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07/03/2014 09:48 CET | Aktualisiert 07/05/2014 07:12 CEST

Lernmotivation steigern: So haben Kinder mehr Spaß am Lernen

Spaß am Lernen ist unglaublich wichtig, damit Schüler am Ball bleiben. Doch leider verlieren immer mehr Schüler ihre Lernmotivation schon auf den ersten Metern. Das ist dramatisch für eine Generation, deren Zukunft im lebenslangen Lernen liegt.

Langfristig gut und erfolgreich sind wir nur in den Dingen, die uns wirklich Spaß machen. Dabei meine ich mit Spaß nicht, den ganzen Tag zu lachen oder in der Gegend herum zu hüpfen, sondern motiviert und ambitioniert zu sein, mehr erreichen zu wollen - von einem selbst aus und nicht nur, weil jemand anders das will.

Wieso sollte das, was für uns Erwachsene meist völlig klar ist, nicht auch für Kinder in der Schule gelten? Spaß am Lernen ist unglaublich wichtig, damit Schüler am Ball bleiben. Doch leider verlieren immer mehr Schüler ihre Lernmotivation schon auf den ersten Metern. Das ist dramatisch für eine Generation, deren Zukunft im lebenslangen Lernen liegt. Das dürfen Lehrer, Schulen und Eltern so nicht hinnehmen!

Mit steigendem Druck sinkt die Motivation der Schüler

Denn letztlich sind die Gründe für die schwindende Motivation von Schülern zwar vielschichtig, aber lösbar: Zu einem großen Teil sind sie im System Schule verankert, in dem sich Veränderungen nur gegen harte Widerstände und mit sehr langem Atem durchsetzen lassen.

Darüber hinaus haben Wirtschaft und Politik generell zwar ein steigendes Interesse an qualifizierten Schulabgängern, weshalb der Leistungsdruck auch immer stärker wird. Die notwendigen zeitlichen Ressourcen, um den Nachwuchs optimal auszubilden, werden jedoch verwehrt. Am Ende bewirkt dieser Cocktail aus weniger Zeit bei höheren Anforderungen genau das Gegenteil von dem, was eigentlich Ziel sein sollte: Anstatt Kinder nachhaltig zu motivieren, fühlen sie sich unter Druck gesetzt, verlieren den Spaß an der Schule. Ihr natürlicher Wissensdurst nimmt immer weiter ab, bis Schule und Spaß oft nichts mehr miteinander zu tun haben. Immer mehr Eltern und Lehrer lehnen sich dagegen auf - und das ist gut so.

Wir brauchen Unterricht, der Kinder begeistert

In den Diskussionen um das deutsche Bildungssystem fällt mir immer wieder auf, dass die Kinder selbst viel zu selten mitreden dürfen. Dabei wissen sie ganz genau, was sie beim Lernen fasziniert und welcher Unterricht sie begeistert. In einer scoyo-Studie haben wir Schüler zwischen sechs und 13 Jahren zu ihrer Lernmotivation befragt. Heraus kam, dass sie vor allem projektbezogen und mit digitalen Medien arbeiten möchten und sich am liebsten mit Lerninhalten beschäftigen, wenn Lehrer sie in spannende, alltagsrelevante Geschichten verpacken. Je älter die Schüler werden, desto stärker wollen sie eigenständig lernen. Diese Ergebnisse decken sich mit Erkenntnissen aus der Wissenschaft.

Kompetenzen entwickeln statt Fakten pauken

Neben dem „wie?" stellt sich natürlich auch die Frage, was die Schüler lernen. Viel wichtiger, als Fakten zu pauken, sollte es sein, Kompetenzen zu entwickeln. Fakten lassen sich heute jederzeit nachrecherchieren, deshalb ist es längst an der Zeit, Lerninhalte, Methoden und Unterrichtsstrukturen konsequent anzupassen. Spielerisches, alltagsbezogenes und vor allem eigenständiges Lernen vermittelt den Kindern ein starkes Selbstwertgefühl und den Wunsch, mehr zu lernen. Dann besteht auch die Chance, dass sich der angeborene Wissensdurst nicht in Lernschmerz verwandelt. Denn: Schüler brauchen ernsthaftes Interesse am Lernstoff und einen inneren Antrieb, die so genannte intrinsische Motivation, um ihre Lernmotivation langfristig zu steigern.

Tipps für Eltern

So können Eltern die Lernmotivation ihrer Kinder wieder wecken bzw. wach halten:

  • Überstrapazieren Sie das Wort „lernen" nicht. Sprechen Sie zum Beispiel von entdecken, experimentieren, herausfinden, etc.
  • Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind zuhause handlungsorientiert lernt. Je eher sich Kinder Wissen selbst aneignen können, desto motivierter lernen sie.
  • Sie sollten Ihrem Kind selbst überlassen, wo und wann es gemeinsam vereinbarte Lernziele erreicht.
  • Den Lieblingsfilm in Englisch gucken? Die Anatomie des Kaninchens begreifen? Finden Sie Ziele, die Ihr Kind so toll findet, dass es sich selbst zum Lernen motiviert.
  • Wer mit allen Sinnen lernt, behält bis zu 90 Prozent mehr. Daher sollte man das, was man lernt, mit allen Sinnen „begreifen".
  • Digitale Medien können Lerninhalte lebendig und realitätsnah vermitteln und sprechen oft verschiedene Sinne gleichzeitig an. Das macht Spaß!
  • Wiederholen Sie den Lernstoff beiläufig im Alltag: anhand von aktuellen Ereignissen oder mit Beispielen aus der Interessenswelt Ihrer Kinder.
  • Loben Sie Ihr Kind auch in Momenten, in denen es nicht damit rechnet. Das steigert das Selbstbewusstsein und motiviert.
  • Machen Sie das Lernen zum Abenteuer: Planen Sie mit der Familie Ausflüge ins Museum oder in die Natur und nehmen Sie passende Schulunterlagen mit.
  • Tauschen Sie die Rollen: Interessierte Nachfragen ermutigen Ihr Kind, Ihnen beibringen zu können, was es gerade gelernt hat.

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