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01/03/2015 06:05 CET | Aktualisiert 01/05/2015 07:12 CEST

Der Mythos von den reichen Schwulen

Thinkstock

Eine neue, an der Universität Melbourne erstellte Studie zeigt: Schwule Männer verdienen durchschnittlich 18% weniger als ihre heterosexuellen Kollegen.

Glaubt man den bunten Prospekten, mit denen schwule Medienmacher die Gunst von Anzeigenkunden gewinnen möchten, handelt es sich bei der schwulen Zielgruppe um überdurchschnittlich gut verdienende schwule Männer, die permanent darauf aus sind, ihr Geld für Luxusreisen, teure Unterwäsche und Kosmetika auszugeben.

So verkündet etwa das sich über Werbung finanzierende Magazin blu: „Laut einer Untersuchung von Emnid fühlen sich 9,4 % der männlichen Bevölkerung vom gleichen Geschlecht erotisch angezogen. Bezogen auf die Einwohnerschaft Deutschlands macht dies einen Anteil von 3,7 Mio ... Aus der besseren Schulbildung und den besonderen Lebensumständen ... resultiert ein deutlich höheres verfügbares Haushaltsnettoeinkommen."

Arme Schwule, reiche Lesben

Mit diesem gerne angerufenen Mythos ist es nun vorbei: Soeben hat die Universität Melbourne die Ergebnisse einer groß angelegten Studie zu dem Einkommen schwuler Männer veröffentlicht. Das Ergebnis der Studie, die den Titel „Sexual orientation-based wage gaps in Australia: The potential role of discrimination and personality" trägt und nun in der „Economic and Labour Relations Review" erschienen ist: Schwule Männer verdienen durchschnittlich ganze 18% weniger als ihre heterosexuellen Kollegen. Und das Phänomen hat auch bereits einen einprägsamen Namen: „gay pay gap".

Dieses negative Ungleichgewicht trifft allerdings nur auf schwule Männer zu. Bei Lesben zeigt sich eine umgekehrte Situation: diese verdienen im Durchschnitt 13 % mehr als ihre heterosexuellen Kolleginnen. Was vermutlich daran liegt, dass die Arbeitgeber davon ausgehen, dass diese Frauen kaum Mutterschaftsurlaub in Anspruch nehmen werden.

Studienergebnisse treffen auch auf Europa zu

Die Autorin der Studie, die Wirtschaftswissenschaftlerin Andrea La Nauze zu den Ursachen: die einzige überzeugende Antwort auf die Frage nach dem großen Verdienstunterschied seien die Vorurteile, mit denen man am Arbeitsplatz schwulen Männern nach wie vor begegne.

Das Ergebnis der Studie beschreibe zudem keine australische Sondersituation, sondern decke sich mit ähnlichen Studienergebnissen aus Europa und den USA.

Dieser Artikel entstand in Kooperation mit GAYSTREAM.INFO.


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