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22/11/2013 07:46 CET | Aktualisiert 22/01/2014 06:12 CET

Lasst die Azubis mit ihrem Boss diskutieren!

Partizipation, Austausch, Vernetzung sind bei sozialen Medien wie Facebook, Twitter & Co. längst selbstverständlich. In den meisten Unternehmen jedoch nicht. Dort wird weiterhin mit Tools der 1990er Jahre - Telefon, Fax, E-Mail, klassische Meetings - kommuniziert und informiert.

Partizipation, Austausch, Vernetzung sind bei sozialen Medien wie Facebook, Twitter & Co. längst selbstverständlich.

In den meisten Unternehmen jedoch nicht. Dort wird weiterhin mit Tools der 1990er Jahre - Telefon, Fax, E-Mail, klassische Meetings - kommuniziert und informiert.

Gut für die Hierarchien, schlecht für die Zukunft der Unternehmen.

Denn dem Social Web sei dank leben wir inzwischen in einer „Transparenzgesellschaft". Vertraut wird nur denen, die Transparenz herstellen. Mitarbeiter achten deshalb sehr genau darauf, welches Maß an Transparenz, Vertrauen und Flexibilität ihnen ein Arbeitgeber gewährt. Unternehmen sind gut beraten, dies zur Kenntnis zu nehmen. Schließlich sind sie immer stärker von dem Wissen, der Kreativität und der Motivation ihrer Mitarbeiter abhängig. Das gilt nicht zuletzt für die Vertreter der Generation Y, die jetzt als hochqualifizierte Arbeitskräfte in die Unternehmen kommen.

Innovativen Wissens- und Kommunikationsplattformen, etwa Microbloggings, Wikis oder Social CRMs, gehört in Unternehmen die Zukunft. Denn sie tragen wesentlich dazu bei, Effizienz und Effektivität zu steigern sowie Unternehmen innovationsfähig zu halten. Schließlich ermöglichen sie das intelligente Vernetzen von Menschen, das Teilen von Wissen und Informationen. Kurz: Die schlummernden Potenziale in Unternehmen lassen sich auf diese Weise aktivieren.

Das Social-Prinzip erfordert allerdings eine andere Art derMitarbeiterführung.

Moderation wird wichtiger als Kontrolle, Kommunikation und Information werden direkter.

Plötzlich redet der Azubi im Blog direkt mit dem Geschäftsführer - und das für alle sichtbar! Für Mitarbeiter und Führungskräfte ist das zunächst ungewohnt. Ängste und Widerstände können auftreten. Daher gilt es, die Vorteile des Social-Prinzips für das Unternehmen und für jeden Einzelnen erlebbar zu machen.

Bei der Implementation einer "Sozialen Kommunikationsplattform" ist zu berücksichtigen, dass konkrete Anwendungsfälle umgesetzt werden, die den beteiligten Mitarbeitern schnell den persönlichen Nutzen aufzeigen. Um diese zu identifizieren, wird analysiert, wo der Schuh drückt. Dann wird, gemeinsam mit den zukünftigen Nutzern, der Anwendungsfall beschrieben und umgesetzt.

So könnten beispielsweise die Abteilungsleiter und Geschäftsführer ihre Themen in einer geschlossenen Gruppe eines Microblogs diskutieren und so etwa die Agenda der nächsten Sitzung vorbereiten.

Ein anderes Beispiel kann der Vertrieb sein: Über das soziale Unternehmensnetzwerk sind die Vertriebsmitarbeiter mit den Presales-Experten oder Projektmanagern vernetzt und können Kundenanfragen schnell und einfach klären. Der Kunde erhält so schneller qualitativ hochwertige Antworten oder ein noch passgenaueres Angebot. Einmal umgesetzt muss das „neue Arbeiten" alltäglich werden, und die umgesetzten Lösungen bedürfen einer regelmäßigen Optimierung.

Ganz wichtig: Alte Arbeitsweisen werden konsequent abgeschafft. Alle, auch und gerade die Vorgesetzten, arbeiten auf der neuen Plattform und tragen so zu einer schnellen Adaption in den Organisationen bei.

Für die Einführung des Social-Prinzips ist es also sinnvoll, schrittweise vorzugehen, zum Beispiel in einem Team oder mit einem konkreten Anwendungsfall zu beginnen. Quickwins erleichtern es, dass Führungskräfte wie Mitarbeiter erkennen, dass der eingeschlagene Weg richtig ist. Die Bereiche Technik, Prozesse und Kultur bei der Einführung des „Social"-Prinzips im Unternehmen in gleichem Maße zu beachten sowie das konsequente „Abschalten" der alten Vorgehensweisen sind weitere Schlüssel zum Erfolg.

Der Effekt: Mitarbeiter bringen bessere Leistungen, wenn sie in einem Umfeld arbeiten, in dem sie Vertrauen spüren, anerkannt werden und Privat- mit Berufsleben besser koordinieren können. Solange Unternehmen jedoch strenge Hierarchien, prozess- und kontrollbasierende Organisationen bevorzugen und Informationsgängeleien an der Tagesordnung sind, müssen sich die Entscheider nicht wundern, wenn Demotivation verbreiteter ist als Engagement.

Blog: www.dirkwippern.wordpress.com