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28/06/2018 15:47 CEST | Aktualisiert 29/06/2018 16:00 CEST

30 Jahre nach Krebsdiagnose: Frau trifft ihre Krankenschwester wieder

"In der schrecklichen Zeit rettete sie mich – ich habe sie nie vergessen."

Twitter / thesaltiestcow
Die Engländerin Liz Brown hat eine Krankenschwester gesucht, die ihr während der Krebsbehandlung half.
  • Eine Krankenschwester hat ein Mädchen monatelang bei einer Krebsbehandlung unterstützt und sich bemüht, sie aufzumuntern.
  • Nach 30 Jahren wollte sich die ehemalige Patientin bedanken und suchte nach der Pflegerin – mit Erfolg.

Die Engländerin Liz Brown ist inzwischen 43 Jahre alt und lebt abgesehen von einigen kleineren körperlichen Spätfolgen krebsfrei.

Das war nicht immer so: Im Jahr 1989 – sie war zu dem Zeitpunkt 14 Jahre alt – diagnostizierten Ärzte bei dem Teenager Hautkrebs. Über vier Monate musste das Mädchen deshalb im Krankenhaus zur Behandlung bleiben.

Brown erzählte der britischen Tageszeitung “Metro”, dass sie in dieser schwierigen Zeit eine Person niemals vergessen hatte: Krankenschwester Debbie, die ihr monatelang beigestanden hatte.

“Debbie sah, was andere nicht gesehen haben: Einen rebellischen Teenager, der verzweifelt versuchte, gegen das, was passierte, anzukämpfen. Sie sah meine Angst, obwohl ich dachte, dass ich sie gut verstecke. Besucher bemitleideten mich, weinten und erzählten traurige Geschichten. Doch wenn Debbie da war, lachten wir, wir erzählten uns witzige Geschichten. In der schrecklichen Zeit rettete sie mich – ich habe sie nie vergessen.”

Brown findet 30 Jahre später ihre Krankenschwester wieder

An ihrem Geburtstag entschloss sich Brown dazu, die Pflegerin zu suchen, um sich bei ihr zu bedanken. Sie postete ein gemeinsames Bild von 1989 auf Twitter und hoffte, irgendjemand aus den sozialen Netzwerken würde die Krankenschwester erkennen.

Dazu schrieb sie: ”Ich hoffe, ich finde die Krankenschwester, die sich als Teenager um mich kümmerte, als ich gegen meinen Krebs ankämpfte. Ihr Name war Debbie, ich war in einem Krankenhaus in Cambridge. Ich möchte ihr Danke sagen.”

“Die Menschen verdienen diesen Dank – auch wenn es 30 Jahre dauert” 

Und tatsächlich: Schon am übernächsten Tag hielt Brown die Kontaktdaten der Krankenschwester in der Hand. Die Frau schrieb ihr eine Nachricht – und bekam eine Antwort von Debbie.

Sie habe geantwortet, dass sie sie auch nie vergessen habe, erzählte Brown der “Metro”. Auch Debbie habe versucht, ihre ehemalige Patientin zu finden. Doch die Suche blieb erfolglos.

“Irgendwann hat Debbie die Suche aufgegeben und angenommen, ich sei gestorben”, erzählte Brown der Zeitung und fügte zum Schluss hinzu:

“Mehr als alles andere wollte ich ihr danken. Ich wollte ihr als Erwachsene sagen können, dass meine vier Monate im Krankenhaus Spaß gemacht haben, weil sie sich so um mich sorgte. In dieser Welt beschweren wir uns so schnell. Aber es gibt nicht viele Momente, in denen wir uns bei jemanden bedanken. Die Menschen verdienen diesen Dank – auch wenn es 30 Jahre dauert.”

(lm)