BLOG
10/01/2019 13:02 CET | Aktualisiert 10/01/2019 13:02 CET

6 Tipps: So steigerst Du dein Durchsetzungsvermögen

Gehe Konfrontationen nicht aus dem Weg und versuche diese Tipps immer mal wieder in deinem Arbeitsalltag zu integrieren.

Unsplash

Von Meetings über Gehaltsverhandlungen bis hin zum Teamwork: Wer beruflich etwas erreichen will, der muss sich behaupten können. Es heißt: Wer kein Durchsetzungsvermögen hat, wird schneller von Kollegen ausgenutzt, weniger vom Chef respektiert und hat schlechtere Aufstiegschancen. Doch wie setzt man sich im Arbeitsalltag durch? Hier sind sechs Tipps für mehr Selbstbehauptung

Aller Anfang ist schwer! Besonders die ersten Monate im neuen Job bieten viele Stolperfallen, Hürden und Machtkämpfe. Wer kennt es nicht? Man will direkt zu Beginn gute Ideen vorschlagen und sich beweisen, doch spätestens beim großen Pitch in der Konferenz geht man unter.

Keiner hört einem wirklich zu und überhaupt hat man das Gefühl, man ist absolut fehl am Platz. Oder eine andere Situation: Man hat die Möglichkeit, sein eigenes Projekt oder Team zu leiten, aber dann kommt dir ein anderer Kollege zuvor.

Woran das liegt?

In den meisten Fällen an einem mangelnden Durchsetzungsvermögen, sprich der Fähigkeit, sich auch in schwierigen Situationen insbesondere gegen andere durchzusetzen. Nur wer sich ein gewisses Standing in seinem Berufsumfeld erarbeitet hat, wird respektiert und für voll genommen. Wie du das im Handumdrehen schaffst? Diese Tipps werden dir helfen …

1) Ziele bewusst machen

Bevor du in irgendeine Gehaltsverhandlung oder in ein Meeting gehst, solltest du dir deine Ziele ganz genau vor Augen führen. Was erwarte ich mir von diesem Gespräch? Worauf will ich hinaus? Überlege dir so präzise wie möglich, was du willst. Und ganz wichtig: An die Ziele, die du vertrittst, solltest du unbedingt selbst glauben. Denn mangelndes Durchsetzungsvermögen zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass man sich leicht von seiner Meinung beziehungsweise seinen Standpunkten abbringen lässt. Also: Vertrete deine Ziele mit Überzeugung – und bleibe bei deiner Zielsetzung trotzdem immer realistisch!

2) Argumente priorisieren

Nachdem du dir deine konkreten Ziele überlegt hast, solltest du dir richtig gute Argumente zurechtlegen, die dafür sprechen. Hast du das nicht, ist es für dein Gegenüber ein leichtes, dich aus dem Konzept zu bringen und dich mit Fragen zu löchern, auf die du keine Antwort weißt. Hier ist eine kluge Vorbereitung das Stichwort. Und damit ist nicht nur gemeint, dass du deine Ziele gut erklärst, sondern dir schon im Voraus überlegst, wie du mögliche Einwände direkt vorweg nehmen kannst. Stell dir dieses Prinzip wie ein Schachspiel vor: Welchen Zug wird dein Gegenüber als Nächstes tätigen und wie kannst du ein paar Züge im Voraus denken? Lege dir deine Argumente wie folgt zurecht: Stärkstes Argument an den Anfang, schwächstes an zweiter Stelle, zweitstärkstes Argument am Schluss.

3) Körpersprache optimieren

Wusstest du, dass man sich auch nonverbal durchsetzen kann? Um das zu schaffen, sollte man an seiner eigenen Körpersprache arbeiten. Unsicherer Gang, fehlendes Lächeln, nicht vorhandener Blickkontakt, verkrampfte Schultern und ineinander geknetete Hände.: All diese Signale, die förmlich nach Unsicherheit und Nervosität schreien, solltest du dir dringend abgewöhnen und ad acta legen. Ersetze sie doch lieber durch folgende Gesten, die zumindest nach außen Stärke, Mut und Selbstbewusstsein signalisieren – auch wenn du innerlich kurz vor einem Nervenzusammenbruch stehst: Aufrechte (Kopf)-Haltung, langsame Bewegungen, unverkrampfte Ausstrahlung und eine kräftige, tiefe Stimme. Und niemals solltest du den Blickkontakt vergessen. Hier gilt: Starre nicht unentwegt in die Augen deines Gesprächspartners, sondern versuche nach dem ersten Blickwechsel zuerst wegzuschauen: Derjenige, der Macht und Durchsetzungskraft hat, kann es sich leisten, den anderen zu “ignorieren”. Schaue aber auch nicht immer auf den Tisch oder den Boden, den das signalisiert Nervosität.

4) Konjunktiv vermeiden

Auch deine Sprache nimmt subtil einen Einfluss darauf, ob deine Kollegen oder Vorgesetzten dir ein gewisses Durchsetzungsvermögen zutrauen. Und auch deine Argumente, die du dir im Voraus zurechtgelegt hast, kommen dann vielmehr zur Geltung, wenn du folgenden Tipp berücksichtigst: Verzichte auf den Konjunktiv! Ich würde lieber ich könnte jedochich hätte gerne … Nicht umsonst heißt es: hätte, hätte, Fahrradkette. Du hast einfach nichts davon, also streich diese Verbkonjugation lieber aus deinem Sprachschatz – zumindest im Arbeitskontext. Formulier dein Anliegen direkt, klar und unmissverständlich – ohne Füllwörter oder komplizierte Satzbildungen. Kurzum: ohne Umschweife zum Ziel.

5) Verständnis zeigen

Jetzt hast du die Basis für ein erfolgreiches Gespräch geschaffen, aber achte darauf, dass du nicht zu sehr auf dich selbst fokussiert bist. Zeige deinem Gegenüber, dass du auch seine Argumente, Standpunkte und Ideen nachvollziehen kannst und im Endeffekt auch verstehst. Also: Höre nicht nur aufmerksam zu, sondern versuche Empathie und emotionale Intelligenz zu entwickeln, um die Gefühle des anderen abzufangen und einzuschätzen. So vermeidest du gleichzeitig, dass ihr beide aneinander vorbeiredet und deine Argumente gar nicht gehört werden.

6) Nein sagen

Verständnis zeigen, bedeutet aber wiederum nicht, dass du dich komplett von deinem Anliegen verabschieden solltest. Lerne, Nein zu sagen. Dies gilt auch für andere Situationen, in denen die Kollegen deine Hilfe einfordern. Wer zu oft JA zu Aufgaben sagt, der tappt schnell in die Gefälligkeitsfalle. Aus kleinen Gefallen werden auf Dauer immer größere und irgendwann kommst du aus diesem Teufelskreis nicht mehr heraus. Frust, Überlastung und Stress machen sich bei dir breit. Versuche also folgendes Prinzip zu verinnerlichen: Was leicht zu haben ist, hat automatisch weniger Wert. Mach dich also rar und verweigere gelegentlich (!) mal die Mehrarbeit. Das zeugt von hohem Durchsetzungsvermögen!

Diese Tipps scheinen dich auf den ersten Blick zu überwältigen? Keine Sorge! Das ist alles eine Frage von regelmäßiger Übung. Gehe Konfrontationen nicht aus dem Weg und versuche diese Tipps immer mal wieder in deinem Arbeitsalltag zu integrieren. Auch aus anfänglichen Niederlagen wirst du lernen und mit der Zeit zum echten Durchsetzungsprofi werden.

Du willst noch mehr konkrete Tipps hören, wie du dein Durchsetzungsvermögen steigerst? Und wie du dich gegenüber Männern im Job behauptest? In der neuen Folge von „Professionell bleiben – Der Survival Podcast für Frauen im Job“ erzählt Brauerei-Geschäftsführerin Michèle Hengst, wie sie sich in Meetings immer durchsetzt – und worauf man dabei achten muss. Hört rein und erfahrt ihre spannenden Tipps und was euch eine Diplompsychologin für mehr Durchsetzungskraft im Job rät!