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10/10/2013 03:44 CEST | Aktualisiert 09/12/2013 06:12 CET

Wollen Sie im Job glücklich sein? Dann brauchen Sie eine Superkraft

Doch welche Superkräfte sind nötig, um ein erfolgreiches und gutes Leben in einer Zeit der Superlative zu führen? Braucht man etwa eine außerordentliche Denkschärfe oder vielleicht die Fähigkeit, sich an zwei Orten gleichzeitig zu befinden? Ich glaube, dass die Antwort einfacher ist. Sie lautet: Danke sagen.

Wir leben in einer Zeit der Superlative. Alles ist größer, besser, schneller und intensiver als das Vorangegangene. In der digitalen Welt beeindrucken uns Online-Avatare mit ihren erstaunlichen Fähigkeiten. Soziale Netzwerke intensivieren unsere Alltagserfahrungen und machen sie schnelllebiger. Bei 4000 Tweets pro Sekunde brauchen wir schon Superkräfte, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Doch welche Superkräfte sind nötig, um ein erfolgreiches und gutes Leben in einer Zeit der Superlative zu führen? Braucht man etwa eine außerordentliche Denkschärfe oder vielleicht die Fähigkeit, sich an zwei Orten gleichzeitig zu befinden? Ich glaube, dass die Antwort einfacher ist. Sie lautet: Danke sagen.

Überrascht? Vermutlich denken Sie jetzt: „Wie bitte? Glaubt sie wirklich, dass die Fähigkeit, Danke zu sagen, eine Superkraft ist? Was ist mit der Fähigkeit, sich unsichtbar zu machen, das ist doch wohl eine Superkraft!" Okay, ich gebe zu, dass es cool wäre, wenn man sich unsichtbar machen könnte. Ich rede jedoch über solche Kräfte, die wir in diesem Leben tatsächlich entwickeln können.

Ich möchte ein Kreuzritter für die Dankbarkeit sein. Denn ich glaube, dass wir nicht oft genug Danke sagen. Ich schließe mich da ein.

Wir sehen es als selbstverständlich an, dass der Barista unseren Kaffee genauso zubereitet, wie er uns schmeckt. Wir erkennen es nicht an, dass ein Mitarbeiter gut vorbereitet ins Meeting kam. Wir erwarten, dass unsere Kollegen schnell auf Emails antworten. Wir gehen durch den Tag und sehen viele Dinge als selbstverständlich an. Wir erachten es als nichts Besonderes, wenn jemand eine Aufgabe erledigt hat. Schließlich gehört sich das so und deshalb sehen wir auch keinen Grund darin, uns dafür zu bedanken.

Doch genau da liegen wir sehr falsch. Wir sind so darauf konzentriert, zur nächsten Aufgabe überzugehen, dass wir gar nicht anerkennen, dass die vorangegangene erledigt wurde.

Können Sie mir ein Wort nennen, das mehr Kraft besitzt als ‚Danke'? Wer sich bedankt, verwandelt einen gewöhnlichen Moment in einen außergewöhnlichen. Und wer es aufrichtig sagt und dem Adressaten dabei in die Augen sieht, wird selbst einen prägenden Moment erleben, auch wenn er nur ein paar Sekunden dauert. Das verspreche ich Ihnen.

Ein überraschendes Resultat: Dankbarkeit beruht auf Gegenseitigkeit. Wir fühlen uns dadurch besser, ebenso wie der Adressat. Wenn wir uns bedanken, führen wir uns vor Augen, dass wir etwas schätzen. In diesem Moment richten wir ein kleines Scheinwerferlicht der Dankbarkeit auch auf uns selbst.

Damit meine ich kein überquellendes Gefühl der tiefen Dankbarkeit, das wir für jemanden empfinden, der uns - zum Beispiel - seine Niere gespendet hat. Ich will anregen, dass Sie sich zwei Sekunden Zeit nehmen und sich das nächste Mal bei jemandem, der etwas für Sie erledigt hat, bedanken - vor allem bei Kollegen. Denn von einer positiven Stimmung profitieren alle.

Bringen Sie mich jetzt nicht auf die Idee, mit dem Thema „Bitte" anzufangen. Selbst als selbst-ernannter Kreuzritter der Dankbarkeit werde ich mich auch diesem Wort und der verlorenen Fähigkeit es zu benutzen annehmen. Doch diesen Drachen werde ich ein andermal zähmen!

Danke.

Übersetzt aus der Huffington Post USA von Melania Botica. Hier geht's zum Original.