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07/02/2017 09:02 CET | Aktualisiert 08/02/2018 06:12 CET

Die 5 Dinge, an die sich dein Kind erinnern wird, wenn es später an dich zurückdenkt

Dave Willis

Meine Frau Ashley und ich haben gerade unser viertes Kind bekommen. Noch ein neues Baby im Haus zu haben, hat mich nostalgischer gestimmt als ich es normalerweise bin. Es hat mich an meine eigene Kindheit zurückdenken lassen.

Ich dachte an die Erinnerungen, die sich in meinem Gedächtnis gehalten haben, seit ich klein war. Und dann dachte ich darüber nach, woran sich meine eigenen Kinder erinnern sollten, wenn sie groß sind. Ich möchte jeden wertvollen Moment mit ihnen schätzen.

Der Komiker Jerry Seinfeld sagte mal scherzhaft, der einzige Sinn von Babies sei, uns zu ersetzen. Deswegen seien ihre ersten Wörter ja auch "Mama, Papa, ... Tschüss".

Das ist ein nicht ganz ernst gemeinter Witz, aber er erinnert uns daran, wie kurz das Leben ist und dass die Zeit mit unseren Kindern schnell vorbeigeht. Deswegen möchte ich aus jeder Minute mit ihnen das Beste machen und ein Vermächtnis schaffen, das noch lange andauern wird, auch dann noch, wenn ich nicht mehr da bin.

Als Eltern setzen wir uns oft wegen Kleinigkeiten unter Druck

Das mag morbide klingen, doch es das Gegenteil: Es hilft, uns ständig in Erinnerung zu rufen, was wirklich wichtig ist, wenn wir Zeit mit unseren Kindern verbringen.

Als Eltern setzen wir uns oft wegen Kleinigkeiten unter Druck, die am Ende gar nicht so wichtig sind. Unsere Kinder werden sich bestimmt nicht an jedes Detail in der Einrichtung des Hauses erinnern oder daran, wie perfekt unser Garten aussah oder ob unser Kühlschrank ein Markenprodukt war.

Stattdessen sollten wir uns auf Dinge fokussieren, die wirklich zählen. Ihr wollt wissen, woran sich eure Kinder erinnern werden, wenn sie an euch denken? An diese fünf Dinge:

1. Die Momente, in denen sie sich dank euch sicher fühlen konnten (und an die, in denen sie sich unsicher fühlten).

Jedes Kind ist verwundbar und sehnt sich nach Schutz. Eure Kinder werden sich an die Momente erinnern, in denen ihr die Monster unter ihrem Bett verjagt habt oder sie im Arm gehalten habt, wenn sie schlecht geträumt haben.

Doch sie werden sich auch an die Momente erinnern, in denen ihr selbst zu dem Monster geworden seid, vor dem sie sich fürchten. Unsere Kinder werden uns manchmal wütend erleben, keine Frage, das gehört zum Leben dazu.

Doch wir Eltern sollten es zu unserer Mission machen, dass sich unsere Kinder sicher fühlen - und zwar zu jeder Zeit, wenn sie mit uns zusammen sind.

2. Die Momente, in denen ihr ihnen eure ungeteilte Aufmerksamkeit geschenkt habt.

Kinder messen Liebe vor allem an der Aufmerksamkeit, die wir ihnen geben. Die Momente, in denen ihr unterbrecht, was ihr gerade tut und mit ihren Puppen ein Kaffeekränzchen veranstaltet oder im Garten mit ihnen auf dem Trampolin springt, werden sich für immer in ihr Gedächtnis und ihr Herz einbrennen.

Nehmt euch Zeit für die kleinen Dinge mit euren Kindern, denn am Ende sind das die Momente, die am meisten zählen.

Mehr zum Thema: Ein Hirnforscher erklärt: Wie Eltern ihren Kindern den wichtigsten Aspekt ihrer Kindheit stehlen

3. Die Art, wie ihr mit eurem Partner umgeht.

Unsere Kinder bilden ihr Vorstellung von Liebe zu einem großen Teil, indem sie uns dabei zusehen, wie wir mit unserem Partner oder unserer Partnerin umgehen. Gebt euch Mühe, die Art von Partnerschaft zu führen, die eure Kinder dazu bringt, auch eines Tages eine enge Bindung eingehen zu wollen.

Ihre Mutter und ihren Vater in einer gleichberechtigten, liebevollen Partnerschaft zu sehen, gibt den Kindern Sicherheit.

4. Eure Worte der Bestätigung UND eure Worte der Kritik.

Das Herz eines Kindes ist wie feuchter Zement - die Eindrücke, die es zu Beginn seines Lebens sammelt, werden sich über die Jahre verfestigen. Sie begründen ihre Identität, ihre Fähigkeiten und sogar ihren Selbstwert auf den Worten, die ihr in diesen ersten Jahren an sie richtet.

Zu unserem Job als Eltern gehört es, unsere Kinder zu korrigieren und zu erziehen. Doch auch wenn ihr kritisiert, wählt liebevolle, ermutigende Worte, die das Kind positiv bestärken und nicht demotivieren.

5. Eure Familientraditionen.

Kinder lieben Spontanität, doch Beständigkeit ist genauso wichtig für sie. Sie werden sich noch lange mit Begeisterung an die kleinen "Traditionen" erinnern, die ihr eingeführt habt - sei es ein wöchentlicher Film- oder Spieleabend, ein Ort, an dem ihr regelmäßig Ausflüge unternehmt oder die Art und Weise, wie ihr Geburtstage feiert.

Euer Ziel sollte es sein, Traditionen zu schaffen, die eure Kinder irgendwann wiederum an ihre eigenen Kinder weitergeben möchten.

Dave Willis ist Pfarrer an der Stevens Creek Church in Augusta, Georgia. Er und seine Frau Ashley haben die Seite "StrongerMarriages.org" gegründet, um Paaren dabei zu helfen, starke Partnerschaften aufzubauen.

Dieser Text erschien ursprünglich auf Patheos und wurde von Lea Kosch aus dem Englischen übersetzt.

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(mm)