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14/12/2015 13:07 CET | Aktualisiert 14/12/2016 06:12 CET

Was ich wirklich nach zwei Schwangerschaften zugelegt habe

Jessica Hendrickson

Von Jessica Hendrickson, Autorin bei CTWorkingMoms.com

Ich habe eine ganze Menge zugelegt seit ich schwanger war. Mehr, als ich je erwartet hätte. Wenn mich mein 21-jähriges Ich jetzt sehen könnte, würde sie mich nicht wiedererkennen - und das hat mich (um ehrlich zu sein) schon mehr als einmal zum Weinen gebracht. Wollt ihr wissen, wieviel ich zugelegt habe? Ich werde es euch sagen.

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Bis zum heutigen Tag habe ich gut zwanzig Kilo in Form von einem klugen, witzigen, süßen, sensiblen Menschen und 11 Kilo in Form von einem verschmusten, kichernden, neugierigen kleinen Menschen mit dicken Backen zugelegt.

Bitte hört zu. Unseren postnatalen Körpern wird so viel Aufmerksamkeit geschenkt. Überall, wo du hinsiehst, posten Stars Bikini-Selfies nur Tage nachdem sie ein Kind geboren haben. Die Medien schreien uns an, dass wir "die Schwangerschaftspfunde in 30 Tagen verlieren!" sollen und unseren "Vor-dem-Baby-Körper zurückholen" sollen. Dann schauen wir in den Spiegel und fragen uns, warum unsere Körper nicht so aussehen, wie die aus einem Victoria's-Secret-Katalog. Deshalb will ich nicht übers Abnehmen, sondern übers ZULEGEN sprechen. Lasst uns uns darauf konzentrieren, was wir wirklich zulegen, wenn wir Mutter werden.

Wir legen an Perspektive zu. Denkt daran, was euch wichtig war, bevor ihr ein Kind hattet. Jetzt denkt daran, was euch heute wichtig ist. Denkt daran, wie es ist, wenn euer Baby krank oder frustriert oder traurig ist. Wie sehr euer Herz dann schmerzt. Denkt daran, was euch nachts wachhält, woran ihr immer am meisten denkt. Denkt daran, wie euer ganzes Wesen von dem puren Gedanken an euer Baby, seinem Anblick, seinen Geräuschen, seinem Geruch eingenommen ist. Das ganze Leben hat plötzlich eine andere Perspektive bekommen.

Wir legen an Selbstlosigkeit zu. Es schleicht sich langsam an uns heran. Wir wachen nicht eines Tages auf und beschließen jetzt selbstlos zu sein. Es passiert einfach. Unsere Seele führt uns sanft in diese Richtung. Ganz still. Unsere Welt dreht sich nicht mehr so um uns, wie sie es vor dem Baby getan hat. Der Teil unserer Selbst, auf den wir uns nun konzentrieren, liegt außerhalb unseres Körpers. Jede Entscheidung, die wir treffen, treffen wir mit dem Gedanken an jemand anderen. Diese andere Person kommt vor allem anderen. Wir opfern: Schlaf, Eitelkeit, Zeit, Geld und unser selbst. Und wir machen das, ohne es in Frage zu stellen oder zu zögern, weil es völlig natürlich für uns ist.

Wir legen an Gefühl für Bedeutung zu. Die Freude, der Schmerz, die Höhen, die Tiefen. Unser Leben hat nun so viel mehr Bedeutung, da wir nun einen kleinen Menschen großziehen. Wir haben so viel Macht -- so viel Verantwortung. Das ist ziemliche beängstigend und manchmal ist es auch einfach zu viel. Aber trotzdem ist das einfach jetzt unser Leben. Und das nehmen wir gerne an.

Wir legen an bedingungsloser Liebe zu. Ihr seid Mama. In ihren Augen gibt es auf der ganzen Welt niemand, der so ist, wie ihr. Sie würden euch blind wiederfinden. Sie brauchen euch, wenn sie Angst haben, glücklich, verletzt, stolz oder traurig sind. Sie brauchen euch, weil ihr ihr seid. Punkt. Ihre Liebe ist rein und einzigartig und bedingungslos.

Wir legen an Selbstwert zu. Als Mutter sind wir uns der Tatsache bewusst, dass wir nicht perfekt sind. Wir streben ständig nach dem Titel als "Mama", indem wir uns entwickeln und lernen. Wir wissen, dass wir nichts wissen. Und dennoch sagt uns unser Herz, dass wir gebraucht werden. Wir werden geliebt. Wir sind gut. Wir sind es wert, ihre Mutter zu sein.

Das nächste Mal, wenn du in den Spiegel schaust und instinktiv kritisierst, was du siehst, bitte denk an Folgendes:

Diese postnatalen Arme tragen verschlafene, warme, kleine Körper in ihr Bettchen. Sie schlafen ein und werden taub, weil wir uns nicht trauen, uns zu bewegen. Sie wickeln trockene Handtücher um zitternde kleine Schultern, umarmen ausgestreckte kleine Arme, fangen tollpatschige Kleinkinder kurz bevor sie hinfallen und heben schreiende Babys in die Luft. Eure Beine schmerzten als ihr stundenlang euer Neugeborenes beruhigt habt und euch dabei auf keinen Fall hinsetzen konntet, weil das dem Baby nicht gefiel. Eure Beine sind eurem Kleinkind hinterhergerannt, als es auf die Straße laufen wollte. Sie haben sich gebeugt, um heruntergefallene Schnuller aufzuheben, während ihr euer Kind auf dem Arm hattet. Eure unmanikürten Hände trocknen tränennasse Gesichter und putzen laufende Nasen, streicheln Rücken, halten winzige Hände, waschen dreckige Füße, decken zu, kitzeln, schubsen Schaukeln, fangen Erbrochenes auf, liebkosen Wangen, kühlen fiebrige Stirnen, beruhigen, geben Halt, trösten, lieben.

Das nächste Mal, wenn du in den Spiegel schaust, denk daran, wie viel Glück du hast, dass du so viel zugelegt hast.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich bei CTWorkingMoms.com.

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Dieser Blog erschien ursprünglich bei der Huffington Post USA und wurde von Franca Lavinia Meyerhöfer aus dem Englischen übersetzt.

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