POLITIK
10/01/2019 08:29 CET

Bürgermeisterin irritiert mit Aussage über Datendieb: "Es gibt einen gewissen Stolz"

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ODD ANDERSEN via Getty Images

► Der 20-jährige Tatverdächtige aus dem hessischen Homberg, der gestanden hat, für die massive Online-Attacke auf Politiker und Prominente verantwortlich zu sein, bekommt Rückendeckung von überraschender Seite.

► Die Bürgermeisterin seines Heimatortes, Claudia Blum (SPD), sagte dem “Redaktionsnetzwerk Deutschland”, dass das Ganze für sie kein Skandal sei. Es gehe nicht um Mord oder Totschlag: “Wir müssen uns nicht schämen.”

► Zwar handele es sich zweifelsohne um eine Straftat. Aber der Vorfall zeigt für sie auch auch, wozu ein Junge von 20 Jahren imstande sei: “Es gibt einen gewissen Stolz, dass es jemand war, der von hier kommt”, sagte Blum.

► Der Hacker habe der Republik den Spiegel vorgehalten. “Das sollte uns alle wachrütteln, besser mit unseren Daten umzugehen.”

Was über den Datendieb noch bekannt ist:

Der 20-Jährige, der nach seiner vorläufigen Festnahme und einem Geständnis wieder auf freiem Fuß ist, stammt laut dem “Redaktionsnetzwerk Deutschland” aus “gutbürgerlichen Verhältnissen”. Es soll sich um den Sohn eines Arztes aus dem Dorf handeln.

Laut dem Bericht überlegt die Bürgermeisterin sogar, den Familienmitgliedern ein Gespräch anzubieten: “Ich würde ihnen gern den Rücken stärken. Ich hoffe, sie können gut damit umgehen.”

Was ihr über den Online-Angriff wissen müsst:

Rund 1000 Politiker, Prominente und Journalisten sind nach Angaben des Bundesinnenministeriums von dem Online-Angriff betroffen. Etwa 50 Fälle seien schwerwiegender, weil größere Datenpakete wie Privatdaten, Fotos und Korrespondenz veröffentlicht worden wurden. 

Der 20-jährige Tatverdächtige hat sich für seine massive Online-Attacke gezielt Politiker und Prominente ausgesucht, deren Äußerungen ihm missfallen haben.

Die Ermittler bemühen sich nach wie vor um die Klärung weiterer Einzelheiten. Es müsse detailliert ermittelt werden, welche Sicherheitslücken der 20-jährige Verdächtige aus Hessen ausgenutzt habe, sagte Georg Ungefuk, Sprecher der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) am Mittwoch.

Mit Material der dpa.