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30/06/2014 04:42 CEST | Aktualisiert 30/08/2014 07:12 CEST

7 Tipps, wie man mit Homophobie reich und berühmt wird

dpa

Sie finden Schwule und Lesben irgendwie widerlich? Nur keine Scham! Sie können das jetzt wieder frei raus sagen - ohne gleich den Ruf einer asozialen Dumpfbacke angehängt zu bekommen. Das ist schön. Aber wollen Sie sich wirklich damit zufrieden geben?

Hier die 7 goldenen Regeln, mit denen Sie ihre aufrechte Haltung auch erfolgreich werden lassen und nachhaltige Ergebnisse erzielen. Ihre klaren Worte könnten zu barer Münze werden! Sie können auch was von dem Kuchen abhaben, den sich Akif Pirinçci, Matthias Mattusek, Thilo Sarrazin, Gabriele Kuby, Martin Lohmann und einige andere derzeit teilen.

1.) Werden Sie Autor!

Am besten schreiben Sie ein Buch - in dem Sie klar sagen, was sie von den Homos denken. Das können Sie nicht? Sie haben nicht den notwendigen wissenschaftlichen Background? Genau das ist doch der Schlüssel dafür, dass Ihr Buch zum Bestseller wird! Alles was kompliziert hinterfragt, selbstkritisch argumentiert oder gar wissenschaftlich arbeitet, ist schlichtes Kassengift!

2.) Konzentrieren Sie sich auf die Schwulen!

Ja, sie haben richtig gehört, für die Lesben interessiert sich kaum jemand. Sie sind auch in der Homo-Community weitgehend unsichtbar und keiner regt sich drüber auf - außerdem würden Sie dadurch unnötig all ihre männlichen heterosexuellen Fans verwirren, die gerne Pornos schauen, in denen Frauen mit Frauen Sex haben. Wer „homosexuell" sagt, meint in 95 % der Fälle schwule Männer.

3.) Machen sie den Leuten klar, dass Sie den Mut haben, ein Tabu zu brechen

Durchgehende Devise muss sein: die Schwulen und Lesben haben eine Meinungsdiktatur errichtet, in der man keinerlei Kritik mehr an ihnen üben darf! Sie sind nun der edle Ritter, der unter Einsatz all seiner Kräfte diese Diktatur zu stürzen angetreten ist und das sagt, was die große Mehrheit der gesunden deutschen Bevölkerung denkt ... aber eben nicht sagen darf. Sie sind nun die Stimme des zum Schweigen gebrachten gesunden Volksempfindens!

4. ) Sie sind der Retter der Meinungsfreiheit!

Für den Fall, dass Journalisten Ihnen dumm kommen: Zeigen Sie, dass Sie der Retter der Meinungsfreiheit sind: vor diesem Argument sinkt fast jeder meiner Kollegen tief in die Knie. Ab diesem Zeitpunkt, an dem Sie ihre Diffamierungen als zu akzeptierende Meinung an die Chefredakteure von „Spiegel", „FAZ", „Welt" oder den „Cicero" verkauft bekommen haben, haben Sie gewonnen!

5.) Sie werden offiziell zum Märtyrer

Geben Sie Ihre Strategien nicht preis: Sie sind offiziell nicht der Sieger, sie sind der Märtyrer! Denn Ihren Provokationen wird der Aufschrei der Homos in sozialen Netzwerken und den anderen Medien folgen: Zeigen Sie nun auf, wie aggressiv die Homos werden, wenn man Ihnen einen Spiegel vorhält. Shitstorms und Online-Petitionen richten ihre giftigen Pfeile gegen Sie. Dahinter eine unglaublich reiche, bestens vernetzte und skrupellos agierende Homo-Lobby, die die Bevölkerungsmehrheit terrorisiert: Zeigen sie, dass die Stunde nah ist, in der der heterosexuelle Mensch sich dauernd dafür entschuldigen muss, dass er nicht schwul ist.

6.) Nutzen Sie die Talkshows

Wahrscheinlich brauchen Sie sich gar nicht offensiv bei Maischberger, Jauch & Co um einen Platz auf dem Talkshow-Sessel bewerben: wenn Sie die Punkte 1-5 beachtet haben, sind Sie bei denen längst auf dem Schirm - und die werden Ihnen (und Ihrem Buch) bei Gelegenheit auch ein Podium bieten. Sollten sie sich doch irgendwo bewerben wollen: wählen Sie eine Redaktion, in der möglichst viele Schwule arbeiten - die sind häufig besonders darum bemüht, die journalistische Unabhängigkeit von ihrer eigenen Identität unter Beweis zu stellen. Womit wir schon bei der delikatesten Regel sind:

7.) Suchen Sie sich Verbündete bei den Schwulen selbst

Es gibt für Sie kein schlagenderes Argument als wenn Sie triumphierend sagen können: selbst Schwule schämen sich für ihre Artgenossen! Sie glauben nicht, dass sie solche Gesinnungsgenossen finden? Nur Mut, Sie werden erstaunt sein, dass sich die meisten Homophoben unter den in ihrer Identität verunsicherten Schwulen finden: am schnellsten werden Sie da in der katholischen Kirche fündig werden! Aber auch bei den offen lebenden Schwulen werden sie erfolgreich sein: Setzen Sie dabei vor allem auf Neid und Eitelkeit - und Sie wissen gar nicht, wohin mit den vielen Verbündeten!