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02/01/2018 14:45 CET | Aktualisiert 02/01/2018 14:45 CET

2018: Mut beweisen, Angst besiegen, Krisen lösen

Des Menschen Sorgen sind so alt wie die Menschheit selbst. Keine unserer zahlreichen Ängste ist neu. Die Furcht heute mag spezifischer sein; vielleicht, hat andere Namen, auch - aber unsere Urängste, wie zum Beispiel die Angst vorm Fallen, vor dem Tod oder vorm Nichtgenügen sind gleich geblieben. Konfuzius, der chinesische Philosoph, der in den Jahren 551-479 v. Chr. gelebt hat, wußte bereits:

Wer das Ziel kennt, kann entscheiden, wer entscheidet, findet Ruhe, wer Ruhe findet, ist sicher, wer sicher ist, kann überlegen, wer überlegt, kann verbessern.

Marie Curie, die große Wissenschaftlerin des 20. Jahrhunderts, fand für sich heraus: “Man braucht vor dem Leben keine Angst zu haben. Man muss es nur verstehen.”

Das Leben verstehen.

Um das Leben zu verstehen, braucht es das eigene Denkvermögen. Die Gehirnzellen müssen trainiert werden wie ein Muskel. Wer diesen Muskel ignoriert, wird Zeuge eines langsamem Verfalls, schlimmstenfalls des totalen Absterbens. Wer nichts mehr lernen will, katapultiert sich aus der Gesellschaft heraus, und später aus seinem eigenen Dasein.

Sie und ich, wir sind nicht hier,

um uns vor der Zukunft zu fürchten.

Wir sind hier, um sie mitzugestalten.

Was sonst haben wir auf der Welt zu suchen? Essen, trinken, schlafen?, möchte man meinen, hört man auf die globale Politik des Konsums. Dass diese falsch ist, weiß der Bürger nicht nur, wenn er das selbstständige Denken abruft, er kann es auch fühlen.

Selbst wenn er ein Idiot ist, regt sich in ihm unerklärbarer Widerstand.

In den sozialen Netzwerken kann man seit einer Weile den immer gleichen Hilfeschrei lesen: “Wenn ich weiter so angelogen werde, verliere ich bald meine eigene Urteilskraft. Dann werde ich nicht mehr unterscheiden können, was richtig und was falsch ist.”

Bei dieser Art der Kommentare geht es zum Beispiel um den von Donald Trump ausgelösten Jerusalem-Tsunami, der in Deutschland elitäre Anhänger gefunden hat. Es geht um die mörderische Massentierhaltung, die wie ein Boomerang zu uns zurückkehrt, und die Gesundheit des Menschen gefährdet. Oder es geht um den russischen Nachbarn, der uns täglich als Reinkarnation des Bösen wie ein Medikament verabreicht wird... der hat uns was genau angetan?

Meistens geht’s im öffentlichen Hilfeschrei um die persönliche Lebenssituation:

Ein Großteil der deutschen Bevölkerung ist im letzten Jahrzehnt in die Armutsfalle getappt. Jedes fünfte Kind lebt in Deutschland in Armut. Ganz leise, völlig unbegleitet von Politik und Medien. Sehr deutsch im Charakter gilt nach wie vor: Worüber wir nicht sprechen, das existiert auch nicht. Bis... bis es kracht. Momentan ist es so: Sobald der Bürger den Ansatz wagt, Ursachenforschung für seine Lage zu betreiben, wird ihm lauthals eingehämmert, wie gut es der deutschen Wirtschaft geht.

Wirtschaft wird dem Individuum gleichgesetzt.

VW bin ich. Lufthansa bist du. Wir alle sind Merkel.

Damit ist das Epizentrum des Irrsinns erreicht.

Denn VW ist ein vom Staat gefördertes Milliardenunternehmen. Wogegen der Durchschnittsbürger ein von Banken und Staat geschröpfter Schuldner ist. Wie kann das sein?, fragt der sich im Stillen. Und: Wenn es VW so blendend geht, weshalb geht es der eigenen Familie materiell immer schlechter? Bin ich ein Versager? Aha! Brilliante Antwort. Ist man erst einmal bei der Versager-Theorie gelandet, möchte man sich verstecken. Und reiht sich still und leise wieder ins Glied ein.

Man hält die Klappe.

Schaltet sein Gehirn aus.

Und guckt Claus Kleber.

So zwingt man das Gehirn das genaue Gegenteil von dem zu tun, wofür es geschaffen wurde.

Wäre da nicht das Aber!

Der Mensch ist ein denkendes Wesen. Das unterscheidet ihn vom Rest. Er kann Schaf sein, für eine Weile, wenn der Wolf nur ordentlich Angst macht. Funktionieren wird dieser Zustand auf Dauer nicht. Aus der Geschichte wissen wir, Ungleichgewicht und Ungleichheit endet immer in Disruption. In der Technologie spricht man von Disruption, wenn eine neue Entwicklung die bisherige komplett verdrängt: So wie das Elektroauto die Autoindustrie, Drohnen den Verlauf von Kriegen. Oder: Trump die Weltordnung.

Der Mensch weiß, was richtig und was falsch ist.

Nutzt er sein Denken und Wissen, um sich die Natur untertan zu machen, wird er weiter leiden. Warum? Weil wir wissen, dass es falsch ist, nur zu nehmen und nichts zu geben. Wer der eigenen Sicherheit alles opfert, was die Welt zu bieten hat, der wird alles verlieren. Man nennt das auch Naturgesetz.

Der Mensch leidet erst an der Ausbeutung der Natur, dann an sich selbst.

Warum also nicht im Einklang mit der Natur leben?

Tomás Sedlácek schreibt in seinem Buch ‚Die Ökonomie von Gut und Böse’, dass Wachstum permanente Unzufriedenheit braucht: „Je mehr wir haben, desto mehr wollen wir. Weshalb ist das so? Wir waren überzeugt, das unser Konsum zur Sättigung, zur Stillung unserer Bedürfnisse führt. Aber das Gegenteil ist eingetreten… Jedes erfüllte Bedürfnis wird ein neues erzeugen und dazu führen, das wir unzufrieden bleiben. Wir sollten uns vor jeden neuen Begehren hüten, dass sich in uns entwickelt. Es handelt sich um eine neue Sucht. Konsum als Droge.“

Hermann Hesse, der deutsch-schweizerischer Schriftsteller, wagt eine Antwort: “Die Welt war nie ein Paradies, sie ist nicht früher gut gewesen und jetzt Hölle geworden, sondern sie ist immer unvollkommen und dreckig, und bedarf, um ertragen und wertvoll zu werden, der Liebe und des Glaubens.”

Liebe und Glauben. Versuchen wir es doch 2018 mal damit.

Das neue Buch der Autorin, ein globaler Finanzthriller, erscheint im Winter 2018.