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07/07/2015 06:45 CEST | Aktualisiert 07/07/2016 07:12 CEST

Tsipras feiert einen Sieg, der für das Land keiner ist

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Das Votum der Griechen haben wir zu akzeptieren. Das Ergebnis aber ist eine Katastrophe. Tsipras hat die Menschen in Griechenland in Bezug auf die Konsequenzen des Referendums in die Irre geführt. Eine derartig demagogische Kampagne hätte ich in Europa nicht für möglich gehalten. Tsipras feiert jetzt einen Sieg, der für das Land keiner ist.

Griechenland dürfte nun relativ schnell von der bitteren Realität eingeholt werden. Die Leidtragenden sind die Menschen. Die Vorstellung, dass ein Land dem Rest Europas den Kurs vorgeben kann, ist schon eine seltsame Vorstellung von Demokratie und deutet auf ein gehöriges Maß an Selbstüberhöhung hin. Ich weiß nicht, wie nach der Hetze der letzten Tage gegen den Rest von Europa überhaupt vernünftige Gespräche mit der griechischen Regierung stattfinden können.

Der Rücktritt von Herrn Varoufakis war überfällig und mag helfen, das vergiftete Gesprächsklima zwischen Griechenland und der Eurogruppe wieder etwas zu verbessern. Aber im Kern geht es um Inhalte, nicht um Personen. Eine schnelle Lösung ist für mich undenkbar. Um im Euro zu bleiben, muss Herr Tsipras jetzt genau das tun, wogegen er sein eigenes Volk aufgestachelt hat.

Der Ball liegt in Athen. Herr Tsipras muss umgehend mit der konkreten Umsetzung der Reformen beginnen, die er in seinem Vorschlag an die Troika selbst aufgeführt hatte. Ankündigungen werden nicht reichen. Es sind substanzielle Vorleistungen nötig, um wieder eine gemeinsame Vertrauensbasis zu schaffen.


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