ELTERN
22/08/2018 18:34 CEST

98-Jähriger läuft täglich 20 km, um seine Frau im Krankenhaus zu besuchen

Hunderte Spender beteiligen sich an den Krankenhauskosten.

  • Ein 98-Jähriger Amerikaner läuft jeden Tag 20 Kilometer, um seine Frau im Krankenhaus zu besuchen.
  • Hunderte Spender beteiligen sich jetzt an den Krankenhauskosten.

Jeder hat sein Päckchen zu tragen und manche Menschen schultern ihres tapferer als andere.

Besonders tapfer ist zum Beispiel Luther Younger aus Rochester im US-Bundesstaat New York. Der 98-Jährige geht jeden Tag über 20 Kilometer zu Fuß, um seine kranke Ehefrau im Krankenhaus zu besuchen. Das berichtet die Lokalzeitung “Spectrum News Rochester”. 

Younger und seine Frau Waverlee sind seit 50 Jahren verheiratet. Seit 2009 kämpft sie gegen Hirnkrebs und ist gelähmt. 

Seit zwei Wochen liegt Waverlee in einem Krankenhaus etwa zehn Kilometer von Youngers Wohnort entfernt.  Der 98-Jährige geht den Weg dorthin täglich zu Fuß – hin und zurück.

“Er macht das, um am Leben zu bleiben”

Schon häufiger haben ihn Autofahrer mitgenommen, die ihn am Straßenrand gesehen haben.

Doch ihr Vater laufe gerne und glaube, das viele Gehen hätte ihn so alt werden lassen, sagte Youngers Tochter Lutheta zu “Spectrum News Rochester”. 

“Mein Vater ist immer zu Fuß gegangen”, sagte sie. “Er macht das, um am Leben zu bleiben.”

Der 98-jährige Korea-Veteran Younger ist stolz auf seine Rüstigkeit: “Ihr seht doch, dass ich nicht so bucklig bin wie die anderen Kerle – also die anderen alten Kerle”, sagte er.

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Seine Frau fehlt ihm so sehr, dass er sogar bei Wind und Wetter den Weg auf sich nimmt. 

“Ohne meine Frau wäre ich nichts”, sagt Younger in einem Video, das “Spectrum News Rochester” auf Twitter veröffentlicht hat. “Es war ein tiefer Einschnitt. Es war hart. Ich halte es kaum aus, sie da so zu sehen.”

“Sie war wirklich immer die Beste. Sie kam rein, küsste mich, sagte ‘Baby’ und brachte mir Essen ans Bett. Das ist genau das, was ich brauche”, sagte Younger.

Younger läuft weiter zu Fuß

Ein Autofahrer, der Younger mitgenommen hatte, sagte zu “Spectrum News Rochester”: “Ich wurde so aufgezogen: Wenn man jemand im Regen stehen sieht oder jemand Älteren, der Probleme hat, muss man ihn mitnehmen. Ich wollte nicht einer von denen sein, die einfach nur weiterfahren.”

Luther Younger wird aber wohl weiterhin jeden Tag zu Fuß seine Frau besuchen.

Seine Tochter Lutheta hat nun eine Online-Spendenkampagne gestartet, um für die Krankenhauskosten und eventuelle Transportkosten aufzukommen. Bisher haben knapp 900 Menschen gespendet. Es kamen bereits knapp 31.000 Dollar zusammen.

(jg)