LIFE
07/09/2018 13:24 CEST | Aktualisiert 07/09/2018 13:26 CEST

22-Jähriger wird gemobbt, weil er mit Eltern lebt – mit einem genialen Post schlägt er zurück

“Wohnst du mit 22 immer noch bei deinen Eltern?”

PeopleImages via Getty Images
Millennials werden oft verspottet, wenn sie zuhause wohnen.
  • Ein junger Twitter-User hat mit einem genialen Beitrag auf die Kritik reagiert, dass er mit 22 Jahren noch zuhause wohne.
  • Wohnraum wird besonders für junge Menschen immer schlechter bezahlbar.

Bezahlbaren Wohnraum zu finden, wird für die Generation der Millennials, also derjenigen, die zwischen 1981 und 2000 geboren sind, immer schwieriger. 

Eine neue Umfrage zur Generationengerechtigkeit aus Großbritannien hat ergeben, dass sich die Zahl der 25 bis 34-Jährigen mit Wohneigentum innerhalb der letzten 35 Jahre halbiert hat. Das berichtet die britische Tageszeitung “The Guardian”.

Millennials  haben also mit nur halb so hoher Wahrscheinlichkeit mit 30 Jahren eigenes Wohneigentum wie die geburtenstarken Jahrgänge von 1954 bis 1964. Das liegt an gestiegenen Preisen, geringerem Einkommen und vorsichtigerer Kreditvergabe

Bei den Eltern zu wohnen, ist für viele die einzige Option

Doch die schockierendste Statistik ist wahrscheinlich, dass der durchschnittliche Endzwanziger-Haushalt in den 80ern nur drei Jahre gebraucht hat, um eine durchschnittliche Anzahlung auf ein Haus anzusparen.

Und wie lange brauchen Millennials dafür? 19 Jahre.

Mehr zum Thema: Miete: So rasant steigen die Preise in Deutschlands Uni-Städten

Trotzdem bekommen viele Milliennals Ärger dafür, wenn sie bei ihren Eltern wohnen. Dabei ist es für viele die einzige wirkliche Option.

Ein Millennial reagierte jetzt mit einem genialen Post bei Twitter auf den Spott über seine Situation.

“Wohnst du mit 22 immer noch bei deinen Eltern?”, griff er eine häufige Frage seiner Mobber in seinem Tweet auf und antwortete.

“Bei wessen Eltern soll ich denn sonst wohnen?”

Andere Twitter-Nutzer unterstützten ihn und viele sagten, dass es für sie finanziell keinen Sinn ergäbe, auszuziehen.

Und Ausziehen kann dauern, wie die Geschichte dieser Twitter-Nutzerin zeigt. Auf den Tweet eines anderen Nutzers, der sagt, dass er mit etwa 26 ausziehen werde, wenn er finanziell auf eigenen Beinen stehen kann, schreibt sie:

Ich bin 26 und kann finanziell nicht auf eigenen Beinen stehen. Ich lach mich schlapp. Ich wohne noch bei meinen Eltern.”

Ein weiterer Nutzer erklärt das Phänomen der sogenannten “Boomerang Babys”:

“Man nennt sie ‘Boomerang Babys’, weil sie das Nest verlassen und zurückkommen, weil sie hohe Studien- und Kreditkartenschulden haben und weniger als 50.000 Euro im Jahr verdienen.

Es ist ein kaputtes System, das wir hier haben und es gibt ja sogar Akademiker, die sich keine Gesundheitsvorsorge leisten können.” 

Eine weitere Nutzerin nimmt mit einem Foto die Menschen aufs Korn, die zwar in ihrer eigenen Wohnung leben, aber wegen der hohen Kosten einen sehr geringen Lebensstandard haben und trotzdem “Boomerang Babys” im Internet verspotten.

Eine andere Nutzerin schreibt: “Ich bin 23 und wohne mit meinen Eltern in einem verdammt schönen Haus. Ich stehe kurz vor meinem Universitätsabschluss und will noch einen Abschluss machen. Ihr in euren hässlichen Buden tut so erwachsen. Ich bezahle keine Miete und finanziere meine Ausbildung selbst.”

3000 Euro im Jahr für Sandwiches

Ein Immobilienmakler behauptete im vergangenen Jahr, die “Generation Miete” könne sich bessere Wohnungen leisten, wenn sie weniger Sandwiches äße

Die Immobilien-Firma “Strutt & Parker” sagte, dass Millennials mit “relativ kleinen Veränderungen” 70.000 Euro für eine Immobilien-Anzahlung ansparen könnten.

Ein Schritt sei es, auf Luxus wie Sandwiches und Salate zu verzichten. Die kosteten jedem Millennial durchschnittlich fast 3000 Euro im Jahr. 

Da kann man doch nur noch den Kopf schütteln.

Dieser Artikel erschien zuerst bei der US-HuffPost und wurde von Moritz Diethelm aus dem Englischen übersetzt und angepasst.