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21/08/2018 14:00 CEST | Aktualisiert 21/08/2018 14:00 CEST

10 Tipps für einen gesunden Umgang mit Social Media

pixabay rawpixel

Twitter, Facebook, Instagram, WhatsApp und viele weitere Netzwerke machen uns Spaß. Sie rauben uns aber auch Lebenszeit und lenken von allem anderen um uns herum ab. Das lässt sich in der Öffentlichkeit immer schnell beobachten. Pärchen (ich sage mal U40) hängen kontinuierlich am Smartphone. Die sitzen mit ihren Kumpels, der besten Freundin oder mit dem Partner/Partnerin da und wischen die ganze Zeit über ihren Bildschirm. Muss das sein? Was machen die da eigentlich immer? Und was bringt es? Und warum können diese Leute ihr Spielzeug nicht wenigstens in Gesellschaft wegräumen?

Es wird Zeit einmal mit dem Finger zu wedeln, die nackte Wahrheit auszusprechen. 10 Tipps für einen gesunden Umgang mit Social Media und Co. kommen jetzt!

1. Pack dein Smartphone in Gesellschaft weg!

Du kannst gern mal auf die Uhr schauen oder von mir aus auch ein Selfie und/oder schnellein Bild von deinem Essen machen oder deinem Partner schreiben, dass du gut angekommen bist. Aber dann ist genug. Irgendetwas posten (wenn es denn sein muss), kannst du auch nach dem Treffen oder am Abend. Zeige deinem Gegenüber Respekt und habe während des Treffens das Smartphone in der Tasche. Als ich ein Kind war gab es natürlich noch keine Mobiltelefone, dafür war der Fernseher unser Suchtmittel. Meine Mutter hat immer gesagt: „Wenn Kinder zum Spielen kommen bleibt der Fernseher aus. Fernsehen gucken kannst du auch allein.“ Recht hatte sie damit und es lässt sich auch heute auf den Umgang mit dem Smartphone in Gesellschaft übertragen oder nicht?

2. Poste nicht jeden Mist!

Ja, Twitter, Facebook und Co. machen Spaß, aber es macht uns auch abhängig. Von der Meinung anderer, von den „Likes“ und von der Aufmerksamkeit. Und die Leute die deine Bilder sofort „liken“ sind wohlmöglich die, die gerade mit ihrem Partner im Restaurant sitzen und dem echten Menschen vor ihnen keine Aufmerksamkeit schenken. Stelle dir auch immer die Frage: Wen interessiert das wirklich? Und bleib vor allen auf dem Teppich mit deinen Bildern und Ansichten. Bilder über Leute die scheinbar nur im Urlaub sind und ihre Fotos hundertfach durchgefiltert zur Schau stellen nerven und machen dich auch nur unsympathisch und obendrein zu einer Art Werbefigur. Das gleiche gilt für Lebenssprüche etc. Die kann und will auch keiner mehr lesen.

3. Finde dich damit ab, dass du nicht (mehr) berühmt wirst!

Den Rat habe ich mir selbst gegeben. Ja, vielleicht wolltest du ein „wichtiger Influencer“ werden, weil du gesehen hast, dass es andere geschafft haben. Aufwachen! Du wirst es in der Regel nicht! Es reicht nicht in eine Kamera zu sprechen, sein Essen zu fotografieren oder künstliche Selbstportraits zu posten. Und mal ehrlich fühlst du dich damit wohl? Mag sein, dass es Leute geschafft haben damit berühmt zu werden und jetzt soo glücklich und soo reich sind. Geld ist aber auch nicht alles. Um mit Social Media berühmt und/oder reich zu werden, musst du irgendwann dein nahezu gesamtes Leben auf Social Media darstellen. Alles! Schau dir an was Webvideoproduzenten (aka Youtuber und Co.) posten. Das fing vielleicht alles einmal mit dem Fotografieren des Abendessens und das Zeigen von Kosmetik an. Heute zeigen diese Leute ihre Dehnungsstreifen am Bauch, filmen ihre Mütter, ihre Babys, Kosmetik und Klamotten und andere Produkte (Hallo Werbung!). Sogar ihre Hochzeitsanträge müssen zumindest fotografisch für die Internet Follower nachgestellt werden. Das perfekte Foto wurde vorher hundertfach fotografiert und durchgefiltert und das Ganze wirkt durch unrealistische Hintergründe und Körperhaltungen nur noch künstlich und albern. Nein, nein, nein…! Bleib du! Bleib real! Und verkaufe vor allem dein Leben nicht im Internet.

4. Follower im Internet bedeuten offline (auch) nichts

Ich war bei Twitter lange aktiv, viele Jahre. Fast vom Anfang an. Damals zu den Anfängen war Twitter noch auf Englisch und hatte irgendwie ganz andere Themen. Heute ist es (fast) schlimmer als das Fernsehen. Nur abschalten geht kaum. Irgendwann kann man auch nicht mehr über Nachrichten und Meinungen, die man nicht mag hinwegscrollen. Man liest jede Meldung, jede Meinung und auch jedes öffentliche/private Elend mit. Trotz 500 Followern was für eine normale Person schon eine nette Zahl war, habe ich Twitter gelöscht und nicht bereut. Mit zwei, drei Leuten, die ich mittlerweile durch diese Plattform privat kenne, habe ich weiterhin Kontakt. Die anderen? Die sind weg. Die wenigsten werden meinen Weggang bemerkt haben und selbst wenn. Im Internet bist du heute der Held und morgen offline. Aber das echte Leben geht weiter. Gott sei Dank.

5. Räume dein Social Media auf!

Auf welchen Social Media Kanälen bist du überall angemeldet? Überlege dir, wo du deine Zeit investieren willst und lösche andere Kanäle. Jawohl löschen! Das funktioniert heutzutage. Nachdem du auf löschen gedrückt hast ist dein Kanal noch rund 30 Tage erreichbar (auf manchen Plattformen auch kürzer oder manchmal wird man auch gleich gelöscht). Lösche sofort deine Cookies und auch die App um nicht wieder auf dem Kanal zu landen und deinen Account zurückzuholen. Glaube mir, du wirst weiterleben! Natürlich kannst du auch Accounts behalten. Das Internet ist ja Teil unseres Lebens geworden und soll ja auch Spaß machen. Aber ungenutzte Accounts oder Kanäle, die dich eh nur noch nerven und kaum noch Freude und Unterhaltung bieten solltest du ruhig löschen. Bei den übrig gebliebenen Accounts kannst du darüber nachdenken sie auf privat zu stellen (da mache ich gerade ein Selbstexperiment dazu).

6. Räume dein Smartphone auf!

Schaue auf dein Telefon und überlege dir welche Apps du überhaupt (noch) brauchst und nutzt. Lösche Apps und Fotos die nicht mehr wichtig für dich sind. Du musst auch nicht jeden Kontakt in deinem Telefonbuch haben (und damit ja auch in WhatsApp!). Überprüfe auch mal die Datenschutzeinstellungen in deinem Telefon und in den Apps.

7. Schalte deine Töne im Smartphone auf stumm

Den Klingelton kannst du natürlich anlassen. Ich habe von meinem Partner den Messenger-Ton an, die anderen Messenger-Töne sind aus. Denn ich möchte bestimmen, wann ich an mein Handy gehe. Keine Nachricht wird so wichtig sein, dass man sie sofort lesen muss. Und Anrufen gibt es ja (zur Not) auch noch! Stelle auch andere Töne auf stumm, das beginnt bei WhatsApp-Nachrichten, über E-Mail und anderen Pushnachrichten. Und stell auch die Vibrations- und Lichtsignale aus. Alles auf stumm. Du wirst weiterleben! Es lohnt sich auch den „Bitte nicht stören“ – Modus zu aktivieren. Dort kannst du die Uhrzeit eingrenzen in welcher Zeit du für Töne, Kontakte und Mitteilungen nicht erreichbar sein willst. Heutzutage nimmt nämlich kaum noch jemand Rücksicht auf Uhrzeiten. Und um Mitternacht Nachrichten zu bekommen (Piep, piep, piep, blink, blink, blink!) ist weniger lustig. Du entscheidest wann du mit deinem Spielzeug spielen willst, nicht das Spielzeug selber!

8. Gehe in keine Social Media Gruppen

Ja, das ist jetzt vielleicht hart für einige. Meine Meinung ist aber, Finger weg von Gruppen! Selbst wenn anfangs in Gruppen ein reger Austausch des Themas stattfand wird es nachlassen und dann kommt in der Regel nur noch Müll (Sorry!). Wenn du Selbsthilfegruppen oder Stammtische besuchen willst, besuche sie lieber im richtigen Leben. Gruppen vereinsamen irgendwann oder es werden nur noch Sprüche, Grüße und animierte Internetbildchen zu den Jahreszeiten gepostet. Finger weg von Gruppen! Dein Telefon zeigt dir nur ständig (in der Regel mit Ton!) neue Nachrichten an, die kaum qualitativ von Nutzen sind. Sortiere auch Menschen aus deinem Telefon aus, die dich ständig mit unnützen Nachrichten bombardieren.

9. Telefoniere wie ein normaler Mensch!

Man kann nur den Kopf schütteln, wenn man heute Menschen beim Telefonieren zusieht. Da wird das Handy angeschrien, es wird sich in einer unglaublichen Lautstärke unterhalten, oft mit Livebild des Gesprächspartners oder es werden Sprachnachrichten verschickt und die Antworten dann so abgehört, in dem man die Lautsprecheröffnung des Telefons waagerecht an das Ohr hält. Die erste Version nervt nur noch und die zweite Fassung sieht einfach nur noch affig aus. Für alle die es vielleicht nicht wissen. Man kann die Sprachnachricht auch über den ganz normalen Lautsprecher am Telefon, in dem man das Telefon normal ans Ohr hält, anhören. Zu der lauten Videotelefonie fällt mir wirklich nichts mehr ein. Warum kann man unterwegs nicht mehr ganz normal telefonieren, ohne andere zu belästigen? Den Vortrag über externe Handylautsprecher in der Öffentlichkeit erspare ich euch an dieser Stelle…

10. Das echte Leben ist immer wichtiger als das Onlineleben!

Auch wenn ich jetzt wie eine alte Mutti herüberkommen sollte, aber das echte Leben was um dich herum stattfindet sollte immer wichtiger sein als die Welt im Internet/im Smartphone. Der Mensch vor dir sollte immer die Aufmerksamkeit haben, nicht der Follower oder die Klicks im Internet.

pixabay LoboStudioHamburg

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