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23/02/2018 16:37 CET | Aktualisiert 23/02/2018 16:37 CET

Seid selbtsbewusster und glücklich – indem ihr zu euch selbst steht

Kein Rezept, aber ein Mutmacher.

guvendemir via Getty Images

In den vergangenen Monaten begegnete mir immer wieder – in verschiedenen Mäntelchen – ein Thema: Steh zu Dir – Du bist viel mehr wert und hast viel mehr drauf, als Du glaubst.

Einmal war es eine Vortragsagentur, dann ein künstlerischer Kollege und zuletzt mein Verleger. Nun – wie ich aus meinen unzähligen Gesprächen mit KlientInnen nach 21 Jahren Beratungspraxis weiß – das ist ein Leib- und Magenthema für viele.

Daher will ich von meinem Weg erzählen – als Mutmacher, nicht als Rezept, denn jede/r hat ihren/seinen einzigartigen Weg. Und doch gibt es einige Anregungen, die man sich zumindest einmal ansehen kann und – vielleicht – auch ausprobieren kann. Der berühmte Radarschirm wartet schon. Also - worauf kommt es an?

Ein klares Selbstbild

Erkenne Dich selbst – der schlaue Satz stand schon über dem Orakel von Delphi. Was so locker dahin geschrieben ist, ist fast die Königsdisziplin am Weg. Sich zu erkennen ist kein abschließender Prozess, den man einfach mal beginnt zu gehen.

Oft wird man hineingezwungen, konfrontiert und hereingefordert. Ich erinnere mich gut, als ich mich lange hinter intellektuellen und künstlerischen Etiketten versteckte, nur um nicht zu meiner sehr umfassenden intellektuellen Ausbildung, meinem breiten spirituellen Interesse und meiner dichten Lebenserfahrung zu stehen.

Ich war die “geborene“ Lebenslehrerin und was machte ich – ich versteckte mich hinter der Schriftstellerin. Nun denn, da konnte ich manifestieren und visualisieren, wie viel ich wollte. Es klappte nicht recht.

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In dem Moment, als ich erkannte, wer ich tatsächlich war – jenseits esologischer Empfehlungen der Liebe-Licht-Fraktion und gut klingender metatheoretischer Ansätze – ich bin die erfahrene Expertin für Grundfragen zum Leben, manche sagen, ich sei die Frau für die “Hämmer“ im Leben, also seit ich dazu stehe, wer ich als Mensch bin und darauf auch stolz bin, was ich kann, fließt es.

Ja, ich bin achtsam und bewusst. Doch ich tue im Außen viel weniger als vorher. Es geht leichter, viel leichter seit ich mich erkannte und in meiner Berufung zu mir stehe und auf den inneren Ruf auch höre.

Durchaus auch auf Menschen im Außen lauschen

Ich bin eine Vertreterin der These, dass man soweit wie möglich, selbst gehen soll. Das gebietet die Eigenverantwortung. Wir kommen alleine - wir gehen alleine. Doch ich befürworte auch, sich Hilfe von Außen zu holen, wenn man am Weg ansteht und nicht mehr weiter weiß.

Anstatt herumzulaufen und verwirrt im Kreis zu gehen, hebe ich den Blick und gucke mich um, wer mir den Impuls für meinen nächsten Schritt geben kann.

Ich mache das immer wieder und ich habe gelernt, jene Menschen zu erkennen, die mir und meinen Ansinnen gewogen sind. Sie sagen das oft nicht explizit. Ich muss gut hinhören und hinfühlen. Es ist weniger als eine Hand voll. Doch es sind Menschen, die mich mögen, die von meiner Arbeit überzeugt sind und denen ich zuhöre.

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Ich kann ihre Empfehlungen annehmen und ich getraue mich, nachzufragen. Wir schätzen einander und wissen – oft unausgesprochen – dass wir ein gemeinsames Ziel haben. Wenn wir alle an einem Strang ziehen, dann erreichen wir Ziele leichter.

Um auf andere zu hören, darf man die große Schwäche ablegen – alles alleine machen zu müssen und keinem vertrauen zu können. Das ist wohl einer der großen Trugschlüsse. Wenn dieser Knoten platzt, dann tun sich ungeahnte Türen auf. Durchgehen muss ich natürlich selbst. Doch die Gewissheit zu haben, dass es im Außen Menschen gibt, die einen schätzen und einem Gutes wollen, die stärkt das Vertrauen in sich selbst.

Klare Ziele in Herz und Verstand

Ohne Ziel geht bei mir nichts. Meine Ziele sind flexibel, sie sind Orientierungsmarken. Ich verfolge Ziele nie um der Ziele wegen. Sie helfen mir auf meinem Weg, damit ich den günstigen Wind erkenne. Ich beschäftige mich intensiv damit. Lieber weniger Ziele als zu viele Kleinstziele.

Führend ist dabei die Freude, doch ich stehe nicht an zu schreiben, dass ich die Materie und das Geld schätze. Es ermöglicht mir, weiter in Freude zu arbeiten und mein Wissen mit meinem Publikum zu teilen. Ich bin materiell frei und stehe mit dem was ich am besten kann, auf eigenen finanziellen Beinen.

Viele getrauen sich das nicht zu sagen. Sie schämen sich für Erfolg und dafür, dass sie in der Lage sind, aus dem, was sie am besten können und am liebsten tun, jenes Einkommen zu schöpfen, das ihnen ihren Weg ermöglicht.

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Ich habe auch einige Zeit zur “Schämer-Gruppe“ gehört. Heute bin ich selbstbewusst und sage – was mir am meisten Freude bereitet und ich am besten kann, das darf mir auch jenes Einkommen bringen, das mir meinen weiteren Weg ermöglicht.

Es geht um eine klare Ansage und nicht um Gier. Es geht um die Ermöglichung meines Weges und nicht um Börsenzockerei.

Gerne stelle ich Beiträge auch kostenfrei zur Verfügung. Doch auch ich habe meine monatlichen Kosten zu begleichen - und dazu stehe ich. Es geht schlicht um Ausgleich. Um nicht mehr und auch um nicht weniger geht es mir.

Mut und Vertrauen

Hab Mut und spring. Vertraue doch – nichts kann passieren. Nun – das sind leicht dahin gesagte Sätze. Bei Mut und Vertrauen handelt es sich um “innere Währungen“, die man nicht herbeireden kann. Sie werden von vielen oft frühkindlichen Prägungen, Sippenglaubenssätzen, gesellschaftlichen Ansprüchen und persönlichen Erfahrungen stark geprägt.

Ich habe mich oft und immer wieder mit Mut und Vertrauen auseinandergesetzt. Ich hielt mich lange für eine mutige Pionierin – und als die sehe ich mich nach wie vor. Beim Vertrauen, da hat man von oben bei mir ziemlich gespart. Ich musste mir Vertrauen im besten Sinn des Wortes über viele Jahre erarbeiten.

Es war ein Prozess des Erkennens, meinen eigenen Weg zu finden und kompromisslos zu gehen – gleich was von außen kommt. Das war nicht immer angenehm und wenn es an der Ermutigung fehlt und die Zweifler zu einem wie die Motten ans Licht schwirren, dann ist dies – eben nicht besonders ermutigend und vertrauenseinflössend.

Ich habe erkannt, dass es letztlich innere Entscheidungen sind, in etwas, vor allem in sich selbst Vertrauen zu haben. Damit mag ich viele vorhandene Konzepte über den Haufen werfen. Mir haben sie nicht geholfen. Sie verwirrten mich.

Erst der Hinweis, dass es der inneren Entscheidung bedarf, die Vergangenheit loszulassen und froh zu sein, dass sie vorbei ist, gab den Anstoß. Dann konnte ich mit einigem Üben auch die Entscheidung für Vertrauen treffen.

Mittlerweile habe ich eine innere Autobahn, auf der ich mich in Sachen Vertrauen bewege. Es ist ein gutes Gefühl, denn an Mut hat es mir ja nie gefehlt. So halten Mut und Vertrauen sich heute in mir die Waage – sehr beruhigend.

Gelassenheit, Disziplin und Hingabe

Auch diese drei Begriffe liest und hört man. Ich bin jedoch eine Frau, die Begriffe gerne mit Inhalt fühlt und füllt und auch lebt. Hektik war viele Jahre meine treueste Begleiterin. Seit gut 10 Jahren habe ich mich der Gelassenheit verschrieben. Es war eine Entscheidung, bevor mich ein Zusammenbruch flachgelegt hätte.

Atmen, atmen und nochmals atmen ist meine Devise. Ich liebe das Auge des Sturms – und wenn möglich, dann überhole ich den Sturm. Ich lebe gerne vor der Lage. Da habe ich alle Gestaltungszügel in der Hand und kann nach meinem Gutdünken schalten und walten. Keiner sagt mir, wo es lang geht.

Ich liebe weiße Flächen. Die kann ich gestalten wie ich will. Das tue ich mit Disziplin und Hingabe. Ich gebe mich sehr gerne an den Jetztmoment hin, fokussiere mich und lasse das Blabla im Außen vorbeilaufen. Man nennt es Nichtidentifikation. Meistens gelingt es mir.

Es hat einige Jahre Übung gebraucht und ich übe noch immer, denn es sind Seelenmuskeln, die auch ihr Training brauchen. Es geht um Achtsamkeit und Bewusstsein. Geisterfahren im Alltag ist nicht. Jedenfalls nicht bei mir. Das klingt klar heraus, manche sagen ich sei brutal.

Ich sage – ich bin klar. Meine Lebenszeit ist begrenzt. Daher schreibe ich die Zeit jenen Dingen zu, die ich als für mich wichtig identifiziert habe. Dabei fällt naturgemäß vieles hinter runter.

Nie aufgeben – immer weiter und weiter

Als jemand, der in den ersten Lebenswochen gleich eine ordentliche Lungenentzündung hatte und ums Überleben kämpfen musste, habe ich gelernt, meine Kräfte fokussiert einzusetzen, dranzubleiben und nie aufzugeben. Ja – man kann das Kämpfen übertreiben, doch - zu wissen, wann es ein lohnender Kampf ist und wann man die Waffen besser ruhen lässt und achtsam ist, das ist ein wesentlicher Teil der Kunst des Lebens.

Dazu habe ich auch einiges an Lebenszeit gebraucht, um geübt zu sein. Heute ist es ein Innehalten, bewusst werden und klar entscheiden. Dafür nehme ich mir immer Zeit.

Es spart meine Kräfte; ich habe weniger Ärger und mein Umfeld ist auch friedlicher geworden. Ich habe wesentlich mehr Raum und Zeit, um dranzubleiben - an dem, was mir wichtig ist.

Wer auf dem Radar sein will, muss dranbleiben können, klare Ziele haben, die sie/er mit Disziplin und Hingabe verfolgt – und es ist hilfreich, sich von Menschen, die einen gewogen sind, sich etwas sagen zu lassen und auch umzusetzen.

Sich selbst zu sein, zu sich selbst zu stehen und auf Himmel komm raus zu leben – das könnte der Sinn des Lebens sein. Einen Versuch ist es jedenfalls wert.