POLITIK
31/12/2017 18:15 CET

2017 kamen deutlich weniger Flüchtlinge in Italien an – das steckt dahinter

Hunderttausende sitzen in Lagern im Bürgerkriegsland Libyen fest.

Chris McGrath via Getty Images
Auch dieser Mann musste auf der gefährlichen Überfahrt gerettet werden.  

Im auslaufenden Jahr hat die Migrationskrise eine entscheidende Wende in Italien genommen.

Das ist passiert:

► In Italien sind 2017 deutlich weniger Migranten angekommen als Jahr davor. 119 310 im Mittelmeer Gerettete betraten an den Häfen des Landes europäischen Boden, wie aus Daten des Innenministeriums hervorgeht.

► 2016 waren es mehr als 180 000 Migranten und damit 34 Prozent mehr. Im Dezember kamen am wenigsten Menschen in Italien an.

►  Wurden im Mai und Juni jeweils um die 23 000 von seeuntauglichen Booten gerettete Migranten an Land gebracht, gingen die Zahlen von Juli an dramatisch zurück. 

Darum ist es wichtig:

Italien hatte eine Vereinbarung mit der libyschen Einheitsregierung zur Unterstützung der Küstenwache des Landes geschlossen. Auch auf die Hilfen der EU wird zurückgeführt, dass weniger Menschen in Europa ankommen.

Menschenrechtler kritisieren allerdings, dass Hunderttausende Migranten stattdessen in Lagern in dem Bürgerkriegsland festsitzen und Folter und Misshandlungen ausgesetzt sind. Vor gut einer Woche wurden erstmals Flüchtlinge über einen humanitären Korridor von Libyen nach Italien gebracht.

Was ihr noch wissen solltet:

Die EU will mit einem vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel ausgehandelten Deal gegen das Leid in Libyen ankämpfen.

Politisch Verfolgte sollen dazu aus Libyen ausgeflogen, die Lager von internationalen Organisationen überwacht und “Wirtschaftsflüchtlingen” durch EU-Subventionen die Rückreise aus Libyen in ihre Heimat  ermöglicht werden.