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12/02/2016 06:45 CET | Aktualisiert 12/02/2017 06:12 CET

Frauen sind sich einig: Diese Sache macht jeden Mann unattraktiv

Jupiterimages via Getty Images

Am 14. Februar ist Valentinstag. Die Huffington Post widmet sich eine Woche lang dem Thema „Modern Love".

Was bedeutet Liebe in einer vernetzten Welt: man ist nur so verliebt wie das Facebook-Profil es zeigt? Der nächste Partner ist nur einen Wisch weg? Wir daten über Kontinente hinweg?

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Während Frauen der Meinung sind, dass sie ein breites Spektrum der Sexualität bedienen, das weit über „homosexuell" und „heterosexuell" hinausreicht, so sieht ihre Meinung über Männer diesbezüglich doch ganz anders aus, so besagt es eine Umfrage der Zeitschrift Glamour.

Die Zeitschrift Glamour befragte mehr als 1000 Frauen zwischen 18 und 44 über ihre sexuelle Identität und ihre sexuellen Erfahrungen. Frauen bedienen vielleicht ein breiteres Spektrum der Sexualität als jemals zuvor, aber bei Männern sieht das ganz anders aus, fand Glamour heraus.

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63% der befragten Frauen gaben an, einen Mann, der bereits mit einem anderen Mann geschlafen hat, nicht daten zu wollen.

Für die Umfrage, die am 11. Februar veröffentlicht wurde, wurden mehr als 1000 Frauen zwischen 18 und 44 zu ihren eigenen sexuellen Identitäten und sexuellen Erfahrungen befragt. 63 Prozent der Befragten würden sich den traditionellen Kategorien "heterosexuell", "homosexuell" und "bisexuell" zuordnen. Die gleiche Zahl der Befragten gab außerdem an, dass sie einen Mann nicht daten würden, der schon einmal mit einem anderen Mann geschlafen hat.

47 Prozent der befragten Frauen antwortete, dass sie sich schon einmal zu einer anderen Frau hingezogen fühlten. 31 Prozent dieser Gruppe hatte bereits sexuellen Kontakt zu einer anderen Frau. Nur 3 Prozent gaben Sex als den wichtigsten Punkt einer Beziehung an.

Mit Hinblick auf Prominente wie Miley Cyrus, die sich selbst als pansexuell bezeichnet, zeigt der Bericht, wie „viele junge Frauen nicht mehr denken, sie müssen eine einzige Sexualität oder Identität für sich wählen", so Ritch C. Savin-Williams, Ph.D., Direktor des Sex and Gender Labs der Cornell University gegenüber Glamour.

"Viele erschaffen heutzutage ihre eigenen Termini" erklärt Savin-Williams. Diese Entwicklung könnte generationsbedingt sein, da es "eine wachsende Tendenz gibt, sich nicht mehr in eine einzige bestimmte Schublade stecken zu lassen, besonders unter den Millennials."

Die Interviews, die zusammen mit der Umfrage erschienen, gaben zudem einen Einblick in das Spektrum der weiblichen Sexualität. "Es ist nicht so, dass ich eine Frau sehe und sofort denke 'oh, ich will sie flachlegen'. Aber ich bin durchaus der Meinung, dass Sexualität etwas Fließendes ist", so eine der Befragten, die sich Niki nennt. Von ihrer ersten gleichgeschlechtlichen sexuellen Erfahrung sagt sie "es hat Spaß gemacht, aber es hat meine Sicht meiner eigenen Sexualität nicht geändert. Ich dachte nur "Oh, das ist mal eine neue Art, Sex zu haben."

"Ich wusste gar nicht, wie Sex sein konnte, bis ich zum ersten Mal mit einer Frau schlief."

Meghan, eine weitere Befragte, sagte "ich war immer der Meinung, dass ich mich gar nicht so sehr von Heteros unterschied. Ich hatte nur keinen Spaß am Sex. Ich wusste gar nicht, wie Sex sein konnte, bis ich zum ersten Mal mit einer Frau schlief. Dann erkannte, warum Menschen Sex haben."

Die Ergebnisse der Glamour-Umfrage stimmen überein mit der allgemeinen Wahrnehmung, Frauen seien in ihren Sexualitäten fließender als Männer. In einem Blogpost des Blogs „Queer Voices" der HuffPost aus dem Jahr 2015 hat der Sexualtherapeut Joe Kort, Ph. D. diese Diskrepanzen skizziert, jedoch auch bestritten, dass "männliche und weibliche fließende sexuelle Orientierung auf eine Art und Weise ausgedrückt werden, die vielleicht noch nicht auf Papier festgehalten wurden."

"Wenn ein Kerl bei einer Umfrage sein Kreuz bei 'Ja, ich habe mich schon einmal zu anderen Männern hingezogen gefühlt' oder 'Ja, ich habe im letzten Jahr mit einem Mann geschlafen' setzt, dann ist das nicht dasselbe, als würde eine Frau diese Fragen mit 'Ja' beantworten." Trotzdem fügt er hinzu: "Es gibt viele verschiedene Arten, die männliche Heterosexualität auszudrücken."

In der Tat scheint sich das Blatt zu wenden. Im Oktober des Jahres 2015 outete sich Nyle DiMarco, Teilnehmer der Show „America's Next Topmodel", als sexuell nicht eindeutig orientiert.

Hoffentlich werden sich noch mehr Männer an Nyle DiMarco ein Beispiel nehmen, so dass das Stigma, das Männer, die mit anderen Männern geschlafen haben, umgibt, sich auflösen wird.

Dieser Artikel erschien zuerst in der Huffington Post USA und wurde von Cornelia Lüttmann aus dem Englischen übersetzt.

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