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01/04/2018 16:21 CEST | Aktualisiert 03/04/2018 09:56 CEST

12 Ideen, die tatsächlich die Welt retten könnten

Äußerst kreative Lösungen für die Probleme unserer Welt.

enderbirer via Getty Images

Steigende Meeresspiegel, die ganze Küstenstädte verschlingen, drohende Epidemien, die die nächste globale Gesundheitskrise auslösen könnten und anhaltende Dürren, die Hungersnöte in bereits unterversorgten Gebieten der Welt noch schlimmer machen.

Zugegeben, das 21. Jahrhundert kann manchmal ziemlich angsteinflößend sein.

Große Probleme erfordern große Ideen und zum Glück gibt es rund um den Globus Teams von Forschern, Wissenschaftlern und Architekten, die alle daran arbeiten, die drängendsten Fragen unserer Zeit zu beantworten.

Von der Stromversorgung von Haushalten mit Abwasser, bis hin zur Überwindung medizinischer Straßensperren in armen Ländern mit Müll: Hier sind 12 äußerst kreative Lösungen für Probleme in der Welt.

1. Roboter-Mückenfallen, um dem Zika Virus den Garaus zu machen 

Microsofts neuester Roboter ist so intelligent, dass er lernen kann, Insektenarten voneinander zu unterscheiden. Er identifiziert sie noch vor dem Einfangen mit Hilfe von Infrarot-Sensoren.

Dies könnte Wissenschaftler einen großen Schritt vorwärts bringen im Kampf gegen Zika, Denguefieber und andere, von Mücken übertragene, Viren.

2. Spucke in Massen sammeln, um bessere Antibiotika herzustellen

Studenten und Bürger im Vereinigten Königreich werden schon seit längerem dazu ermutigt, ihren Speichel (also ein bisschen davon) an ein Labor zu schicken, dass sich gänzlich dem Kampf gegen Antibiotikaresistenz widmet.

Die durch Spenden finanzierte Initiative “Swab and Send” hat bereits über 1000 Proben erhalten. Zwei davon wiesen widerstandsfähige Eigenschaften auf.

3. Tausche Müll gegen kostenlosen Arztbesuch

In Indonesien, wo mehr als zehn Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze leben, kann Müll tatsächlich Zugang zu einer kostenlosen Behandlung in einer lokalen Klinik verschaffen.

Garbage Clinical Insurance” ermutigt Haushalte mit niedrigem Einkommen dazu, ihren Müll zu recyceln und die Einnahmen für die Finanzierung eines ‘Gesundheits-Miniversicherungssystem’ zu verwenden, das seinen Mitgliedern grundlegende Gesundheitsdienstleistungen in drei Kliniken im ganzen Land bietet.

Die Initiative hat inzwischen etwa 600 Mitglieder, die im Durchschnitt jeden Monat rund 2,4 Kilo Wertstoffe sammeln.

4. Schwimmende Städte

Man stelle sich vor: Ein schwebendes New York City. Für Küstenstädte, die mit einem steigenden Meeresspiegel konfrontiert sind, hat der Architekt Vincent Callebaut das “Lily Pad Project” eingeführt: Konzeptionelle Inseln, die theoretisch Platz für 50.000 Menschen bieten und auf der Oberfläche des Ozeans sitzen könnten.

Diese Städte würden auf Wärme, Wind, Sonne und Gezeitenenergie setzen. Callebaut hofft, die Idee bis zum Jahr 2100 verwirklichen zu können.

5. Mit Wind betriebene Züge

Seit 2017 werden Züge in den Niederlanden zu 100 Prozent mit Windkraftenergie versorgt. Das Land wollte dieses Ziel bis Ende 2018 erreicht haben, schaffte die Umsetzung aber sogar ein ganzes Jahr früher.

Insgesamt 2.200 Windenergieanlagen im ganzen Land erzeugen genug Strom, um die Züge zu versorgen, die pro Jahr etwa 1,2 Milliarden Kilowattstunden Strom verbrauchen und genug Energie übrig lassen, um weitere 2,4 Millionen Haushalte mit Strom zu versorgen.

6. Schadstoff-fressende Algen

Die Initiative begann im Jahr 2014, als eine kleine Algenfarm über einem kurzen Autobahnabschnitt in Genf, Schweiz, ausgesetzt wurde. “Cloud Collective”, eine Kooperation von Architekten, Kreativen und Designern, beobachtete, wie die Algen durch die Fülle an Kohlendioxid, das von den entlangfahrenden Autos freigesetzt wurde, begannen, zu gedeihen, indem sie die Schadstoffpartikel buchstäblich fraßen.

Eine Reihe von Pumpen und Filtern regulieren das System und im Laufe der Zeit verwandelt sich die Alge in eine Reihe von nutzbaren Produkten wie Biodiesel, Ökostrom, Medikamente, kosmetische Produkte und sogar Lebensmittel.

7. Kot und Essensreste als Antriebsmittel

Ja, richtig gehört. Wie sich herausgestellt hat, ist das ganze restliche Fett, das sich in unseren Abwasserrohren befindet, durchaus noch zu gebrauchen. Das Fett kommt dabei nicht nur von menschlichen Exkrementen, sondern von Essensresten, Abwaschwasser bis hin zu Kosmetikprodukten, die allesamt im Abfluss landen.

Lawrence Pratt, ein Chemieprofessor am New Yorker “Medgar Evers College”, will dieses Fett in Treibstoff verwandeln. Durch einen Prozess, der “Pyrolyse” genannt wird, schmilzt das Fett und dessen Dämpfe werden destilliert.

Daraufhin nimmt die Substanz eine molekulare Struktur an, die dem von Benzin ähnlich ist. Damit kann man einen Lastkraftwagen oder aber eine Wohnungsheizung antreiben.

8. Essbare Drohnen 

Hinter dem Konzept steckt das britische Unternehmen “Windhorse Aerospace”, das sich selbst als “die Zukunft der Hilfslieferung” bezeichnet. Forscher arbeiten daran, eine Drohne mit einer Spannweite von neun Fuß, umgerechnet ungefähr 2,74 Meter, zu bauen, die Nahrungsmittel bis in die ärmsten Gegenden der Welt liefern kann.

Zusätzlich zum Transport von Vorräten könnte die Drohne selbst aus “essbarem Material” wie Honigwaben, komprimiertem Gemüse oder sogar Salami bestehen, heißt es in einem Interview mit der “Financial Times”.

9. Ein soziales Netzwerk zur Steigerung von Ernteerträgen

Wenn Bauern in Kenia, Uganda oder Peru eine Frage zu ihrer Ernte haben, können sie mit der mobilen App “WeFarm” einfach eine Nachricht per Handy verschicken. Dann erhalten sie innerhalb weniger Minuten eine Antwort in ihrer Landessprache.

Der Peer-to-Peer-Service hilft Landwirten, sich über Faktoren zu informieren, die außerhalb ihrer Kontrolle liegen. Zum Beispiel der Klimawandel, sich verändernde Märkte, fehlerhaftes Saatgut und übertragbare Pflanzenkrankheiten.

Allein bis Februar 2016 haben sich mehr als 120.000 Bauern diesem Service angeschlossen und es wurden bereits mehr als 280.000 Fragen beantwortet.

10. Ein riesiger, gefrorener Bunker, in dem Pflanzensamen für Krisensituationen lagern

Norsk Telegrambyra AS / Reuters
Der Global Seed Vault in Spitzbergen

Im Jahr 2008 gründete eine Gruppe von Forschern den “Global Seed Vault” auf einer Inselgruppe nördlich von Norwegen, um einen sicheren Hafen für die weltweite Vielfalt an Samen essbarer Pflanzen zu schaffen.

Der “Global Crop Diversity Trust” hält diese “Backup”-Samen gefroren, bis sie wiederverwendet werden können.

Bis zum Konflikt in Syrien wurde noch nie ein Samen aus dem Eisschrank genommen. Die Samen wurden an eine Genbank nahe der durch den Krieg zerstörten Stadt Aleppo in Syrien zurückgegeben.

11. Ein Muppet, der Kindern dabei hilft, Wichtiges über Hygiene zu lernen

Das ist Raya. Der neueste Zuwachs in der Sesamstraße bringt Kindern in Bangladesch, Indien und Nigeria bei, wie man richtige Hygiene praktiziert. Zum Beispiel, wenn sie eine Toilette benutzen.

“Sesame Workshop”, die gemeinnützige Organisation hinter der Sesamstraße, hat den Charakter 2014 als Teil ihrer “Cleaner, Healthier, Happier”-Kampagne ins Leben gerufen. Im selben Jahr trat Raya auf der Bühne des Global Citizen Festivals in New York auf.

 

12. Strohhalme, die aus Wasser Trinkwasser machen

Ein chemiefreier Strohhalm, genannt “LifeStraw”, ist ein “persönliches mobiles Wasserreinigungswerkzeug”, das 99,99 Prozent der wasserbasierten Bakterien durch einen superfeinen Filterungsprozess entfernt.

Ein LifeStraw benötigt keine elektrische Energie, Batterien oder Ersatzteile und die Herstellung kostet lediglich rund fünf Dollar. 

Der Beitrag stammt von Global Citizen und wurde dort zuerst eröffentlicht. Global Citizen ist eine globale Bewegung junger, engagierter Menschen, die die drängendsten Herausforderungen unserer Zeit bewältigen wollen. Mehr erfahren könnt ihr auf www.globalcitizen.org/de, aktiv werden und euch für eine bessere Welt für alle stark machen.