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10/02/2017 11:40 CET | Aktualisiert 11/02/2018 06:12 CET

WARUM EMOTIONEN GERADE JETZT SO WICHTIG SIND

There is no more B2B or B2C. It's H2H - Human to Human

Emotionen haben im Job nichts verloren. Dieser Glaubenssatz hielt sich hartnäckig in den Führungsetagen und folglich bei den Mitarbeitern. Denn lange genug suggeriert, wird es zu unserem eigenen Glaubenssatz. Das digitale Zeitalter beschleunigt nicht nur die Kommunikation, sondern verändert auch das Denken und Handeln der Menschen.

Aber nicht nur das Führungsverhalten ändert sich. Auch das Marketing, Kaufentscheidungen und der Ort, an dem die Menschen leben und arbeiten, vollziehen sich einem Wandel. Emotionen stehen dabei immer mehr im Vordergrund. Denn Emotionen sind sexy. Sie schaffen Vertrauen und sorgen dafür, dass sich Menschen miteinander verbinden. Und vor allem: Alle Entscheidungen werden im Leben durch Emotionen gesteuert. Gemeinsam etwas schaffen und sich entwickeln. Neues Business entsteht, in dem der Mehrwert für den Kunden im Vordergrund steht.

Emotionale Ansteckung

Tagtäglich geben wir uns unbewusst der emotionalen Ansteckung hin. Ein Lächeln löst durch unsere Spiegelneuronen hinter den Augen eine Reaktion aus und wir lächeln zurück. Das Phänomen des Gähnens ist jedem bekannt und wir können uns dem nicht entziehen. Wenn ein Lebewesen gähnt, dann gähnen wir mit. Entschuldigung, haben Sie etwa jetzt durch Ihre Bilder im Kopf gerade gegähnt? Auch Lachen wirkt ansteckend, dem wir uns ab einem gewissen Punkt nicht mehr entziehen können. Für mich eine der stärksten Kräfte besitzt die Musik. Sie lässt uns traurig und nachdenklich sein oder sorgt dafür, dass wir vor Freude alles um uns herum vergessen.

Emotionen schaffen Vertrauen und Vertrauen ist uns auch als Intuition bekannt. Dies hat auch die Werbung verinnerlicht. Somit sieht man im TV-Werbespot einer bayerischen Automarke lauter emotionale Sequenzen, bei der die Freude am Fahren in bewegten Bildern präsentiert wird. Dadurch werden die Eindrücke sehr gut von unserem Gehirn gespeichert und die Zielgruppe identifiziert sich mit dem Fahrzeug. Das wirklich interessante an diesem Spot ist, es wird kein einziges Wort gesprochen und vermittelt doch die gewünschte Botschaft. Psychologisch gesehen gibt es immer einen emotionalen Grund, um ins Handeln zu kommen.

Der Sitz der Emotionen

Wo sitzen Emotionen oder besser, wo haben sie ihren Ursprung? Dazu machen wir eine kurze Reise ins Gehirn. Alle bewussten Entscheidungen werden durch unser Großhirn gesteuert. Logisch-rational denkende Menschen glauben, dass sie ebenfalls hier ihre Entscheidungen treffen. Moderne Untersuchungen der Hirnforschung haben belegt, dass alle Entscheidungen emotional getroffen werden und somit Emotionen unsere Entscheidungen steuern. Dies jedoch nicht im Großhirn, sondern im Zwischenhirn.

Emotionen haben immer eine Geschichte und wir können erklären, warum es zu etwas kam. Sie äußern sich durch Freude, Begeisterung, Wut, Trauer, Hass, Zorn, Angst, Lust, Leidenschaft oder Sehnsucht, um nur einige zu nennen. Sie sind überall dort, wo Menschen sich begegnen. Denn wir folgen unbewusst dem „AuA-Prinzip." Dem Wunsch nach Aufmerksamkeit und Anerkennung. Dies ist auch der Motor, warum sich Menschen durch Emotionen miteinander verbinden, sich entwickeln und gemeinsam etwas schaffen.

Emotionen in Unternehmen

Gerade junge Unternehmen haben die Kraft der Emotionen erkannt. Hier wird viel Wert auf Teamarbeit gelegt und nicht auf Einzelkämpfer, die nur zu den Pausen oder zum Meeting auf Kollegen treffen. Fühlt der Mensch sich wohl, kann er Potenzial abrufen, welches ihm sonst verborgen bliebe. Gefördert durch gemeinsames Mittagessen im Unternehmen, das der eigene Chef de Cuisine kreiert hat. Somit wird die Pause zum zwanglosen Brainstorming und zwischenmenschlicher Verbindung. Kreativität braucht Raum. Ebenso Respekt und Rücksichtnahme aufeinander. Entspannen tut hier auch der beruhigende Unternehmenshund, der jede Menge Streicheleinheiten bekommt und immer mehr Freiwillige zum Gassi gehen hat, als er Gassi gehen muss.

Ohne Emotionen ist der Verstand völlig hilflos und wir wären nicht in der Lage, eine für uns positive Entscheidung zu treffen. Unser Leben wäre grau und einfältig. Besonders deutlich wird dies beim Thema Geld. Geld ist ein Werkzeug, dass uns befähigt, unsere Wünsche zu erfüllen. Ob nun als Eigennutz oder um sich sozial zu engagieren. In beiden Fällen führt es zum gleichen Ergebnis: Freude und Erfüllung. Und doch stecken in vielen Köpfen der Menschen, zum Thema Geld, eine Vielzahl an Memen. Gemeint sind negative Glaubenssätze. Zum Beispiel: „Geld verdirbt den Charakter." Ich bin der Meinung: Geld zeigt den Charakter. Nicht mehr und nicht weniger. Sicherlich kennen Sie auch noch einige Glaubenssätze aus der Vergangenheit. Wie: „Geld ist nicht so wichtig", „Reiche sind auch nicht glücklicher" oder „wir sind zwar arm, aber ehrlich."

Wir bewegen uns in einer sehr spannenden Zeit, in der viele Geschichten neu geschrieben werden. Wie und wo werden wir Menschen in Zukunft leben und arbeiten? Was ändert sich im zwischenmenschlichen Miteinander? Was ändert sich im Verkauf und Vertrieb? Denn eines steht bereits jetzt schon fest: „There is no more B2B or B2C. It's H2H - Human to Human."