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28/01/2015 05:51 CET | Aktualisiert 30/03/2015 07:12 CEST

Besserer Sex ist möglich!

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Elisa Klüver - Trainerin für Orgasmische Meditation und Intimitäts-Coach schreibt eine Serie von Tipps für ein besseres Sexleben basierend auf ihren eigenen Erfahrungen und auf den Effekten der meditativen wie sexuellen Partnerpraktik "OM".

Heute: Tipp eins: Fühle Deine Scham!

Ich versprach ihm einen Videolink zu einer Sexszene, die wir umsetzen könnten. Er schaute sich das Video an und mir flatterte es in der Herzgegend so sehr, dass ich mich am liebsten unter einer Decke verstecken wollte. Ich war mir sicher, dass es der Hauptdarstellerin sehr gefiel - 'anständig' behandelt wurde sie allerdings nicht...

Ich spüre zwar Scham, aber mittlerweile hält sie mich immer weniger davon ab, mich selber und all meine Facetten zu leben. Ich habe den Zustand der Beschämung umdefiniert für mich - es ist aufregend und belebend, Menschen in Teile von mir hineinzulassen, wo vielleicht sogar noch nie jemand war. Wenn etwas mir ordentlich die Schamesröte ins Gesicht treibt, dann weiß ich, dass ich jetzt gerade meine Grenzen erweitere.

Raus aus der Komfortzone und rein in den Bereich der Ehrlichkeit und Scham, wo wir uns selber besser kennenlernen und unsere Verbindung vertiefen.

Den Wunsch mich ganz hingeben zu können, Kontrolle abzugeben und von einem Strudel intensiver Empfindungen (die auch schmerzhaft sein können) mitgerissen zu werden, habe ich schon lange. Ihn implizit oder explizit anzusprechen ist mir früher allerdings nicht gelungen.

Dann begann ich zu "OMen" - das heißt regelmäßig Orgasmische Meditation (OM) zu praktizieren - und habe mich seitdem neu erfunden. OM wird auch als Yoga für das Sexleben bezeichnet und es ist am effektivsten, wenn man es regelmäßig praktiziert. Dann unterstützt es einen sowohl beim Aussprechen von Wünschen als auch dabei, ganz bewusst in seinen Körper und seine Empfindungen einzutauchen.

Durch das bewusste Erleben intensiver Empfindungen im Körper durch OMen, wie beispielsweise Kribbeln, Hitze, oder ein Gefühl von Schwere oder Ausdehnung, wird auch die Enge in der Magengegend oder das pochende Herz, das es bei Scham zu erleben gilt, zu reiner Empfindung. Auf einmal muss man nicht mehr davor fliehen, sondern kann die Dinge einfach fühlen.

Wenn ich nun etwas besonders Intimes oder Beschämendes preisgebe (auch außerhalb des sexuellen Kontextes), habe ich immer noch das latente Bedürfnis, mich zu übergeben. Dann spüre ich das Blut an der Oberfläche meiner Haut pulsieren, mein Herz rasen, und das intensive Gefühl, lebendig zu sein.

Die Umsetzung der beschämenden Fantasie ist hier übrigens irrelevant, Hauptsache du hast es gesagt und befindest dich noch in dem sensiblen Zustand eines oder einer 'gerade Entblößten'.

Also, Tipp Nummer Eins für ein intensiveres Sexleben: Sprich etwas aus, das dich beschämt. Formuliere es als Bitte oder nur als Eingeständnis ('ich fühle mich gerne unterlegen'), verweise auf eine Filmszene, die dir gefällt oder wie auch immer.

Egal ob mit einem neuen oder langjährigen Partner, mit einem Eingeständnis von etwas, dass du sonst nicht erwähnen würdest, stellst du sofort und sekundenschnell mehr Nähe und Verbindung zwischen euch her - der beste Nährboden für erfüllenden Sex.

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