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04/11/2015 03:31 CET | Aktualisiert 04/11/2016 06:12 CET

Deutschland, ich schäme mich...

Thinkstock

Ein Text für alle, die wie ich, mit jedem Tag mehr nur noch den Kopf schütteln können über das, was in Deutschland zurzeit passiert!

~Credo

Deutschland, ich schäme mich...

Ich schäme mich dafür, wie sich deutsche Politiker wie Kleinkinder in Streitigkeiten verlieren, während Flüchtlinge auf den Straßen betteln müssen und sich den Arsch abfrieren. Nur weil kaum einer bereit ist, einen Schritt auf den anderen zu zu gehen, sich nicht einmal in der zurzeit vorherrschenden Situation als Einheit zu verstehen.

Billige Drohungen und Anfeindungen werden seitens der Politiker öffentlich gemacht, ausgeblendet... weiter hat uns das seit Monaten überhaupt noch nicht gebracht, klar, Abschreckungsvorschläge gab es in den letzten Monaten wahrlich zu Genüge,nur umso weniger Vorschläge für ein funktionierendes und nachhaltiges Sozialgefüge.

Ich schäme mich dafür, dass Menschen in Massen in dieses Land geholt werden, bei denen nicht ausgeschlossen wird, ob nicht manche sogar den Erfrierungstod sterben, und der Rest in menschenunwürdigen Massenunterkünften regelrecht vor sich hin vegetiert, und kaum einer der Regierenden einen Gedanken über deren Perspektivlosigkeit verliert.

Es wird stets von zu Hunderten zusammengescharten Menschen ein Danke erwartet, von manch einer Partei immer wieder aufgewiegelt und ein Protestzug gestartet, es wird geredet und geredet... nur Floskeln und der übliche Stuss, der Tenor immer derselbe: Dass sich etwas ändern muss!

An den Ursachen für die Flüchtlingskrise wird sich nur sehr ungern gewagt, lieber debattiert, ständig Pläne umgeworfen und dann "Wir schaffen das" gesagt, während jeden Tag neue Menschen in diesem Land eine neue Heimat sehen, obwohl eigentlich noch keiner weiß, wie wir mit schon Angekommenen umgehen.

Doch wem geht es denn um die Flüchtlinge, wer hat gar das Individuum vor Augen?

Geht es doch viel zu oft darum, an der eigenen politischen Karriere zu schrauben, anstatt in dem Motto "Gemeinsam sind wir stark!" jemals einig zu sein, lassen sich unsere Politiker lieber mit der Klatschpresse ein.

Viel zu sehr geht es darum, wie können wir abschrecken und den Zugang zu Deutschland erschweren, statt, wie könnten wir Massen an Zugewanderten nachhaltig integrieren und die deutsche Sprache lehren, viel zu sehr geht es darum, seine Zeit mit Protesten und Hasstiraden zu verschwenden, anstatt jenen, die sich in dieses Land eingliedern möchten, irgendeinen Willkommensgruß zu senden.

Es sind da jene erbärmlichen Parteien, deren einziges Ziel es ist, noch weiter Öl ins Feuer zu gießen, und gewillt sind, die deutsche Grenze mit Waffengehalt zu sichern, ja auf Flüchtlinge zu schießen, die Vorstände werden bejubelt und gefeiert, wie einst Hitler zu seiner besten Zeit, und jener wird attackiert und niedergestochen, der nach friedlicheren Alternativen schreit.

Ich schäme mich für jene, die ihre Blicke nicht auf die wirklich Hilfsbedürftigen lenken, sondern lieber pöbelnd und grölend durch die Straßen ziehen und die Deutschlandflagge schwenken, aus denen nur der pure Egoismus und leider auch zumeist die pure Dummheit schreit, fehlt doch für Recherche und Information der Intellekt... oder auch nur die Zeit.

"Wir sind das Volk" hört man sie immer und immer wieder schreien, ein Satz den sie einer eigentlich vergangenen Zeit beleihen, ihn nun verwenden, sie, in denen nur der pure Hass keimt, bei denen keinerlei Belehrung Erfolg zu bringen scheint.

Sie halten fest an ihren dumpfsinnigen Argumenten, die sie schon längst von den Werten ihres ach so geliebten Deutschlands trennten, und setzen sich ein für die sogenannte deutsche Kultur, anstatt einzusehen, dass sie von einem Ideal ausgehen, bleiben sie stur.

Ich schäme mich dafür, dass Flüchtlingsheime von sogenannten besorgten Bürgern Feuer fangen, Übergriffe auf Heime oder einzelne Zugewanderte alltäglich den Status einer Normalität erlangen, dass da Menschen in widerwärtiger Selbstgerechtigkeit wöchentlich los marschieren, voller Gleichgültigkeit, dass da andere auf ihrem Weg nach Deutschland ihr Leben verlieren, es aber in Kauf nehmen, weil es in ihren Heimatdörfern für sie keine Zukunft mehr gibt, doch sich darin einzufühlen ist wohl jener Verwöhnte nicht fähig, der so sehr sein Land liebt.

Um sich zu artikulieren, kennen viel zu viele in diesem Land nicht mehr als die Sprache der Gewalt, vergessen Anstand, Respekt, Toleranz und jeglichen Zusammenhalt, weniger Steuern, mehr Rente oder auch lediglich keine Fremden, dass sind die Träume, die derzeitig in einem widerwärtigen Kleinkrieg enden.

Deutschland, ich schäme mich, dass es uns nicht gelungen ist, den Rechtsextremismus zu verbannen, aus jenen Fehlern im menschlichen Umgang zu lernen, auf die sich unsere Vorfahren damals besannen, und dass in unserem Land nun nationalistisches Gedankengut wieder eine so hohe Prominenz erreicht, und die in den letzten Jahrzehnten aufgebaute Abkehr hiervon immer und immer weiter weicht.

Die Flüchtlingsdebatte, die macht uns alle sorgsam, wissen wir doch noch nicht, wo geht es hin, sind doch selbst Politiker überfordert und kommen ihnen höchstens Transitzonen in den Sinn, erst wenn sie ein Ende ihres machtpolitischen Gerangels irgendwann einmal anvisieren, wird sich zeigen müssen, wie viele Menschen mussten bis dahin hungern, leiden oder auch frieren.

Die politische Stagnation, die herrscht, während tägliche neue Flüchtlinge den Weg nach Deutschland finden, sie lässt nur Ängste und Chaos und zeitgleich die Hoffnung auf einen zeitigen Masterplan schwinden, während zusätzlich die besorgten Bürger selbst jene sind, die einen besorgt werden lassen, weil sie doch nicht mehr klar denken, sondern nur noch nachplappern und hassen.

Dabei ist es doch wirklich Zeit, dass die Deutschen in ihrer vielleicht größten Herausforderung zueinander finden, keine Ideologien, Vorurteile oder Hetzerei, sondern wirkliche Lösungsansätze an sich binden, die allen, gerade auch den Flüchtlingen, den neuen Einheimischen, ein friedliches Zusammenleben bereiten, um jenen zu entgehen, ungebremst in eine für dieses Land traurige Zukunft zu schreiten.

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