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22/12/2015 13:57 CET | Aktualisiert 22/12/2016 06:12 CET

9 Sätze, die intelligente Menschen in Unterhaltungen niemals verwenden

Robert Benson via Getty Images

Jeder von uns hat schon einmal etwas gesagt, was bei unserem Gegenüber völlig anders ankam, als wir eigentlich beabsichtigt hatten.

Durch diese scheinbar harmlosen Kommentare fühlt man sich plötzlich, als wäre man richtig ins Fettnäpfchen getreten. Verbale Ausrutscher kommen oft vor, wenn wir etwas sagen und uns dabei nicht klar ist, welche unterschwellige Botschaft mit der Aussage verknüpft ist.

Um diese unterschwelligen Botschaften zu verstehen, braucht man soziales Bewusstsein - die Fähigkeit, Verständnis für die Gefühle und Erfahrungen anderer Menschen aufzubringen.

TalentSmart hat die Emotionale Intelligenz (EQ) von über einer Million Menschen untersucht und kam zu dem Ergebnis, dass es vielen von uns an sozialem Bewusstsein mangelt.

Es mangelt uns an sozialem Bewusstsein, weil wir uns so darauf konzentrieren, was wir als nächstes sagen wollen - und inwiefern uns das betrifft, was die anderen sagen -, dass wir überhaupt nicht mehr über die anderen Menschen nachdenken.

Das ist ein Problem, denn Menschen sind kompliziert.

Man kann nicht erwarten, dass man jemanden versteht, wenn man ihm oder ihr nicht seine komplette Aufmerksamkeit schenkt.

Das Gute an sozialem Bewusstsein ist, dass man durch ein paar einfache Änderungen an seinen Aussagen die Beziehungen zu anderen Menschen verbessern kann.

Aus diesem Grund findest du nachfolgend einige Sätze, die emotional intelligente Menschen in Smalltalksituationen vermeiden.

Mit den folgenden neun Sätzen greifst du andere am Schlimmsten an. Du solltest sie unbedingt vermeiden.

1. „Du siehst müde aus."

Müde Menschen sind äußerst unattraktiv - sie haben Augenringe und zerzaustes Haar, sie können sich schlecht konzentrieren und sind richtig schlecht gelaunt. Wenn man jemandem sagt, dass er müde aussieht, wirft man ihm all das und noch mehr vor.

Was du stattdessen sagen solltest: „Ist alles in Ordnung?"

Viele Menschen fragen, ob jemand müde ist, weil sie helfen wollen (sie wollen eigentlich wissen, ob es der Person gut geht). Bevor du über den Gemütszustand einer anderen Person spekulierst, frag einfach nach. Denn dann kann dein Gegenüber sich öffnen und sich dir mitteilen. Außerdem wird man dich dann für mitfühlend und nicht für unhöflich halten.

2. „Wow, du hast unglaublich abgenommen!"

Ein ebenfalls gut gemeinter Kommentar - in diesem Fall ein Kompliment -, der den Eindruck erweckt, dass du Kritik üben willst. Einer Person zu sagen, dass sie viel abgenommen hat, impliziert, dass sie vorher dick oder unattraktiv ausgesehen hat.

Was du stattdessen sagen solltest: „Du siehst fabelhaft aus."

Das kann man sich leicht angewöhnen. Anstatt zu vergleichen, wie eine Person jetzt aussieht und wie sie früher aussah, mach ihr doch einfach ein Kompliment für ihr tolles Aussehen. Damit lässt du die Vergangenheit aus dem Spiel.

3. „Du warst ohnehin zu gut für sie."

Wenn jemand eine Beziehung beendet, egal ob persönlich oder geschäftlich, impliziert dieser Kommentar, dass der andere einen schlechten Geschmack hat und von Anfang an die falsche Wahl getroffen hat.

Was du stattdessen sagen solltest: „Pech für sie!"

Durch diese Aussage drückst du ebenfalls Mitgefühl und Optimismus aus, doch du übst dabei keine Kritik.

4. „Immer machst du..." oder „Nie machst du..."

Niemand macht etwas immer oder niemals. Menschen empfinden sich selbst als vielschichtig und deshalb solltest du auch nicht versuchen, sie in eine Schublade zu stecken. Diese Sätze drängen Menschen in die Defensive und sie nehmen deine Botschaft nicht mehr wahr. Das ist gar nicht gut, da man solche Sätze meist dann verwendet, wenn man etwas Wichtiges besprechen will.

Was du stattdessen sagen solltest:

Erkläre lieber, mit welchem Verhalten der anderen Person du ein Problem hast. Bleib bei den Tatsachen. Wenn die Häufigkeit des Verhaltens eine Rolle spielt, kannst du immer noch sagen:

„Ich habe den Eindruck, dass du das oft machst." Oder: „Du machst das so häufig, dass es mir auffällt."

5. „Du siehst gut aus für dein Alter."

Die Einschränkung „für dein" zu verwenden, wirkt immer herablassend und unhöflich. Niemand will intelligent für einen Sportler sein oder gut aussehen im Verhältnis zu anderen, die auch fast am Abkratzen sind. Menschen wollen ganz einfach nur intelligent und fit sein.

Was du stattdessen sagen solltest: „Du siehst toll aus."

Auch das kann man sich leicht angewöhnen. Ernst gemeinte Komplimente muss man nicht abstufen.

6. „Wie ich bereits sagte..."

Jeder vergisst hin und wieder etwas. Dieser Satz erweckt den Anschein, als wärst du beleidigt, weil du dich wiederholen musst, was dem Adressaten (jemandem, den deine Meinung ehrlich interessiert) gegenüber unfair ist. Wenn man beleidigt ist, weil man sich wiederholen muss, lässt dies darauf schließen, dass man unsicher ist oder sich für etwas Besseres hält (oder beides!). Doch dies trifft auf die wenigsten Menschen zu, die diesen Satz verwenden.

Was du stattdessen sagen solltest:

Wenn du etwas zum zweiten Mal sagst, versuche dieses Mal die Botschaft klarer und auf interessantere Weise rüberzubringen. Dann erinnert sich dein Gegenüber auch daran, was du gesagt hast.

7. „Viel Glück."

Dieser Satz ist verzwickt. Es ist gewiss kein Weltuntergang, wenn man jemandem viel Glück wünscht, doch du kannst einen besseren Ausdruck verwenden, da dieser Satz impliziert, dass dein Gegenüber Glück braucht, um Erfolg zu haben.

Was du stattdessen sagen solltest: „Ich weiß, dass du es schaffen kannst."

Das ist besser als der anderen Person Glück zu wünschen, denn wenn du ihr sagst, dass sie alle Fähigkeiten besitzt, um erfolgreich zu sein, fördert dies ihr Selbstvertrauen extrem. Außerdem hebst du dich dadurch von allen anderen ab, die ihr einfach nur Glück wünschen.

8. „Das weißt du selbst am besten" oder „ ist mir egal".

Auch wenn dir die Frage eigentlich egal ist, ist der fragenden Person deine Meinung wichtig (denn sonst würde sie gar nicht erst fragen).

Was du stattdessen sagen solltest: „Ich tendiere zwar zu keiner der Optionen, aber du solltest Folgendes bedenken..."

Wenn du deine Meinung zu etwas abgibst (auch wenn du dich dabei nicht auf eine der Optionen festlegst), vermittelst du der Person, die dich fragt, den Eindruck, dass sie dir wichtig ist.

9. „Also wenigstens habe ich niemals ___."

Durch diesen Satz lenkst du auf aggressive Weise die Aufmerksamkeit von deinem Fehler auf einen früheren, vermutlich unwichtigen Fehler der anderen Person (einen Fehler, den du ihr schon längst hättest vergeben sollen).

Was du stattdessen sagen solltest: „Es tut mir Leid."

Wenn man seinen eigenen Fehler eingesteht, kann man ein vernünftigeres und ruhigeres Gespräch führen und alles klären. Die eigene Schuld zuzugeben kann Eskalation verhindern.

Bei alltäglichen Gesprächen können kleine Dinge große Wirkung zeigen. Probiere diese Vorschläge aus und du wirst erstaunt sein, welch positive Reaktionen du darauf bekommst.

Dieser Artikel ist ursprünglich bei der Huffington Post USA erschienen und wurde von Susanne Raupach aus dem Englischen übersetzt.

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