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27/05/2015 06:06 CEST | Aktualisiert 27/05/2016 07:12 CEST

Thomas Z. leidet an manischer Depression

Thomas Z. fühlte sich immer genötigt und getrieben zum Suizid, aber letztlich hatte er Angst vor den Folgen für seine Familie und Freunde. So hatte er schon einige längere Aufenthalte in psychiatrischen Kliniken hinter sich, als er zu mir in die Behandlung kam.

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Heute möchte ich über den 44-jährigen Patienten Thomas Z. berichten, der mich aufsucht, weil er seit ca. 10 Jahren unter manischer Depression (heute besser bekannt als bipolare affektive Störung) leidet.

Sie zeigt sich bei den Betroffenen durch episodische, willentlich nicht kontrollierbare und extreme zweipolig entgegengesetzte (bipolare) Auslenkungen des Antriebs, der Aktivität und der Stimmung, die weit über dem Normalniveau abwechselnd in Richtung Depression oder Manie reichen.

So auch bei diesem Patienten, der in Phasen der Manie seine Freunde anrief und ihnen mitteilte, er sei der Nachfolger von Jesus und sie hätten das Glück mit ihm befreundet zu sein; in Zeiten der Depression verfiel er zunehmend selbstzerstörerischen Gedanken an Selbstmord.

Thomas hatte schon einige längere Aufenthalte in psychiatrischen Kliniken

Er fühlte sich dann immer genötigt und getrieben zum Suizid, aber letztlich hatte er Angst vor den Folgen für seine Familie und Freunde. So hatte Thomas Z. schon einige längere Aufenthalte in psychiatrischen Kliniken hinter sich, als er zu mir in die Behandlung kam.

Derartige Fälle sind mit Sicherheit nicht ganz leicht zu behandeln, weder mit den gängigen schulmedizischen (psychiatrischen) Therapieformen noch durch die Anwendung der Homöopathie.

Während aber bei der psychiatrischen Therapie versucht wird, den Patienten bzw. dessen Symptome durch chemisch wirkende Medikamente zu behandeln (Neuroleptika in manischen Phasen, Antidepressiva in depressiven Episoden der Erkrankung), versucht man im Rahmen der Homöopathie, auf anderer Ebene den Menschen in seiner Gesamtheit einzuschätzen und ein individuelles homöopathisches Heilmittel zu finden, welches die Gesamtheit des menschlichen Verhaltens in der Krankheit widerspiegelt.

Im Rahmen der Patientenbefragung kam heraus, dass bereits die Kindheit von Herrn Z. überlagert war von allen möglichen Formen der Gewalt durch seinen alkoholsüchtigen Vater. Diese psychische und physische Gewalt führte in Thomas Z. schon sehr früh zu dem starken Wunsch nach Selbstständigkeit und Unabhängigkeit. Schon mit 15 Jahren zog er von zu Hause aus und begann eine Ausbildung zum Garten- und Landschaftsbauer. Bis heute übt er diesen Beruf mit Leidenschaft aus.

Ferner wird während der Anamnese deutlich, dass er stark dazu neigt, seine Mitmenschen zu kontrollieren und er in zwischenmenschlichen Beziehungen oft sehr rücksichtslos agiert. Er nimmt insgesamt viel Raum ein, besitzt eine große körperliche Präsenz, verfügt über immense Energie und Intensität, spricht immer das aus, was er denkt, mitunter kann er dabei aber auch konfrontierend und fordernd auftreten.

Er ist stark selbstbezogen und verfügt tendenziell über wenig empathische Qualitäten

Alles in allem hat er ein lautes Verhalten an sich und möchte immer gesehen und gehört werden, gerade von seinen Beziehungspartnerinnen. Er ist stark selbstbezogen und verfügt tendenziell über wenig empathische Qualitäten im zwischenmenschlichen Umgang.

Aufgrund dieser und vieler weiterer Indizien wird mir klar, dass Thomas Z. dem Enneagramm-Typ 8 entspricht und ich verordne ihm daraufhin das seiner Enneagrammfixierung entsprechende homöopathische Arzneimittel.

Durch die Mittelgabe sowie die Beschäftigung mit seinem Enneagramm-Typ 8 lernt der Patient im Laufe der darauffolgenden Monate, seine sanften Züge an sich zu entwickeln und die eigene Verletzlichkeit zu zeigen. Er erkennt in dieser Zeit, dass er den Abwehrmechanismus der Leugnung von eigener Schwäche und Bedürftigkeit (typisch für den Typ 8) aufgibt und lernt, sich anzupassen, auch an die Widrigkeiten des Lebens selbst.

Seit ca. einem Jahr befindet sich Thomas Z. in homöopathischer Behandlung; seine schulmedizinischen Medikamente hat er seitdem auf ein Mindestmaß reduziert, dabei geht es ihm psychisch trotzdem deutlich besser als vor der Therapie.

Seitdem gab es noch keinen weiteren Anlass für eine Einweisung in die Psychiatrie oder sonstige stark von der Norm abweichende psychische Ausfallerscheinungen. Seine Arbeit im Garten- und Landschaftsbau kann er seit einem Jahr ohne große Unterbrechungen ausüben.

Dieser Fall ist mit Sicherheit schon aufgrund der Art der Erkrankung noch längst nicht endgültig abgeschlossen, er zeigt aber überaus deutlich, dass man auch begleitend zu einer psychiatrischen Therapie durchaus auch mit der Homöopathie und Selbsterkenntnisprozessen im Rahmen der Enneagramm-Lehre große Verbesserungen des gesundheitlichen Gleichgewichtes erzielen kann.

Im nächsten Beitrag dieser Reihe von Therapien im Rahmen der Enneagramm-Homöopathie geht es um den Typ 9. Als Beispiel aus der Praxis dient der 53-jährigen Walter B., der Hilfe sucht wegen seiner immer wiederkehrenden Hämorrhoidalblutungen und Adipositas (Fettleibigkeit).

Detlef Rathmer, Autor des Buches "Wer du wirklich bist"

www.verlagshaus-rathmer.com

Email: detlefrathmer@t-online.de

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