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11/10/2018 16:01 CEST | Aktualisiert 11/10/2018 16:01 CEST

8 Momente, in denen ich es bereut habe, Mutter zu sein

Um eine Sache klarzustellen: Das soll ein humorvoller und selbstironischer Artikel sein.

Nadezhda1906 via Getty Images
"Wenn euer Haus um ein Haar zum Bakterien-Nest mutiert und ihr zum Hypochonder werdet, bereut ihr, dieses Kind bekommen zu haben. Das versichere ich euch!"

Ich höre euch schon sagen: “Wie kannst du es nur wagen? Wie undankbar! Es ist schrecklich, sowas zu sagen! Bla, bla, bla.” Um eine Sache klarzustellen: Das soll ein humorvoller und selbstironischer Artikel sein.

Ich liebe meine Kinder und habe nie bereut, sie bekommen zu haben. Aber trotzdem frage ich mich manchmal, wie mein Leben ohne sie geworden wäre. Davon abgesehen sind meine Kinder mein Lebensmittelpunkt und ich bin glücklich, ihre Mutter zu sein.

Ihr stimmt mir doch sicher zu, dass man sich manchmal wünscht, dass sie nicht da wären – zumindest für einen Moment.  Diese Momente, in denen sie uns daran hindern, zu tun, worauf wir wirklich Lust haben. Kommt schon, gebt es zu!

1. Wenn ihr spontan eine geniale Idee habt

Stellt euch mal kurz vor, eure Freundin ruft euch total aufgeregt an und schlägt vor: “Weißt du was? Ich habe eben zwei Karten für das Céline-Dion-Konzert heute Abend gewonnen! Komm mit!” 

Und jetzt stellt euch noch vor, dass ihr so ein Riesen-Fan von Céline Dion seid, dass ihr euren Sohn René-Charles genannt habt und ihr euch jeden Morgen von “Pour que tu m’aimes encore” wecken lasst. Gut. 

Versteht ihr, worauf ich hinaus will?

“Puh, nein. Hör zu: Ich kann nicht. Du hast mich völlig überrumpelt. Ich habe niemanden, der auf René-Charles aufpasst, ich kann hier leider nicht weg.

Das ist ehrlich gesagt einfach nur schade, oder? 

2. Wenn ihr eine Erkältung habt

40 Grad Fieber, die Nase läuft wie die Niagara-Fälle, die Augen geschwollen wie nie. Ihr wollt nichts anderes als in eurem Bett vor euch hin zu schmachten. Ihr könnt kaum stehen und in eurem Kopf spielt ein ganzes Symphonie-Orchester. 

Kurz: Ihr fühlt euch einfach nicht gut. Aber euer Kind, euer eigen Fleisch und Blut, braucht euch. Ihr müsst euch also anziehen, Essen machen, die Kinder beschäftigen, den ganzen Tag. Acht lange, harte Stunden lang.

3. Wenn euer Kind krank ist

Eine eklige Magen-Darm-Erkrankung. Und ihr wischt das ganze Wochenende lang Körperflüssigkeiten weg. “Körperflüssigkeiten” ist das nette Wort für Kacke und Kotze, für diejenigen, die wollen, dass ich noch ein bisschen konkreter werde. Wie gesagt, verbringt ihr euer Wochenende, vielleicht sogar die ganze Woche damit, überlaufende Kacke und überall ein bisschen Kotze wegzuputzen.

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Wenn euer Haus um ein Haar zum Bakterien-Nest mutiert und ihr zum Hypochonder werdet, bereut ihr, dieses Kind bekommen zu haben. Das versichere ich euch!

4. Wenn euer Kind Läuse mit nach Hause bringt

Diese Situation ist ähnlich schlimm wie die vorhin beschriebene Magen-Darm-Grippe. Nur in diesem Fall lassen euch die lebhaften und zähen kleinen Viecher alles einen Monat lang von oben bis unten putzen. Man muss alles waschen, alles sortieren, alles schrubben, saugen und eintüten, um das Ungeziefer umzubringen.

Und natürlich werdet ihr euch diese Mistviecher auch einfangen. Ich hoffe bloß, dass ihr euch nicht Haare abrasieren müsst wie ein entflohener Knast-Insasse. 

5. Wenn ihr seit zwei Jahren Schlafentzug habt

Das hier ist besonders fies, weil es sich so langsam einschleicht. Anfangs seid ihr noch erfüllt von gutem Willen und Liebe für euer neugeborenes Kind. Und dann macht sich nach und nach die Müdigkeit ganz tief in euch bemerkbar. Ihr spürt sie quasi bis in die Zehenspitzen.

Euer Sohn schläft nachts schon, aber das Zahnen, die Albträume, nächtliche Pipi-Gänge, “keine Lust zu schlafen” wecken euch nachts ständig. Und so ist das nicht erholsam. Ausschlafen wie in euren Jugendjahren werdet ihr schrecklich vermissen. Das sind die Worte einer müden Mutter.

6. Wenn ihr nichts mehr alleine machen könnt

Ihr wollt ein Buch lesen? Ich rate euch, zu warten, bis eure Kinder schlafen, weil ihr ja nicht zehn Minuten lang am selben Satz hängen wollt. Ihr wollt auf Klo gehen? Klar kommen sie mit euch mit. Sie geben euch sogar das Klopapier.

Ihr wollt eine Sendung im Fernsehen schauen? Nein, wartet lieber auch hier, bis sie im Bett sind.

Und sogar, wenn sie im Bett sind, schaffen sie es, euch daran zu hindern, euch auszuruhen: “Mama, ich hab Durst, Mama, ich muss Pipi, Mama, Bussi… ” Ihr wollt baden? Ha, ha, ha!

7. Wenn eure Kinder im Supermarkt ausrasten

Wenn ihr schon mal ein wildes Kind und seine Mutter getroffen habt, kennt ihr diese Anfälle und habt sie wohl mit verurteilendem Blick aus der Ferne beobachtet. Herzlichen Glückwunsch, jetzt das wilde Kind ist eures. Und es schreit und stampft mit den Füßen, weil ihr es nicht die Eier tragen lassen wollt. 

Oder weil ihr ihnen ein ekliges, grünes Plüschtier verweigert. Ihr schämt euch und wollt einfach nur weglaufen und alle Einkäufe in der Fleisch-Abteilung liegen lassen.  So ist Einkaufen mit dem Kind eben.

8. Wenn ihr euren Ehemann verlassen wollt

Ja, okay, ich mache nur Spaß. Aber es ist noch schwieriger, wenn man ein Kind hat, sind wir mal ehrlich. 

Dieser Text erschien ursprünglich im Blog "Club Maman" und wurde aus dem Französischen  übersetzt von Moritz Diethelm.

(ak)