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27/06/2018 18:03 CEST | Aktualisiert 27/06/2018 21:18 CEST

"99 Minuten Folter": Deutschland scheidet in der WM-Vorrunde aus

Alle Stimmen zum Debakel bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland.

SAEED KHAN via Getty Images
Nationaltrainer Joachim Löw – die Frage ist: Wie lange noch?
  • Fußball-Weltmeister Deutschland ist bei der WM in Russland bereits in der Vorrunde ausgeschieden.
  • Die DFB-Elf verlor gegen Südkorea.

Weltmeister Deutschland ist nach einem 0:2 gegen Südkorea in der Vorrunde der Fußball-WM ausgeschieden. Schweden sicherte sich am Mittwoch durch ein 3:0 gegen Mexiko noch den Sieg in Gruppe F vor den Lateinamerikanern, Südkorea und der deutschen Nationalmannschaft, die erstmals in der Geschichte in einer WM-Gruppenphase scheiterte.

Die Reaktionen zum Spiel:  

21.17 Uhr: Mats Hummels entschuldigt sich

20.48 Uhr: Wie Deutschland Weltmeister werden könnte...

20.27 Uhr:  Ex-DFB-Kapitän Ballack kritisiert das Team

“Mit einer schlechten Mannschaft kann man immer früh ausscheiden, aber nicht mit einer Mannschaft wie dieser”, schrieb der ehemalige DFB-Kapitän Michael Ballack bei Twitter.

Ballack forderte eine “ehrliche Bewertung” und schrieb dahinter auf Englisch: “Führung? Persönlichkeit? Mentalität?”.

20.23 Uhr: Seehofer zu WM-Aus: “Schwarzer Tag für uns alle”

Der auch für Sport zuständige Bundesinnenminister Horst Seehofer hat das frühe WM-Aus der Nationalmannschaft bedauert. “Es ist ein schwarzer Tag für uns alle, für den Fußball”, sagte der CSU-Chef in der ARD-Sendung “Maischberger”, die am Mittwochabend ausgestrahlt werden sollte.

Zu Schuldzuweisungen wollte er sich nicht äußern. “Ich möchte jetzt erst einmal trauern.” 

19.39 Uhr: Des einen Freud’, des anderen Leid

Auch Altkanzler Gerhard Schröder schaut sich das Spiel gegen Südkorea live im Stadtion an. Mit dabei war auch seine südkoreanische Frau Soyeon Kim. Der russische Politiker Rustam Minnichanow hielt die Reaktionen der beiden während des Spiels fest:

19.32 Uhr: Englands Ex-Fußball-Star Lineker fällt vom Glauben ab

Gary Lineker galt in den 1980er Jahren als bester englischer Stürmer galt – und ist vor allem durch einen Spruch bekannt: “Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen immer die Deutschen”, sagte er 1990 nach dem Aus im Elfmeterschießen gegen den späteren Weltmeister.

Nach dem Vorrunden-Aus twitterte Lineker nun: “Fußball ist ein einfaches Spiel. 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen Deutschen nicht mehr länger. Die vorhergehende Version ist auf die Geschichte begrenzt.”

19.29 Uhr: Der Fluch der Weltmeister

19.26 Uhr SPD-Europapalamentarier fordert EU-Mannschaft

Der sozialdemokratische Europaparlamentarier Tiemo Wölken machte angesichts der Niederlage gegen Südkorea und des damit einhergehenden Ausscheiden aus der WM den Vorschlag, bei der nächsten Teilnahme “doch besser als echte EU-Mannschaft” anzutreten.

19.10 Uhr: Twitter-Nutzern machen sich über die Niederlage Deutschlands lustig

19.07: Sami Khedira: “Schwerer Moment”

dpa

“Das ist jetzt einer der schwersten Momente für die Mannschaft und auch für mich persönlich”, sagte der Mittelfeldspieler Sami Khedira.

“Der Anspruch der Mannschaft war sicher nicht, 2:1 gegen Saudi-Arabien zu gewinnen oder gegen Österreich zu verlieren. Wir haben die Kurve nicht bekommen. Das komplette Team muss die Verantwortung übernehmen, die Führungsspieler als erste. Wir müssen jetzt die Schlüsse ziehen, aber definitiv nicht heute.” 

19.05 Uhr: DFB-Präsident Grindel spekuliert nicht zu Löw-Rücktritt

Zum möglichen Rücktritt von Bundestrainer Joachim Löw erklärte DFB-Präsident Reinhard Grindel: “Darüber will ich nicht spekulieren. Wir haben vor der WM gesagt, wir trauen ihm das zu bis 2022. Das ist nach wie vor meine Meinung.”

18.51 Uhr: Löw zeigt sich enttäuscht

“Es ist für uns eine riesige Enttäuschung. Wir müssen schauen, dass wir das jetzt annehmen”, sagte Bundestrainer Joachim Löw nach dem Spiel.

Der Mannschaft habe die Leichtigkeit gefehlt. “Unser Kombinationsfluss, unsere Sicherheit waren einfach nicht vorhanden. Wir haben es nicht auf den Platz gebracht, haben nicht mit dieser Dynamik gespielt.” 

Unklar sei, woran das gelegen hat. “Ich muss jetzt die Verantwortung dafür übernehmen”, betonte Löw. “Der gesamte deutsche Fußball, wir alle haben verloren.” 

18.46 Uhr: AfD ätzt gegen Özil

Der AfD-Pressesprecher Christian Lüth hat Nationalspieler Mesut Özil für das WM-Aus verantwortlich gemacht. ”Özil kann zufrieden sein, Glückwunsch Erdogan”, twitterte der Rechtspopulist mit Blick auf das Treffen des Arsenal-Stars mit dem türkischen Präsidenten, was eine noch immer andauernde Debatte über das Verhältnis Özils zu Deutschland ausgelöst hat

Auch der AfD-Rechtsaußen Jens Maier ätzte gegen Özil: “Ohne Özil hätten wir gewonnen”, twitterte der Bundestagsabgeordnete.

18.41 Uhr: “Noch genug Bier da” – Arbeitsminister ruft zu Frusttrinken auf

dpa

“Dass ist eine der schwierigsten Reden in meiner politischen Laufbahn”, sagte direkt nach dem Schlusspfiff Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Er rief zum Frusttrinken auf.

“Die deutsche Nationalmannschaft hat das heute so spannend gemacht, wie manchmal die Bundesregierung. Jetzt kommt die gute Nachricht: Es ist noch genug Bier da”. Er komme ja aus Niedersachsen. “Wilhelm Busch hat mal gesagt: Wer Sorgen hat, hat auch Likör”, rief Heil.

“Ich finde, bei all den 80 Millionen Fußballexperten, die jetzt wissen, wie es besser geht, zumindest gekämpft haben sie heute, nur Glück hatten sie nicht. Wir sollten einmal applaudieren für diese Mannschaft.” Donnernder Applaus. 

18.39 Uhr: Bundestrainer Löw: Schließt Rücktritt nach WM-Aus nicht aus 

Matthew Ashton - AMA via Getty Images

Fußball-Bundestrainer Joachim Löw hat nach dem ersten WM-Aus einer deutschen Nationalmannschaft in der Vorrunde einen Rücktritt nicht ausgeschlossen.

“Es ist zu früh für mich, die Frage zu beantworten, jetzt brauchen wir ein paar Stunden, um klarzusehen”, sagte der 58-Jährige am Mittwoch in Kasan im ZDF zu Fragen nach seiner Zukunft. 

18.38 Uhr: Oliver Kahn: “Keinen wirklichen Plan”

“Man hat gesehen, dass wir keinen wirklichen Plan haben”, sagte TV-Experte und Ex-Nationaltorwart Oliver Kahn zur Leistung der Nationalmannschaft.

18.34 Uhr: Grünen-Politiker Nouripour wirft sein Deutschland-Trikot in die Ecke  

Ganz offensichtlich ist Grünen-Politiker Omid Nouripour, der leidenschaftlicher Fußball-Fan ist, nach der Pleite frustriert. “Ich. Hasse. Fußball”, twitterte er – samt einem zusammengeknüllten Trikot der DFB-Efl.

18.31 Uhr: Bierhoff: “Ich gehe fest davon aus, dass Jogi weitermacht”

DFB-Teammanager Oliver Bierhoff rechnet trotz des frühen WM-Ausscheidens der deutschen Fußball-Nationalmannschaft nicht mit einem Rücktritt von Bundestrainer Joachim Löw.

“Es ist nicht der Zeitpunkt, Einzelanalysen zu machen. Ich gehe fest davon aus, dass Jogi weitermacht”, sagte er kurz nach dem 0:2 der DFB-Elf gegen Südkorea am Mittwoch in Kasan. 

18.21 Uhr: FDP-Politiker bewertet Ausscheiden positiv

Der bayerische FDP-Bundestagsabgeordnete findet, dass das Vorrundenaus zumindest einen Vorteil hätte: “Einziger Lichtblick”, twitterte er. “Die Große Koalition kann jetzt kein Schwachsinns-Gesetz mehr in der Fußball-Euphorie verstecken.”

Föst spielt darauf an, dass der Bundestag während großer Fußballturniere in der Vergangenheit schon mehrere unbeliebte Gesetze eingeführt hat.

18.15 Uhr: Shahak Shapira: “AfD Schuld geben”

Der Satiriker Shahak Shapira twitterte: “Liebe Mitbürger, nach dieser bitteren Niederlage ist kein Platz für Schuldzuweisungen. Jetzt ist es Zeit für uns, unsere Differenzen beiseite zu legen, als Nation zusammenzukommen und gemeinsam der AfD die Schuld zu geben.”

18.01 Uhr: Mats Hummels mit hartem Fazit

Michael Regan - FIFA via Getty Images
Abwehrspieler Mats Hummels

“Ganz schwierig in Worte zu fassen. Wir haben bis zum Schluss dran geglaubt. Wir haben den Ball nicht ins Tor gebracht. Wir hatten genug Gelegenheiten. Das hat uns heute das Genick gebrochen”, klagte Mats Hummels.

Er zog ein knallhartes WM-Fazit: “Das letzte überzeugende Spiel war im Herbst 2017. Das ist ein ganz, ganz bitterer Abend.”

17.54 Uhr: “99 Minuten der Folter”

ZDF-Kommentar Béla Réthy sagte schon in der ersten Halbzeit einen Satz für die Ewigkeit über die Leistung der deutschen Mannschaft: “Das ist keine Zeitlupe, das sind reale Bilder.” Er sollte wegweisend sein.

Deutschland scheidet aus – und das sogar als Letzter der Gruppe F. Der Gruppe, von der es hieß, Deutschland werde sie dominieren.

Schlusswort Réthy nach neun Minuten Nachspielzeit: “99 Minuten der Folter sind vorbei.”

Mit Material von dpa.