BLOG
03/04/2016 05:58 CEST | Aktualisiert 04/04/2017 07:12 CEST

Ein Zuckerberg vom Zuckerhut

Jupiterimages via Getty Images

2016-02-03-1454507004-6310832-Drinnen.jpg

Es stimmt nicht, dass sich junge Menschen nicht für Politik interessieren, sie gehen nur anders damit um. Daher will die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) zusammen mit der Huffington Post der Frage nachgehen: Wie muss Politik für junge Menschen aussehen? Weltweit werden Experten der Konrad Adenauer Stiftung politische Initiativen und Vorgehensweisen analysieren. Wenn Sie sich an der Diskussion beteiligen möchten, schreiben Sie an Blog@huffingtonpost.de.

Gute Ideen entstehen zumeist dort, wo die Umstände ein gewisses Maß an Flexibilität erfordern. Wer einmal mit dem Rucksack durch Südamerika gereist ist und erlebt hat, wie die Menschen hier mit viel Kreativität Alltagsprobleme lösen oder Knappheiten überwinden, weil ja sonst niemand da ist, etwa der Staat, kommt schon ins Staunen.

Robinsón Crusoe, dessen historisches Vorbild wohl auf den chilenischen Juan-Fernández-Inseln strandete, wusste sich ja auch zu helfen!

"Nicht warten, sondern machen" scheint jedenfalls eine Devise zu sein, die sich mehr und mehr JungunternehmerInnen in der Region zu Eigen machen. Diesen Eindruck muss man gewinnen, wenn man sich in den neuen Startup-Metropolen Saõ Paulo, Medellín, Santiago oder Buenos Aires umsieht.

Sicher, das Silicon Valley bleibt der Ausgangspunkt der disruptiven Digitalisierung und prägt mit seinen Dienstleistungen auch junge Latinos (Instagram, Snapchat, Tinder). "Fast follower" im besten Sinne des Wortes finden sich aber auch in Lateinamerika.

Voneinander lernen


Von diesen ideenfreudigen Menschen kann man viel lernen. Deshalb bat ich fünf Talente mit mir nach Deutschland zu reisen. Vergleichbare Dialogprogramme organisiert die Konrad-Adenauer-Stiftung dutzendfach pro Jahr und trägt durch diese Kontaktpflege zu neuen Impulsen in den Herkunftsländern wie auch in der Bundesrepublik bei.

Die Gesprächspartner in der ebenfalls noch jungen Startup-Metropole Berlin waren erstaunt, mit welcher Selbstsicherheit über Innovationspolitik, Regulierungsfragen oder gesellschaftliche Risikoneigung gesprochen wurde. Das Silicon Valley bekommt offenbar ein bisschen Konkurrenz aus einer unerwarteten Ecke der Welt, hieß es unisono bei Verbänden, im parlamentarischen Raum und an Universitäten.

Es gilt gelegentlich auch diese Botschaft zu senden: Trotz oder gerade weil der Wirtschaftsmotor in Lateinamerika stottert, suchen junge Menschen das (Gründer-)Risiko. Joseph Schumpeter hätte seine helle Freude gehabt und vielleicht kommt der nächste Zuckerberg tatsächlich vom Zuckerhut!

An guten Ideen mangelt es in Lateinamerika jedenfalls nicht, eher an guter Politik, so die Einschätzung der Berlin-Besucher aus Kolumbien, Chile, Brasilien und Argentinien. Sehen Sie selbst! Video:

2015-11-12-1447332656-6784274-Facebook2.jpg

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.

Auch auf HuffPost:

Brasiliens schönste Hintern: In Sao Palo wird Miss Bumbum gewählt

Lesenswert: