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11/03/2016 05:48 CET | Aktualisiert 12/03/2017 06:12 CET

Wundersames Material Teflon - von Pfannen bis hin zur allerersten Atombombe

Paper Boat Creative via Getty Images

Während viele Menschen Teflon vor allem als Beschichtung bei Pfannen kennen, kann dieses Material noch weitaus mehr.

Teflon-Beschichtungen sind auch bei Plissees im Einsatz und dieses wundersame Material bietet sich sogar für die Raumfahrt an. Dabei ist die Erfindung von Teflon eigentlich auf eine Art glücklichen Zufall zurückzuführen.

Denn Roy Plunkett, der Chemiker, auf dessen Konto die Entwicklung dieses Materials geht, war eigentlich mit dem Erfinden eines besseren Kühlschranks beschäftigt, als er auf Teflon stieß.

Seit nunmehr 75 Jahren ist das leichte, reaktionsträge und sehr hitzebeständige Material nun im Einsatz, dem in Zukunft wohl noch viele Einsatzzwecke angedacht werden.

Die Erfindung von Teflon

Der US-Amerikaner Roy Plunkett kann ein paar glücklichen Experimenten mit einem Gas namens Tetrafluroethylen seine Erfindung verdanken. Er setzte kurzerhand einen Kanister dieses Gases unter Druck, bevor er diesen anschließend einfror.

Dies führte zu einer chemischen Reaktion, mit der selbst Plunkett nicht gerechnet hätte. Auf einmal enthielt der Kanister ein weißes Pulver und kein Gas mehr. Polytetrafluorethylen war geboren.

PTFE ist inzwischen weitläufig unter dem Namen Teflon bekannt. Noch heute vertreibt die Firma DuPont, für die Roy Plunkett früher tätig war, dieses Material, welches seinen weltweiten Siegeszug wohl auch mit weiteren Anwendungsbereichen fortsetzen können wird.

Das Patent für Teflon wurde Roy Plunkett übrigens am 4. Februar 1941 erteilt. Dass der Kunststoff, den er zufällig entdeckt hatte, jedoch mehr als nur Bratpfannen revolutionieren sollte, war zum damaligen Zeitpunkt wohl noch niemandem klar.

Ungewöhnliche Eigenschaften von Teflon und neue Einsatzzwecke

In der Tat waren es die ungewöhnlichen Eigenschaften von Teflon, welche diesen Kunststoff so perfekt für eine Reihe von ganz verschiedenen Einsatzzwecken machten. Chemiker sagen von diesem Stoff, dass er sehr reaktionsträge ist, was bedeuten soll, dass Teflon nicht brennbar ist. Das sehr beständige Material verfügt außerdem über einen sehr geringen Reibungskoeffizienten.

wie ließe sich dieser neue Kunststoff am besten einsetzen?

Dies soll wiederum bedeuten, dass an dem Material so gut wie alles abperlt - eine Eigenschaft, die also nicht nur beim Kochen sehr förderlich ist. Somit standen die Forscher vor einem Rätsel - wie ließe sich dieser neue Kunststoff am besten einsetzen? Denn besonders in den Anfangsjahren war die Herstellung von Teflon noch sehr teuer, so dass die Verwendung des Stoffs gut überlegt sein wollte.

In den Zeiten des Zweiten Weltkriegs war es besonders die Regierung der USA, die sich kurz nach der Erfindung von Teflon für diesen Stoff interessierte. Immerhin waren die USA mit der Entwicklung der ersten Atombombe beschäftigt, für die auch das sehr aggressive Uran verwendet wurde.

Ein entsprechend widerstandsfähiges Material musste also her, um die schützende Hülle der Atombombe darzustellen. Bis weniger gefährliche Einsatzzwecke für Teflon sich weiter verbreiteten dauerte es allerdings noch bis in die 1950er Jahre. Damals kam ein Franzose auf die Idee, seine Angelschnur mit Teflon zu beschichten, um sie somit besser entwirren zu können.

Allerdings war es die Frau des besagten Franzosen, welche die Weitsicht hatte, Töpfe und Pfannen mit Teflon zu beschichten und damit den Grundstein für eines der wichtigsten Anwendungsgebiete für Teflon legte. Das Ehepaar Grégoire aus Frankreich sicherte sich dann auch das Patent für genau diese Anwendung von Teflon, die sich bis heute noch einer überaus großen Beliebtheit erfreut.

Teflon in der Küche und Umgangssprache

Mit Teflon beschichtete Töpfe und Pfannen bringen viele Vorteile mit sich. Dazu gehört nicht nur die pflegeleichte Reinigung des Kochgeschirrs, sondern auch die Tatsache, dass mit Teflon fettarm gekocht und angebraten werden kann und kein Anbacken zu fürchten ist.

Allerdings kann eine Teflon-Beschichtung leicht verkratzen, weshalb Vorsicht bei scharfen und spitzen Gegenständen geboten ist. Nur Plastik- oder Holzkochlöffel sollten demnach in Verbindung mit diesem Kochgeschirr verwendet werden.

gibt es einen Sicherheitstipp, welchen die Verbraucher unbedingt beherzigen sollten.

Zum Glück ist es jedoch so, dass die Aufnahme von kleinen Teflon-Teilchen, die sich möglicherweise aus der Beschichtung gelöst haben, unbedenklich ist. Allerdings gibt es einen Sicherheitstipp, welchen die Verbraucher unbedingt beherzigen sollten.

So berichtet Pfannen-test.de beispielsweise, dass Kochgeschirr, welches mit Teflon beschichtet wurde, nur maximal drei Minuten leer erhitzt werden darf. Denn ansonsten können sich die Pfannen so sehr aufheizen, dass sich das PTFE angesichts der heißen Temperaturen zu zersetzen beginnt, was wiederum zu giftigen Dämpfen führen kann.

Dennoch ist Teflon allerdings allseits so beliebt, dass man inzwischen sogar davon spricht, dass Politiker Teflon sein können. Geschehen ist dies in Berlin im Jahr 2010. Damals sprach ein Angestellter der US-amerikanischen Botschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel in diesem Zusammenhang und meinte damit, dass Skandale oder Kritik einfach an ihr abprallen würden - genau wie Flüssigkeiten und Speisen an Teflon-Pfannen.

Ob in Mikrochips, im Bereich der Medizintechnik, als Brillengläserabdichtung oder als wasserfeste Gore-Tex-Kleidung, Teflon begegnet uns inzwischen in vielen Bereichen des täglichen Lebens.

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