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18/06/2015 15:21 CEST | Aktualisiert 18/06/2016 07:12 CEST

Was Anleger jetzt tun können, um sich gegen die Euro-Krise abzusichern

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Gibt es eine Einigung mit den Gläubigern? Gibt es sie nicht? Und was passiert dann? Das Thema

Griechenland bereitet der schwäbischen Hausfrau bereits seit fünf Jahren schlaflose Nächte. Doch jetzt scheint der gefürchtete Grexit so nah wie selten zuvor.

Sollte es dazu kommen, sind die Auswirkungen auf die Finanzmärkte und damit auch auf die privaten Rücklagen der Bürger nicht absehbar.

Doch es gibt Möglichkeiten, das Risiko deutlich zu minimieren. Fragen Sie zwei Experten, welche Auswirkungen ein Ausscheiden (ob freiwillig oder unfreiwillig) Griechenlands auf die Finanzmärkte haben würde. Sie erhalten mit einer ziemlich hohen Wahrscheinlichkeit zwei ganz unterschiedliche Antworten, die irgendwo zwischen „kaum spürbar" und „Katastrophe" rangieren.

Ganz losgelöst vom Blick in die Glaskugel steht aber fest: Das Risiko eines kontrollierten („Grexit") oder unkontrollierten Ausscheidens („Graccident") Griechenlands aus der Währungsgemeinschaft existiert - und es ist derzeit so hoch wie vielleicht nur zu Anbeginn der Euro-Krise.

Es gibt also gute Gründe für Anleger sich zu fragen, inwieweit sie ein möglicher Grexit berühren

würde. Sicherlich, man kann die Wette darauf eingehen, dass für den Durchschnittsbürger alles

glimpflich abläuft und es keine Verwerfungen an den Finanzmärkten gibt. Vielleicht ist auch das

Gegenteil der Fall und die „Lösung" der Causa Griechenland würde als Erleichterung aufgefasst.

Gleichwohl: Ein Totalausfall der Hellenen als Schuldner würde sich - in welcher Form auch immer - bemerkbar machen.

Optionsscheine: Versicherung für Fortgeschrittene

Nehmen wir die Aktienmärkte. Der Dax hat sich in den letzten Wochen deutlich von einstigen Höchstständen entfernt und zeigte sich zuletzt recht volatil, was nebenbei bemerkt auch zeigt:

Die Psychologie der Märkte ist nicht zu unterschätzen. Wer mangels Alternativen investiert

bleiben möchte, könnte sich mit Put-Optionen gegen fallende Kurse absichern.

Das ist faktisch eine Art Versicherung, mit der mögliche Kurseinbrüche aufgefangen werden könnten. Wie das bei Versicherungen so ist, wird eine Prämie immer fällig, selbst wenn man sie nicht in Anspruch nimmt. Zudem sind Optionsgeschäfte eher für fortgeschrittene Anleger geeignet.

Eine andere Möglichkeit ist, die Anlagen oder zumindest Teile davon aus dem Euro in andere

Währungsräume zu transferieren. Sollte der Euro im Zuge eines Grexit an Wert verlieren, gewinnen US-Dollar oder das Britische Pfund hinzu. Sie sind eine sichere Alternative, die zudem

einfach handelbar ist. Die Kosten beim Umtausch der Währungen sind aber nicht zu vernachlässigen.

Mit Krisenwährung Gold von Euro-Schwäche profitieren

Ein ähnliches Sicherheitsprofil bieten Edelmetalle. Gold hat gegenüber Silber den Vorteil, dass es weitgehend von der industriellen Nachfrage und damit von wirtschaftlichen Schwankungen, wie sie im Zuge eines Grexit auftreten könnten, abgekoppelt ist. Es ist als Krisenwährung seit jeher beliebt, zuletzt machte der Preis während der Immobilienkrise 2007 einen deutlichen Sprung.

Ebenfalls interessant: Gold wird in Dollar gehandelt - sollte sich das Euro-Dollar Verhältnis

verschlechtern, steigt der Goldkurs in Euro. Zugleich ist das Edelmetall in jede Währung der

Welt konvertibel, kann bei der nächsten Bank (der Preis ist hier im Regelfall höher) oder im Web

gekauft und verkauft werden.

Wer etwas mutiger ist, kann bei einer weiteren Zuspitzung der Krise Staatsanleihen einstiger

Euro-Sorgenkinder wie Portugal oder Irland kaufen. Die werden häufig fälschlicherweise in

"Sippenhaft" genommen, wenn Griechenland für negative Schlagzeilen sorgt und müssen dann

steigende Zinsen bieten, die das allseits beliebte Sparbuch um Längen schlagen. Das Risiko ist

hier tatsächlich überschaubar - und das kann man in diesen unruhigen Zeiten nicht von jeder

Anlageform behaupten.


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