BLOG
01/06/2018 14:12 CEST | Aktualisiert 01/06/2018 14:12 CEST

25 Jahre Straße der Romanik an Saale und Unstrut

© Copyright Archiv Kloster Memleben
Sonderausstellung „Wissen und Macht. Der heilige Benedikt und die Ottonen“

Die Klosterruine Memleben

Die Ländereien von Memleben wurden 1945 volkseigener Betrieb, im Kloster lagerten Kartoffeln. Ist heute alles Geschichte: Goseck ist weitgehend saniert. Vermutlich um das Jahr 800 als Grenzburg entstanden, ab dem 11. Jahrhundert dann Benediktinerabtei und nach der Reformation ein Rittergut, pflegt als „Europäisches Musik-und Kulturzentrum“ alte Musik

Zeugen mönchischer Vergangenheit.

Memleben, ein Ortsteil der Gemeinde Kaiserpfalz, heute Ort  und einst Stätte der Kaiser Otto des Großen und Heinrich II., war im 13. Jh. ein bedeutendes Benediktinerkloster. Der nachempfundene Kreuzgang kündet von einstiger Pracht und Größe.

Original erhalten und aufwendig saniert ist nur die Krypta. Das Museum präsentiert die Sonderausstellung „Wissen und Macht. Der heilige Benedikt und die Ottonen“ (7. Mai bis 14. Oktober). 60 Exponate schildern das Ordensleben im Unstruttal. Elf weitere Klöster geben einen tiefen Einblick in die einstigen Zentren des Glaubens. „Montalbane“, das internationale Festival für mittelalterliche Musik, unterstützt das Projekt mit mediävalen Klängen in der Zisterzienserabtei Pforta (6.-8. Juli).

Der Merseburger Dom

Der Merseburger Dom „St Peter und Paul“ folgt mit dem Thema „Tietmars Welt. Ein Bischof schreibt Geschichte“. Leihgaben und ausgewählte Texte des Chronisten künden von pompösen Kaiserkrönungen und Hoftagen, aber auch vom oft harten Alltag der Burg- und Dorfbewohner, Nöten und Gefahren (15. Juli - 4. November). Führungen: Wer auf Tietmars Spuren wandeln will, sollte sich "Kunigunde" (Beate Tippelt, Leiterin des Domführungsbüro Merseburg) anvertrauen.

Sehr informativ und humorig führt die in das Kostüm der Kaiserin geschlüpfte Museumsmitarbeiterin durch das Programm, plaudert aus ihrer Ehe mit Heinrich II. und deklamiert die legendären „Merseburger Zaubersprüche“ (10. Jh.) in Althochdeutsch. Sie lagern im Handschriftengewölbe der Domschatzkammer im Kapitelhaus und sollten in vorchristlicher Zeit Gefangene aus ihren Fesseln befreien oder die Pferdebeinlähmung heilen helfen. Ein Juwel ist die romanische Bibel (13. Jh.). Die Genesis oder die Josephsgeschichte sind in leuchtenden Farben illustriert. Schaurig wird es in der Fürstengruft. 37 reichverzierte Särge sind in 3 mittelalterlichen Kapellen beigesetzt.

Die mächtige Ladegast-Orgel (81 Register, vier Manuale) dominiert das Kirchenschiff.

Als sie 1853-57 eingebaut wurde, war sie die größte ihrer Art. Mehrfach restauriert, gilt sie bis heute als Paradeinstrument der Orgelspielerelite. Künstler aller Kontinente gastieren bei den „Merseburger Orgeltagen“. Die 48. Folge (8. – 16. September) ist dem Erbauer des Instruments zu seinem 200. Geburtstag gewidmet.

Der Weisssenfelser Friedrich Ladegast, der schon mehrere Dorforgeln gebaut hatte, revolutionierte mit der Merseburger Orgel die Szene. Aufgeführt werden u.a. Johann Sebastian Bachs „Matthäuspassion“ in der Fassung von Felix Mendelssohn Bartholdy, Joseph Haydens Oratorium „Die Jahreszeiten“, Mendelssohns „Elias“, Kompositionen von Franz Liszt und Werke, die zur Einweihung von Ladegastorgeln in Wien, Leipzig, Köthen und Schwerin komponiert wurden. Begehrter Platz vor der Orgel: Namhafte Organisten wechseln sich an den Manualen ab.

Ein weiterer, der Naumburger Dom

Auf dem Weg zum Weltkulturerbe strebt der Naumburger Dom. Die „Vereinigten Domstifter“ hoffen auf eine positive Entscheidung des Komitees. Die noch verbleibende Zeit wird genutzt, um das Schmuckstück von 1028 gründlich aufzufrischen. Die West- und Ost-Chorfenster mit ihren wertvollen Glasmalereien werden aufwendig restauriert. In der Kinderdomhütte können sich Kids als Steinmetze, Glaser oder Baumeister bewähren, lernen die mittelalterlichen Handwerksberufe spielend kennen. Im Westchor mit den zwölf Stifterfiguren drängen sich die Besucher. Die meisten Fans hat Markgräfin Uta, Sinnbild der schönsten Frau des Mittelalters ... mehr Bilder und Erläuterungen

Text © Copyright: Karl-Hugo DierichsFotos © Copyright: Karl-Heinz Hänel

Mit freundlicher Unterstützung von www.saale-unstrut-tourismus.de