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01/05/2015 05:11 CEST | Aktualisiert 01/05/2016 07:12 CEST

Was Buffett mit Crowdinvesting zu tun hat

Besser gut kopiert als schlecht selbst gemacht. Diese Devise ist für viele Anleger ein bewährtes und altes Prinzip. Die Idee dahinter ist einfach: Man schaut sich die Investments der „Börsengurus" an und versucht möglichst deren Portfolios nachzubauen.

Steigt eine Investmentlegende wie beispielsweise Warren Buffett bei einem Unternehmen ein, werten das viele Anleger als eine Art Ritterschlag. Als Value-Investor kauft Buffett nur Unternehmen, die wertvoll, aber vom Markt unterbewertet sind. Anleger hören auf den Rat des Börsengurus und beobachten auch die Investmententscheidungen, die er trifft - die er oft aufgrund der Größe der Deals auch veröffentlichen muss. So wurden auch schon mehrere Fonds aufgelegt, die die Depots der reichsten Investmentgurus nachbilden sollen - so kann der Privatanleger investieren wie Icahn, Soros, Buffett und Co.

Professionelle Investoren galten schon immer als Signalgeber für private Investoren. Das ist im Crowdinvesting nicht anders. Deshalb ist es sehr erfreulich, dass das neue Kleinanlegerschutzgesetz nun doch größere Investments für institutionelle Anleger zulässt. So kommen mehr Profis an den Markt, die ein Unternehmen intensiver unter die Lupe nehmen als ein privater Investor es jemals könnte. Im vorherigen Entwurf war eine Obergrenze enthalten, die professionelle Investoren verscheucht hätte, weil sich für jene ein Investment erst ab einer gewissen Größenordnung lohnt. Das neue Gesetz ist deshalb ein Schritt in die richtige Richtung. Denn aktive Profis schützen auch den Kleinanleger und helfen ihm kluge Entscheidungen zu treffen.

Trotzdem gibt es auch wesentliche Kritik am jetzt verabschiedeten Gesetz. Dies gilt vor allem dem Punkt, dass merkwürdigerweise vergleichbare Finanzierungsinstrumente unterschiedlich behandelt werden. Nachrangdarlehen wurden zuvor oft als Umgehungsinstrument benutzt, weil diese kaum reguliert sind. Gerade diese Nachrangdarlehen kommen nun in den Genuss der Crowdfunding-Ausnahmen des Gesetzes. Genussrechte und stille Beteiligungen - die oftmals die wesentlich besser geeigneten Instrumente wären - bleiben außen vor. Eine Begründung ist die Regierung noch schuldig geblieben. Damit werden faktisch die belohnt, die vorher bewusst auf den unregulierten Markt gesetzt hatten. Das ist eindeutig ein falsches politisches Signal.

Trotz dieses Mankos, ist das Gesetz insgesamt ein richtiger Schritt. Profis werden dem Markt neuen Schwung und noch mehr Transparenz verleihen - wovon auch der Kleinanleger profitieren dürfte.


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