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18/12/2015 09:29 CET | Aktualisiert 18/12/2016 06:12 CET

Warum ich nach fünf Jahren aufgehört habe, Veganer zu sein

david locke

Wie ihr wahrscheinlich aus dem Titel oben herauslesen könnt, habe ich die letzten fünf Jahre nur von Rohkost und größtenteils vegan gelebt. Seit einigen Wochen jedoch mache ich ziemlich genau das Gegenteil. Anstatt auf High Carb mit jeder Menge Obst setzte ich jetzt mehr auf High Fett mit viel Eiern und Fisch.

Doch woher der Wandel? Um ehrlich zu sein, bin ich da mehr reingerutscht. Mir ging es ziemlich schlecht, ich hatte Depressionen, alles schmeckte nur noch fade und meine ganze Welt um mich herum schien zusammenzubrechen. Es ging einfach alles schief und ich fühlte mich schrecklich.

Versteht mich jetzt nicht falsch, körperlich war ich gesund und super fit, geistig jedoch ein Wrack. Als ich mal wieder einen Tiefpunkt hatte, fing ich an, Gras mit ein paar Freunden zu rauchen. Ich merkte, wie es mir besser ging und von da an rauchte ich jeden Abend meinen Gute-Nacht-Joint.

Dies ging einige Zeit gut, doch als meine Fitness zurückging und ich plötzlich das erste Mal seit fünf Jahren krank wurde, fühlte ich mich wieder schlecht. Ich war auf einmal wieder im Scheißegalmodus und dachte nur: Warum mache ich das alles hier?

Also ging ich zum nächsten Dönerladen und zog mir gleich drei Döner hintereinander rein, ging nach Hause und legte mich schlafen. Am nächsten Tag merkte ich bei meinem täglichen Workout plötzlich einen Unterschied, ich hatte unerwartet viel Kraft und fühlte mich ziemlich gut.

"Ich fühlte als Fleischesser und Nicht-Veganer plötzlich stärker denn je."

Von da an fing ich wieder an, mit tierischen Lebensmitteln zu experimentieren. Ich fing an, mir Eier in meine Smoothies reinzuschmeißen und mir Fisch zu braten.

Ich fühlte mich plötzlich stärker denn je. Innerhalb weniger Wochen erhöhte sich mein Maximalgewicht beim Kreuzheben um satte 40 Kilogramm! Jeder, der im Kraftsport unterwegs ist, weiß, dass dies enorm ist.

In diesem Moment machte es klick. Ich wusste, dass ich mir die ganzen Jahre etwas vorgelogen hatte. Tierische Lebensmittel müssen nicht schlecht sein. Ganz im Gegenteil. Wenn man die richtigen tierischen Lebensmittel isst, kann man ein ganz anderes Level erreichen.

Mit richtig meine ich die Qualität und die Lebensbedingungen, die das Tier zuvor hatte. Tiere, die natürlich lebten und auch richtiges Futter bekommen haben, sind wahre Nährstoffbomben. Tiere müssen draußen leben, Tiere müssen Gras und Grünzeug essen, und Tiere brauchen Bewegung.

Ich wusste zwar, dass mir die tierischen Lebensmittel gut taten, hatte dennoch ein schlechtes Gewissen. Ich hatte mich die letzten Jahren ziemlich ausgiebig damit beschäftigt, was in unserer Welt so abgeht.

Stichwort: Massentierhaltung. Ich kenne so gut wie jeden Veganerfilm, den es gibt, und weiß genau, was für ein Drecksgeschäft die Lebensmittelindustrie ist.

Doch je mehr ich mich mit der Thematik tierische Lebensmittel und deren Einfluss auf unsere Gesundheit auseinandersetzte, desto mehr wurde mir bewusst, wie sehr wir diese Lebensmittel doch brauchen.

"Ich beschäftigte mich mit dem Thema Paleodiät."

Im ersten Moment schien meine ganze Welt zusammenzubrechen. Alles, an was ich die letzten fünf Jahre geglaubt hatte, war plötzlich völlig bedeutungslos. Ich fiel in ein Loch ohne Boden.

Aber dennoch fühlte ich mich so ausgeglichen wie lange nicht. Geistig ging es mir von Tag zu Tag besser und ich war einfach zufriedener. Es war, als wäre mir eine riesige Last von den Schultern genommen worden und als wäre der Druck, alles richtig machen zu müssen, plötzlich verschwunden. Ich zog mich fürs Erste zurück und schaute einfach, wohin dies alles führte.

Ich rutschte immer mehr von literweise Bananensmoothies zu Rührei und Chiasamenshakes. Mehr und mehr änderte sich meine Diät von High Carb, also vielen Kohlenhydraten, zu High Fett, also sehr wenig Kohlenhydraten. Das Erste, was ich feststellte, war, dass ich viel weniger Hunger hatte. Ich musste viel weniger essen, um zufrieden und leistungsfähig zu sein.

Ich beschäftigte mich mehr und mehr mit dem Thema Paleodiät und natürliche Ernährungsweise. Bis ich bei der Bulletproofdiät von Dave Asprey landete. Ich las dieses Buch und war begeistert. Endlich mal ein Kerl, der vom Mindset her genauso tickt wie ich. Denken wie ein Hacker und versuchen, eine Lücke zu finden, um sich und sein Leben noch weiter zu optimieren.

Ich liebe die Sichtweise, unsere Körper als eine Art Maschine zu sehen, die man immer weiter upgraden kann.

Er war es schließlich, der mich ganz davon überzeugte, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Es ist unglaublich, wie viel besser ich mich seit der Umstellung fühle. Allein meine Leistungen im Kraftsport sprengen alles, was ich mir hätte wünschen können. Jahrelang wollte ich muskulöser und definierter sein, wollte mehr Power und einfach einen geilen Body haben. Und nun ist mein Körper innerhalb weniger Wochen geiler als jemals zuvor.

"Mein Testosteronlevel ging durch die Decke."

Die Leistungssteigerung im Sport war aber nur ein Punkt, der sich bei mir änderte. Meine Haut ist babyweich und super zart, mein Testosteronlevel ging durch die Decke, plötzlich hatte ich eine ganz andere Ausstrahlung und Frauen fühlten sich plötzlich enorm zu mir hingezogen, es ist fast, als verströmte ich irgendein Geruch, der mich für Frauen attraktiver macht.

Außerdem bin ich schlauer geworden, ich kann mir wieder viel leichter Erinnerungen ins Gedächtnis rufen und weiß einfach Sachen, über die ich vorher lange hätte nachdenken müssen. Ich fühle mich echt einfach nur upgegraded.

Auch wenn es mir anfangs schwer gefallen ist, bin ich froh, diesen Weg gegangen zu sein. Ziel des Lebens ist es, Erfahrungen zu sammeln und sich weiterzuentwickeln. Ich weiß nicht, was richtig oder falsch ist, ich weiß nur, dass ich meinen Weg gehe und gespannt bin, wo es mich noch hinführt.

Hört auf euer Herz und ihr werdet euren Weg finden. Danke an alle, die mich bei meiner Reise begleiten, und an alle, die mich dabei unterstützen.

Dieser Artikel erschien ursprünglich auf dem Blog "Happynettleboy".

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