ENTERTAINMENT
05/05/2018 23:00 CEST

"7 Tage in Entebbe" im Kino: Was von dem Entführungsdrama wahr ist

Regisseur José Padilha („Narcos”) erzählt in seinem Biopic das wahre Entführungsdrama aus dem Jahre 1976.

  • Der Kinofilm der Woche am 3. Mai.
  • Filmfans sagen: „7 Tage in Entebbe” sollte man nicht verpassen.
  • Eine wahre Geschichte über den Terror!

„7 Tage in Entebbe” – das Kino-Highlight: Regisseur José Padilha („Narcos”) erzählt in seinem Biopic das wahre Entführungsdrama aus dem Jahre 1976. Die militärische Befreiungsaktion, die unter dem Namen Operation Entebbe in die Geschichte einging, dauerte nur 90 Minuten und kostete drei Geiseln, allen Geiselnehmern, 20 ugandischen Soldaten und einem Offizier das Leben.

In Deutschland sorgt die RAF für Chaos und der israelischen Regierung wird ein faschistischer Führungsstil vorgeworfen. So entführen die deutschen Terroristen Brigitte Kuhlmann (Rosamunde Pike), Wilfried Böse (Daniel Brühl) und zwei palästinensische Komplizen ein Flugzeug, das von Tel Aviv nach Paris mit 106 Passagieren ging.

Sie zwingen die Maschine zur Landung im ugandischen Entebbe und fordern die Freilassung von 40 inhaftierten palästinensischen Terroristen und den Rücktritt vom israelischen Premierminister Jitzchak Rabin (Lior Ashkenazi). Unter dem Schutz des gefürchteten Diktators Idi Amin (Nonso Anozie) verschanzen sich die um weitere Palästinenser verstärkten Entführer dort mit ihren Geiseln in einem heruntergekommenen Flugzeughangar.

Während jüdische Passagiere separiert werden, stellt sich für Böse immer mehr die Frage, ob er und Brigitte nur benutzt werden. Während der Premierminister Rabin ernsthaft über die Verhandlung mit den Terroristen nachdenkt, arbeitet Verteidigungsminister Shimon Peres (Eddie Marsan) an einem Plan: Er will Soldaten nach Uganda schicken, um die Entführung zu beenden.

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Was ist Fiktion, was Wahrheit?

Leider lässt sich heute nicht mehr wirklich klären, was genau den Tatsachen entspricht und was nicht. So musste sich Padilha anhand vorhandener Informationen und Archivmaterialien für eine Seite entscheiden und die Geschichte aus einer bestimmten Perspektive erzählen, weil er mit teils widersprüchlichen Aussagen der Überlebenden arbeiten musste.

Zum Beispiel lässt sich nicht nachweisen, was Böse und Kuhlmann auf Deutsch besprochen haben. Auch die Rolle von Idi Amin war nicht leicht festzulegen.

Deshalb entschied sich der Regisseur dazu, dass er den Diktator zum Komplizen der Entführer macht, obwohl er es immer abgestritten hat. Ein Großteil der Informationen spricht jedoch genau für diesen Vorgang. 

Nicht nur Biopic, sondern Kunst

Interessant ist, dass es sich nicht nur um ein reines Biopic handelt, sondern der Geschichte ein weiterer Strang und somit eine zweite Ebene verliehen wurde. Die israelische Tanzgruppe der Bathsheba Dance Company hat ein Tanzstück aus dem Jahre 1998 eingebaut, die zum traditionellen Lied Echad Mi Yodea tanzt.

Das Lied wird zum jüdischen Feiertag Pessach gehört und soll an die Befreiung der Sklaverei erinnern. Während des Stücks wird die klassische jüdisch-orthodoxe Kleidung abgelegt und soll eine Metapher sein für „getting rid of the politics that prevents negotiations”: Eine Anlehnung an den Konflikt zwischen dem Premierminister und Verteidigungsminister im Film.