den gewählten Eingriff festgelegt, gibt es einige Dinge, die in den Tagen vor der OP beachtet werden müssen. Bereits im Vorfeld informiert der Arzt den Patienten über die Vorbereitungsmaßnahmen für die OP, damit dieser schon zuhause die optimalen Voraussetzungen für den Eingriff schaffen kann. Dazu gehört in der Regel der Verzicht auf Alkohol und Zigaretten sowie ggf. auf blutverdünnende Medikamente. Diesbezüglich erhält jeder Patient in einem Beratungsgespräch vor der OP eine umfassende individuelle Beratung.

Am Tag der OP selbst wird der Patient vom Pflegepersonal der Klinik auf den Eingriff vorbereitet. Da sich die Eingriffe der Schönheitschirurgie in ihrer Vorgehensweise und ihrem Umfang und damit auch in ihrer Dauer unterscheiden, ist die Länge des Klinikaufenthaltes unterschiedlich. Nach kleineren Eingriffen, die ambulant durchgeführt werden, kann der Patient am gleichen Tag die Klinik verlassen. Größere Eingriffe hingegen, die eventuell eine Vollnarkose beinhalten, erfordern einen stationären Klinikaufenthalt von einem bis mehreren Tagen.

Die Nachsorge nach einem Eingriff der Schönheitschirurgie sieht von Behandlung zu Behandlung anders aus. In der Regel sind Maßnahmen, die die Wundheilung unterstützen und den Körper schonen, Teil der erforderlichen Nachsorge. Der Verzicht auf Sauna, Solarium, Sport und körperliche Anstrengungen gehört ebenso dazu wie die richtige Ernährung. Auch Verbandswechsel, das Tragen von Kompressionswäsche und das Ziehen von Fäden können Teil der Nachsorge sein. In jedem Fall wird der Patient bereits vor der OP dahingehend beraten, um den Körper auch im Nachhinein optimal zu unterstützen. Auch im Hinblick auf die Narbenbildung ist die richtige Nachsorge sehr wichtig. Der falsche Umgang mit Wunden und Nähten kann die Narbenbildung begünstigen und große Spuren auf der Haut hinterlassen. Die richtige Narbenpflege hingegen kann Narben nahezu unsichtbar machen und einen vergangenen operativen Eingriff verbergen.

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Ausreichend Ruhe und Erholung sind in den ersten Tagen nach der Operation das Wichtigste.

Nachuntersuchung und Nachkontrollen

In der Regel findet ein bis zwei Tage nach dem Eingriff die erste Nachuntersuchung statt. Hier werden die Nähte kontrolliert, mögliche Drainagen gezogen und die Verbände gewechselt. Auch das Resultat der OP kann in einigen Fällen bereits beurteilt werden. Meist sind jedoch Schwellungen und Blutergüsse vorhanden, die das Behandlungsergebnis noch verfälschen. Eine Woche nach der OP findet ein erneuter Termin zur Nachkontrolle statt. Hier werden, wenn vorhanden, Fäden gezogen und die Wunden erneut kontrolliert. Der Arzt gibt auch hier weitere Tipps, wie der Patient die Wundheilung durch einfache Maßnahmen zuhause optimal unterstützen kann. Je nach Eingriff und Zustand der Wunde wird ein Termin für eine erneute Nachkontrolle festgelegt. Dieser liegt meist einige Wochen oder Monate in der Zukunft, um das Behandlungsergebnis abschließend zu betrachten und zu beurteilen. Bei einigen Behandlungen wie der Brustvergrößerung ist das endgültige Resultat der OP erst ein halbes Jahr nach dem Eingriff beurteilbar, da erst zu diesem Zeitpunkt die Wundheilung vollständig abgeschlossen ist. Bei Eingriffen wie diesen wird der Patient somit noch mehrere Monate nach der Operation durch den Arzt begleitet und betreut. Bei kleineren Eingriffen wie der Faltenunterspritzung ist meist nur eine Nachkontrolle notwendig.

Insgesamt umfasst eine Behandlung in der Schönheitschirurgie also mehr als nur die OP selbst. Da sowohl die Vor- und Nachsorge durch den Patienten zuhause, als auch die medizinische Betreuung nach einer Operation für deren Ergebnis ausschlaggebend ist, sollte viel Wert auf eine umfassende Behandlung gelegt werden. Vom ersten ärztlichen Beratungsgespräch über die Operation, bis zur abschließenden Beurteilung des Behandlungsresultats sollte der Patient jederzeit von einem erfahrenen Arzt begleitet, betreut und behandelt werden. Denn wer sich gut aufgehoben fühlt, unterstützt ebenfalls seinen Körper bei der Genesung.