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08/12/2015 07:30 CET | Aktualisiert 08/12/2016 06:12 CET

"Wir müssen verhindern, dass Europa-Skeptiker die Oberhand gewinnen"

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Mein Wahlkreis Rosenheim liegt an der deutsch-österreichischen Grenze. Deshalb bewegt uns der Flüchtlingsstrom nach Deutschland in besonderem Maße. Hunderttausende sind über die Grenzübergänge in unserer Region nach Deutschland gekommen.

Wenn der Zugverkehr eingestellt wird, wenn Schulturnhallen zu Flüchtlingsunterkünften werden und Container als Unterkünfte aufgestellt werden, beschäftigt das die Menschen in unseren Dörfern und Städten.

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Wie können wir diesen Zustrom bewältigen? Wie verändert sich unsere Gesellschaft? Wie ist Integration zu schaffen? Diese Fragen bewegen die Bürger, dazu bekomme ich in meinem Wahlkreisbüro viele Anfragen und Anrufe.

Asylverfahren beschleunigen

Deshalb ist eine klare Haltung sehr wichtig: Asyl denen gewähren, die in ihrer Heimat in ihrem Leben bedroht sind, diejenigen in ihre Heimat zurückführen, die aus sicheren Ländern kommen und aus wirtschaftlichen Gründen bei uns leben wollen.

Wir müssen diese Menschen auch rascher zurückführen, Asylverfahren beschleunigen. Diese Anliegen sind in Berlin sehr wohl gehört worden. Es ist aber auch ein europäisches Problem, das es dringlich zu lösen gilt. Wir müssen verhindern, dass die Europa-Skeptiker die Oberhand gewinnen.

Eines habe ich aber auch erlebt: ein unglaubliches, ehrenamtliches Engagement der Bürger. Es gibt viele Helferkreise in den Kommunen, ohne die wir diese Herausforderung nicht bewältigt hätten. Nicht zuletzt haben wir in Rosenheim eine Bundespolizei, deren Beschäftigte in ihren Einsätzen bis an die Grenzen der Belastbarkeit gegangen sind.

Der Terrorismus ist das zweite große Thema. Der Bundeswehreinsatz in Syrien löst auch in meiner Heimat Diskussionen aus. Ich erfahre hier aber große Zustimmung.

Was sich ändern wird und muss

Vor welchen Problemen stehen die Menschen? Die Unternehmen? Unserer Region geht es wirtschaftlich sehr gut - dank einer gewachsenen mittelständischen Struktur sind wir nicht vom Wohl und Wehe eines einzigen Großunternehmens abhängig.

Eine Herausforderung beschäftigt uns aber durchaus: eine Gesellschaft, die immer älter wird, zunehmende Demenzerkrankungen, steigende Zahlen von Pflegebedürftigen, das gilt es zu bewältigen. Wir brauchen mehr Pflegekräfte und Pflege muss finanzierbar sein.

Die Flüchtlingsproblematik wird uns auch im nächsten Jahr beschäftigen. Was sich hier ändern muss: Wir brauchen eine gerechtere Verteilung der Flüchtlinge und eine schnellere Zurückführung von abgelehnten Asylbewerbern in ihre Heimat.

Dieser Text ist Teil der Reihe "Wie geht es uns?" Ein Jahr lang hat die Politik in Berlin, die Krise in Syrien und der Konflikt mit Moskau die Schlagzeilen beherrscht. Wie aber geht es Ende dieses irren Jahres den Menschen in Deutschland? Wie blicken die Menschen in unserem Land in die Zukunft? Das will die Huffington Post herausfinden - und hat alle Redakteure als Reporter durch das Land geschickt. Sie führen Interviews, besuchen Menschen denen sonst niemand zuhört - und berichten über Menschen, die dabei helfen, die größten Probleme zu lösen.

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