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29/01/2018 11:15 CET | Aktualisiert 29/01/2018 11:15 CET

Abgasskandal: Zwangsrückruf bei Audi — neue Hiobsbotschaft für Diesel Fahrer!

Die Hiobsbotschaften für Diesel Fahrer brechen auch 2018 nicht ab — im Abgasskandal trifft es jetzt Audi schwer. Das Kraftfahrtbundesamt zwingt den Automobil-Riesen nun zum Rückruf von fast 80.000 Fahrzeugen mit V6 TDI Motor deutschlandweit. 

Betroffen von dem Zwangsrückruf sind die Modelle A und Q (A4, A5, A6, A7, A8 sowie Q5, SQ5 und Q7). Diese fahren mit unzulässiger Abschaltvorrichtung — ähnlich wie damals bei Modellen von Volkswagen —, welche im Prüfzyklus den Motor so aufheizt, dass der Schadstoffausstoß gesenkt wird. Im realen Straßenverkehr ist diese Abschaltvorrichtung nicht aktiv. 

Das Kraftfahrtbundesamt zwingt Audi nun zur Überarbeitung der Software für Motorsteuerung. Mit Genehmigung startet dann der Zwangsrückruf für den Automobil-Riesen. Anfang Februar sollen dann bereits die ersten Fahrzeuge von Audi in die Werkstätten zurückgerufen werden — keine allzu rosigen Aussichten für Abgasskandal geplagte Diesel-Fahrer! 

Audi Flaggschiff trifft Zwangsrückruf am härtesten

Dem Flaggschiff von Audi, dem A8, droht sogar ein Zulassungsverbot. Schon im November letzten Jahres gab es für den A8 einen Rückruf. Der Achtzylinder-TDI-Motor des Fahrzeugs ist nach aktueller Auffassung des Kraftfahrtbundesamtes so verbaut, dass überhaupt Zweifel daran besteht diesen in einen vorschriftsmäßigen Zustand versetzen zu können. 

Nachdem es ruhig um den Abgasskandal wurde, schlägt er nun bei Audi noch einmal mehr zu. Immer mehr Modelle der Abgasnorm Euro 6 sind von den Manipulationen betroffen. Hiobsbotschaften, die bei Diesel-Fahrern keineswegs das Vertrauen in die Automobilindustrie stärken. Rückrufe, Nachrüstungen, Software-Updates. All diese Maßnahmen haben einen massiven Einfluss auf die Leistung und den Verbrauch der betroffenen Fahrzeuge. Ob ein Besuch in der Werkstatt also zur Verbesserung beiträgt, bleibt für Diesel-Fahrer bislang ungewiss. 

Als Konsequenz für den Abgasskandal und den Zwangsrückruf bei Audi steht ein enormer Wertverlust. Hier haben betroffenen Kunden von VW, Audi & Co. allerdings rechtliche Möglichkeiten, die sie nutzen können, um den Abwärtstrend noch zu verhindern. 

Mangel und Schadenersatzansprüche — Was jetzt im Abgasskandal 

Durch die unzulässige Abschaltvorrichtung besteht ein erheblicher Mangel am Fahrzeug. Hieraus ergeben sich für betroffene Kunden von VW, Audi und Co. Schadenersatzansprüche. Ferner besteht die rechtliche Möglichkeit vom Kaufvertrag zurückzutreten. 

Eine weitere Option für Diesel-Fahrer, die vom Abgasskandal betroffen sind, ist der Widerruf des Autokredits. Zahlreiche Banken der Volkswagen Gruppe u.a. haben fehlerhafte oder falsche Widerrufsbelehrungen bzw. Verbraucherinformationen für ihre Finanzierungen und Leasingverträge verwendet. Durch einen erfolgreichen Widerruf wird das Vertragsverhältnis, also sowohl der Kreditvertrag als auch der Kaufvertrag, vollständig abgewickelt. Das bedeutet: Mit Rückabwicklung des Autokredits wird der Vertrag schließlich so behandelt, als hätte es nie eine Vereinbarung gegeben. 

Lassen Sie Ihre Ansprüche gegenüber Audi, VW und Co. unbedingt anwaltlich prüfen. Die rechtlichen Chancen für Verbraucher stehen gut: Bislang konnten schon zahlreiche Urteile zugunsten von Diesel-Fahrern erstritten werden.