LIFE
13/12/2018 12:33 CET

5 Tote durch Handy-Kopfhörer: TÜV-Ingenieur erklärt, wie ihr euch schützen könnt

"Jeder Akku und jedes Netzteil hat ein gewisses Gefahrenpotential", sagt TÜV-Ingenieur Florian Hockel.

LightFieldStudios via Getty Images
"Überhaupt ist jedes elektrische Gerät durchaus auch nicht immer gegen alle Eventualitäten geschützt."
  • Mindestens fünf Menschen sollen an Elektroschocks von Kopfhörern gestorben sein.
  • Ein Technik-Experte vom TÜV erklärt, was wirklich an den Geschichten dran ist.

Smartphones und andere elektronische Geräte sind im Alltag der meisten Menschen mittlerweile so präsent, dass kaum noch jemand über die Gefahren von elektrischem Strom nachdenkt. Genau das könnte mittlerweile mindestens fünf Menschen zum tödlichen Verhängnis geworden sein. Sie sollen durch Elektroschocks von Kopfhörern umgekommen sein.

Zuletzt berichtete die malaysische Zeitung “New Straits Times”,  dass Anfang des Monats der 16-jährige Mod Aidi Azzar Zahrin umgekommen sei. Verschiedene internationale Medien übernahmen die Geschichte.

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Der Junge habe Musik durch seine Kopfhörer am Smartphone gehört, das an der Steckdose angeschlossen gewesen sei. Als man ihn aufgefunden habe, habe er aus dem linken Ohr geblutet. Laut Autopsie sei er an einem Stromschlag gestorben. Dass ihn die Kopfhörer umgebracht hätten, schreibt “New Straits Times” nicht.

Das US-Magazin “Vice” sieht das anders. Dort heißt es: ”Mod ist mindestens der vierte Mensch, der dieses Jahr an einem durch Kopfhörer verursachten Stromschlag stirbt.” 

Auch westliche Länder betroffen

Außerdem sollen im Februar dieses Jahres die 17-jährige Brasilianerin Luiza Pinhero, im Mai eine 46-jährige Inderin und im Monat darauf ein 22-jähriger Inder an einem Kopfhörer-Stromschlag gestorben sein.

Der Fall einer 28-jährige Australierin, die 2014 auf die gleiche Art umgekommen sein soll, belege, dass auch Menschen in westlichen Ländern davon betroffen sein könnten.

Florian Hockel leitet die Abteilung Licht, Leuchten und Multimediaprodukte beim TÜV-Süd. Der Ingenieur sagt der HuffPost:

“Fehlfunktionen wie sie in den genannten Berichten geschildert werden, liegen durchaus im Bereich des Möglichen, wenn auch äußerst unwahrscheinlich. Man könnte solchen Situationen vorbeugen.”

Er rät, nur Geräte von Herstellern zu kaufen, die ihre Produkte nach Qualitätsstandards wie der ISO-Norm produzieren und prüfen. Außerdem solle man auf Siegel von unabhängigen Prüforganisationen wie dem TÜV achten und sich an die Sicherheits- und Warnhinweise in der Gebrauchsanweisung halten.

“Smartphones nicht mit angeschlossenem Netzteil betreiben”

“Jeder Akku und jedes Netzteil hat ein gewisses Gefahrenpotential. Überhaupt ist jedes elektrische Gerät durchaus auch nicht immer gegen alle Eventualitäten geschützt”, erklärt Hockel.

Besonders bei hohen Temperaturen, direkter Sonneneinstrahlung, Gewitter- und Blitzschlag, Regenwasser, Schnee, Feuchtigkeit und Erschütterungen sei Vorsicht im Umgang mit Elektronik geboten.

TÜV-Experte Hockel empfiehlt grundsätzlich, Smartphones oder Smartdevices bei der Nutzung von Kopfhörern nicht mit angeschlossenem Netzteil zu betreiben.

Außerdem rät er dazu, elektronische Geräte regelmäßig gründlich auf offensichtliche Schäden zu untersuchen und gegebenenfalls sofort zu ersetzen.

“In der Regel kommt es, wenn überhaupt, zu Unfällen, wenn mehrere Faktoren wie die oben erwähnten Themen zusammenkommen und teilweise oder gar nicht beachtet werden”, betont der TÜV-Ingenieur.

(mf)