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14/03/2016 14:38 CET | Aktualisiert 15/03/2017 06:12 CET

Die Macht der Worte

Robert Nicholas via Getty Images

Diese Woche habe ich von einem Radiomoderator schon wieder gehört: "Heute ist Bergfest (Mittwoch). Nur noch zwei Tage durchhalten und dann ist Wochenende."

Gut gemeint, aber nicht gut. Das Leben besteht nicht nur aus durchhalten. Wer sein Leben unterteilt in Arbeit und den Rest davon, der macht sich klein, der entwickelt nachgewiesen Frust auf lange Zeit. Arbeit ist ein Bestandteil unseres Lebens, bei dem das Leben im Alltag all zu oft vergessen wird. Vor allem die Freude und die Aufmerksamkeit für den Moment. Denn genau der geht verloren, wenn ich so lebe.

Radiomoderatoren werden für die Moderation geschult, für den Aufbau und den Inhalt. Aber bitte doch auch für den Sinn, den sie ihren Worten beimessen. Denn Worte haben Macht, besonders wenn sie über das Radio ausgestrahlt werden.

Das Gehirn ist ein Erlebnisspeicher und kein Datenspeicher

Worte lassen Bilder bei den Hörern entstehen und Bilder beeinflussen und steuern uns jeden Tag. Das Gehirn ist ein Erlebnisspeicher und kein Datenspeicher.

Der Grundsatz - bad news are good news - sollte in einer Zeit, in der die Welt auseinander zu brechen droht, überdacht werden. Die Menschen sind verwirrt, wenn nicht sogar orientierungslos.

Jeder sucht sich nach seiner Persönlichkeit einen Strohhalm, an dem er sich festhalten kann. Etwas, was ihn leitet. Eine große Chance, aber auch eine große Gefahr sich einer nicht zielführenden Idiotie anzuschließen. Die Macht der Worte wird hier eindrucksvoll genutzt. Leider nicht im Positiven.

Wir müssen lernen uns gegenseitig wieder wertzuschätzen

Die Menschen sehnen sich mehr denn je nach Anerkennung und Wertschätzung. Sie folgen den Worten, den Impulsen die sie hören. Dass auch gute Nachrichten eine große Wirkung haben können, durfte ich als Buchautor selbst erfahren.

Nachdem ich im September des vergangenen Jahres ein persönliches Erlebnis veröffentlichte, haben dies bis heute weltweit mehr als 18 Millionen Menschen gelesen. Viele davon sind meinem Impuls gefolgt und ins Handeln gekommen. Dabei ging es um Wertschätzung und Nächstenliebe.

Wenn wir uns immer nur mit dem Negativen befassen, dann entsteht in den Köpfen auch Negativität. Warum nicht die Gewohnheit ändern in "good news are good news". Mehr davon berichten, was alles Gutes im Alltag passiert und Menschen wertschätzen, die dafür verantwortlich sind.

Den Hörer animieren, sich bei den meist uneigennützigen Helfern zu bedanken, die so selten ein Dankeschön dafür erhalten, dass sie einfach sind, wie sie sind und tun was sie tun. Auch damit kann man Hörer binden, statt aus der Gewohnheit inhaltslose Phrasen über den Äther zu schicken.

Unser Leben ist zu wertvoll um einfach nur durchzuhalten

Ich würde mich freuen, wenn Radiomoderatoren raus aus ihrer Moderationsgewohnheit kommen. Über den Tellerrand schauen und auch hinterfragen, was sie bisher gemacht haben, um sich weiter zu entwickeln und frische und positiv wirkende Botschaften zu vermitteln.

Sie haben einen tollen, aber auch wichtigen Job. Denn unser Leben ist zu wertvoll, um nur durchzuhalten. Und wir haben nur das Eine.

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