POLITIK
09/08/2018 06:42 CEST | Aktualisiert 09/08/2018 10:29 CEST

270.000 Ausländer bekommen deutsches Kindergeld: Jetzt protestieren Kommunen

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Im Video oben: Das Kindergeld an ausländische Konten hat sich fast verzehnfacht. In welche Staaten fließt es? 

► Angesichts eines neuen Rekords bei der ausländischen Empfängerzahl von Kindergeld dringt der Deutsche Städtetag auf eine rasche Reform.

► “Das Kindergeld sollte sich daran orientieren, was Kinder in ihrem tatsächlichen Aufenthaltsland brauchen und nicht die Höhe aufweisen, die in einem anderen Land am Wohnsitz ihrer Eltern gezahlt wird”, sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

► Wie das Bundesfinanzministerium der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mitteilte, wurden im Juni für 268.336 Kinder, die außerhalb von Deutschland in der Europäischen Union oder im Europäischen Wirtschaftsraum leben, Kindergeld gezahlt.

Das ist eine Zunahme um 10,4 Prozent. Ende 2017 lag die Zahl noch bei 243.234 Empfängern.

Was nun passieren soll:

Die Bundesregierung sollte auf EU-Ebene weiter eine entsprechende Änderung durchzusetzen versuchen, so Dedy.

“Nach meinem Eindruck ist es nicht unmenschlich, in den Fällen, in denen jemand in Deutschland arbeitet, seine Kinder aber in Rumänien leben, Kindergeld nach rumänischem Niveau zu zahlen”, sagte Dedy.

Er warnte zugleich vor Stimmungsmache. “Die meisten Menschen aus Südosteuropa sind in Deutschland gut integriert.”

Zum Hintergrund:

Vor allem die Zahl der Empfänger aus Osteuropa hat zugenommen.

Mehrere Oberbürgermeister sehen eine gezielte Migration in das Sozialsystem; sie berichteten von Banden, die zum Beispiel Sinti und Roma gezielt in billigen Wohnungen unterbringen, damit sie einen festen Wohnsitz haben, um Kindergeld in Deutschland beantragen zu können. Es beträgt derzeit 194 Euro im Monat für das erste Kind.