BLOG
02/10/2018 12:31 CEST | Aktualisiert 02/10/2018 12:52 CEST

7 Momente, die dein Kind fürs Leben prägen werden

"Punkt zwei ist extrem wichtig, aber wir alle verlieren ihn manchmal aus den Augen."

DAVE WILLIS
Autor Dave Willis mit seiner Familie im Glacier National Park im US-Bundesstaat Montana.

Diesen Sommer hat meine Familie einen grandiosen zweiwöchigen Roadtrip durch 16 Bundesstaaten gemacht. Meine Frau Ashley und ich haben unsere vier Söhne im Alter von zwölf, zehn, fünf und zwei Jahren in einen stinkigen Mini-Van gepackt und uns auf den Weg durchs Land begeben, der uns in verschiedene Nationalparks führte. Am Ende hatten wir über 8000 Kilometer hinter uns. 

Wie ihr euch schon vorstellen könnt, gab es auf dem Weg viele Beschwerden, aber auch viel zu lachen. Wir haben tonnenweise Sachen erlebt, an die wir uns ein Leben lang erinnern werden. Die ganze Reise hat mich dazu veranlasst, viel über meine eigene Kindheit nachzudenken und über die Erinnerungen, die meine Kinder wirklich behalten werden.

Wir Eltern machen uns oft Stress bei Dingen, die gar nicht so wichtig sind. Unsere Kinder werden sich wohl kaum an jede einzelne Wohnungsdekoration erinnern, wie gepflegt unser Rasen war und ob im Kühlschrank Marken- oder No-Name-Produkte standen.

Wir sollten uns auf das konzentrieren, was wirklich zählt. Wollt ihr wissen, welche Momente eure Kinder fürs Leben prägen werden? Hier sind sie:

1. Die Momente in denen ihr sie ermutigt habt, etwas Neues auszuprobieren

In der Kindheit dehnt und durchbricht man in Endlosschleife die eigene Komfortzone. Jedes Mal, wenn ihr eure Kinder an die Hand nehmt und sie ermutigt, einen Schritt weiter zu gehen, wächst ihr Selbstvertrauen und sie sammeln eine Erfahrung fürs Leben

Ihnen eine neue Sportart zu zeigen oder ihnen zu helfen, auf eine Bühne zu steigen und ein Lied vorzusingen. Oder irgendetwas Anderes, von dem sie glaubten, dass sie es “niemals” tun würden, ist nicht nur gut für ihren Lebenslauf, sondern hilft ihnen auch Selbstbewusstsein, aufzubauen und Erfahrungen zu sammeln.

2. Die Momente, in denen ihr ihnen etwas als Vorbild und nicht mit Worten beigebracht habt

Kinder lernen ständig etwas, aber wir Eltern verstehen nicht ganz, dass wir ihnen auch ständig etwas lehren. Sie werden sich zwar nicht an alles erinnern, was ihr sagt, aber sie achten genau darauf, was ihr tut.

Mehr zum Thema:  Mangelnde Frustrationstoleranz: Kinder leiden unter überfürsorglichen Eltern

Wenn eure Worte und Taten übereinstimmen, merken sie sich das. Wenn eure Worte und Taten widersprüchlich sind, merken sie sich das. 

Wenn ihr etwas vermasselt und ihr euch entschuldigt und eure eigenen Unzulänglichkeiten als schlechtes Beispiel heranzieht, werden sie sich das merken.

3. Die Momente, in denen sie sich bei euch geborgen gefühlt haben

Jedes Kinderherz ist verletzlich und verlangt nach Schutz. Eure Kinder erinnern sich an die Momente, als ihr die Monster unter ihrem Bett vertrieben oder sie nach einem Albtraum getröstet habt

Aber sie erinnern sich auch an die Augenblicke, in denen euere Laune ihnen das fürchten gelehrt hat. Unsere Kinder sehen uns manchmal wütend. Das ist Teil des Lebens. Aber setzt es euch als Ziel, dass eure Kinder sich immer sicher und geborgen fühlen, wenn sie bei euch sind. 

4. Die Augenblicke, in denen ihr euch Zeit für sie genommen habt

Ihr müsst nicht perfekt für eure Kinder sein, aber ihr müsst für sie da sein.  Kinder bemessen Liebe vor allem daran, wie aufmerksam wir ihnen gegenüber sind.

Sie brauchen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit.

Die Erinnerung an Augenblicke, in denen ihr alles stehen und liegen lasst, um mit ihnen ein Kaffeekränzchen zu machen oder rauszugehen, um Ball zu spielen oder auf einem Trampolin zu hüpfen, wird für immer in ihrem Kopf und ihrem Herzen bleiben.

Nehmt euch die Zeit für diese kleinen Dinge mit euren Kindern. Am Ende werden das nämlich die wichtigsten Momente sein.

 

5. Wie ihr mit eurem Ehepartner umgeht

Kinder entwickeln ihre Vorstellung von Liebe größtenteils dadurch, dass sie beobachten, wie wir Eltern mit unseren Partnern umgehen.

Arbeitet darauf hin, die Art von Ehe zu haben, die eure Kinder dazu inspiriert, eines Tages auch zu heiraten. Gebt ihnen das Vertrauen, das daher kommt, dass sie Mama und Papa in einer hingebungsvollen, liebevollen Beziehung miteinander erleben. 

6. Worte, mit denen ihr sie bestärkt und Worte der Kritik

Das Herz eines Kindes ist wie nasser Zement: Die Eindrücke der frühen Kindheit verhärten sich über die Zeit. Sie gründen ihr Selbstbild, ihre Selbsteinschätzung und sogar ihren Selbstwert größtenteils darauf, was ihr ihnen in diesen entscheidenden Jahren vermittelt. 

Teil unserer Aufgabe als Eltern ist es, sie zu korrigieren und zu disziplinieren. Doch sogar wenn ihr sie korrigiert, wählt Worte voller Liebe, Ermutigung und positiver Verstärkung.

7. Eure Familientraditionen

Kinder lieben Spontanität, aber sie haben auch ein tiefes Bedürfnis nach Stetigkeit. Sie werden sich lebhaft an eure “Familien-Traditionen” erinnern: Beispielsweise wöchentliche Spiele- oder Filmabende in der Familie, euren Lieblingsurlaubsort oder wie ihr Geburtstage und andere besondere Anlässe gefeiert habt. 

Schafft euch bewusst solche Traditionen, die eure Kinder eines Tages an ihre eigenen Kinder weitergeben können. 

Dieser Text erschien zuerst im Online-Portal “Patheos” und wurde von Moritz Diethelm aus dem Englischen übersetzt.  

(nc)