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05/12/2015 08:58 CET | Aktualisiert 05/12/2016 06:12 CET

Lieblingstonträger: EL VY - Return to the Moon

Neues von The National und Neues von Menomena - quasi. Matt Berninger und Brent Knopf haben sich nämlich zusammengetan und eine neue Band gegründet. Als EL VY haben sie nun ihr Debütalbum veröffentlicht.

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Obwohl zwischen den Heimatorten der beiden fast ganz Amerika liegt (Matt kommt aus Cincinnati, Brent aus Portland), kennen sie sich schon ewig - ungefähr so lange, wie es die beiden Bands überhaupt gibt.

Gemeinsam hatten sie ihre jeweilige erste Tour durch die USA. Dabei haben sich Matt und Brent besser kennen lernen können, wurden Freunde und haben sogar das ein oder andere Mal schon etwas aufgenommen.

Mehrere Jahre hat Matt nun schon einen Ordner mit solchen gemeinsamen Aufnahmen auf seinem Rechner. Nach jahrelangem Mail-Hin- und Hergeschicke von Song-Fragmenten, also einzelnen Melodien und Lyrics, haben sich Matt und Brent erst Ende letzten Jahres getroffen, um das mit der gemeinsamen Band richtig anzugehen und ein Debütalbum aufzunehmen.

Nun gibt es also EL VY - das übrigens der Plural von Elvis sein soll und so ausgesprochen wird, dass es sich auf Hell Pie reimt.

Dass in der Platte viel Zeit und Erfahrung steckt, hört man. Mit all diesen Geschichten, die Matt Berninger erzählt, wirkt das Album fast wie ein musikalisch untermaltes Hörbuch.

Die erste Single "Return to the Moon" (die bereits Mitte August erschienen ist), hat diese angenehme Leichtigkeit, die besonders von Brent Knopfs Gitarre generiert wird und mit Matt Berningers tiefer, eindringlicher Stimme so wahnsinnig gut funktioniert.

Im Song geht es um die fiktive Figur Didi, der auf der ganzen Platte die Hauptperson darstellt und seine Geschichten erzählt.

Allerdings sagt Matt Berninger selbst auch, dass die Lyrics des Albums die autobiographischsten seien, die er jemals geschrieben habe. So geht es also um Liebe (natürlich), Einsamkeit (natürlich) und die freudige Nachricht, dass Paul doch noch am Leben ist (hurra!).

Apropos, letzterer Song, also "Paul is Alive", ist unserer Meinung nach einer der stärksten Songs vom Album. Er handelt von der Jugend Matt Berningers in Cincinnati und dem anstrengenden Prozess, in Persönlichkeit und Leben hineinzuwachsen. In einem Statement zum Track sagte er:

"I think 'Paul Is Alive' is about finally finding the water that you can breathe in, finding a place or a person that makes you feel like you. It's very much my story of what Cincinnati was like, growing up and falling in love with music, discovering these little places where like-minded people could find each other."

Eine weitere Perle ist "No Time to Crank the Sun" - ein eher ruhigerer, sehr sentimentaler Track, begleitet von zunächst schüchterner Elektronik, die ab Minute 2:30 im Hintergrund aber immer mehr aufquellt.

Der Protagonist leidet unter einem nomadischen Drang, er muss immer weiterziehen, um etwas zu finden, das er jetzt noch nicht kennt. Und das möglichst schnell. Hier gibt es eine Live-Version vom Song:



Auch "Sleeping Light" ist ein Lieblingssong auf Return to the Moon.

Die ersten paar E-Piano Klänge erinnern an den Klang des deutschen Pianisten Martin Kohlstedt. Der Song handelt von dem Bedauern, eine geliebte Person gehen gelassen zu haben. Der Protagonist betont allerdings, dass er dennoch weiterhin für jene Liebe da sein wird.

"If you're riding a nightmare and you can't go home

And you wanna come by, cause you can't be alone

I'll be right here with my hand on the phone

Sleeping light."

"Silent Ivy Minute" gefällt mindestens genauso gut. Die langsamen, schweren Riffs und Beats, dazu der hohe Chorgesang und Matts gewohnt tiefe Stimme, die im Refrain fast sanft wird, um dann noch mal richtig auszubrechen - fantastisch.

Auf Return to the Moon findet sich die perfekte Mischung aus einfühlsamen, ruhigeren Songs und schrammigen Gittaren und harten Riffs. Gerade die drei letzten Songs sind noch einmal schrammiger - gut, "Careless" beginnt recht ruhig, entwickelt sich aber mit der Zeit.

"Need A Friend" ist die letzte Single-Auskopplung der Platte. Auch hier hört man eine etwas schrammigere Gitarre, treibende Akkorde und ein prägnantes Schlagzeug. Dies begleitet von der repetitiven Lyrics "This is heartbreaking, heartbreaking, heartbreaking" macht diesen Song zum Prägnantesten.

Die Kombination aus The National und Menomena scheint übrigens wohl so ein Trend zu sein. Erst im März haben Schlagzeuger und Sänger von Menomena (Danny Seim) und der Schlagzeuger von The National (Bryan Devendorf) als Pfarmers einen gemeinsamen Track veröffentlicht.

Auch dort wurde schon bewiesen, wie wahnsinnig gut diese beiden Bands zusammenpassen - warum eigentlich nicht aufs Ganze gehen, und eine Mega-Group erschaffen, bestehend aus allen Mitgliedern von The National und Menomena? Bis dahin begnügen wir uns erstmal noch mit der Fusion aus Matt und Brent und hören Return to the Moon in Dauerschleife.

Tracklist: EL VY - Return to the Moon

01. Return to the Moon (Political Song for Didi Bloome to Sing, with Crescendo)

02. I'm the Man to Be

03. Paul Is Alive

04. Need a Friend

05. Silent Ivy Hotel

06. No Time to Crank the Sun

07. It's a Game

08. Sleepin' Light (feat. Ural Thomas)

09. Sad Case

10. Happiness, Missouri

11. Careless

Return to the Moon von EL VY wurde am 30. Oktober 2015 via 4AD veröffentlicht.

(Auch auf Huffington Post)

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