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09/04/2016 11:08 CEST | Aktualisiert 10/04/2017 07:12 CEST

Tipps für 24 Stunden Regensburg

Cornelia Lohs

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Die Wege zwischen den Sehenswürdigkeiten in der ältesten komplett erhaltenen mittelalterlichen Altstadt nördlich der Alpen sind kurz. Im UNESCO Weltkulturerbe mit seiner faszinierenden Architektur aus mehreren Jahrhunderten stößt man auf knapp 1400 denkmalgeschützte Bauwerke und Statuen. Wo beginnt man bei so vielen Sehenswürdigkeiten am besten mit einer Stadttour? An einem der höchsten Punkte der Stadt, natürlich, um sich mit einem Rundumblick einen Überblick zu verschaffen. Ich mache mich auf zur Dreieinigkeitskirche (Am Ölberg 1), von deren Nordturm man das schönste 360°-Panorama über Regensburg haben soll. Leider habe ich mich in den Öffnungszeiten geirrt - eine Turmbesteigung ist vor 12 Uhr nicht möglich. Eine Alternative ist der Brückturm, den ich über zahlreiche Altstadtgässchen erreiche.

Brückturm und Steinerne Brücke

10:00

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Das oberste Stockwerk des eckigen Bauwerks am südlichen Ende der Steinernen Brücke bietet einen fantastischen Blick über die Dächer der Altstadt, die Brücke und die Donau und vermittelt einen ersten Eindruck von der Stadt.

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Blick über die Dächer der Altstadt vom Brückturm

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Die Steinerne Brücke bietet ringsum herrliche Fotomotive.

Der Turm aus dem 14. Jahrhundert ist der letzte von ehemals drei Wehrtürmen der Brücke und beherbergt heute ein Museum zur Geschichte der Steinernen Brücke, die im 12. Jahrhundert als Weltwunder galt. Der Bau der über 300 Meter langen und acht Meter breiten Brücke dauerte von 1135 bis 1146.

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Die Brücke wird gerade saniert. Wie sie zurzeit aussieht, ist weiter unten auf dem Foto "Blick von der Eisernen auf die Steinerne Brücke" zu sehen.

Das Meisterwerk der mittelalterlichen Baukunst gilt als älteste Steinbrücke Deutschlands und diente als Vorbild für die Karlsbrücke in Prag.

(Brückturm-Museum, Weiße-Lamm-Gasse 1, April bis Oktober tägl. 10-19 Uhr, Nov.-März geschlossen, Ticket: 2€).

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Auf dem Weg vom Brückturm zum Alten Rathaus steht unübersehbar das Goliathhaus. Auf der Fassade der zinngekrönten Patrizierburg aus dem 13. Jahrhundert befindet sich das monumentale Wandgemälde „David gegen Goliath." Der Turm beherbergt das Sternerestaurant „Storstad" von Anton Schmaus.

Altes Rathaus mit Reichssaal

11:00

Regensburg war über drei Jahrhunderte das politische Zentrum des Heiligen Römischen Reiches, weshalb die Reichstage ab 1594 in der Donaustadt und von 1663 bis 1806 immerwährend im Reichssaal des schmucken Rathauses abgehalten wurden, dessen ältester Teil aus dem 13. Jahrhundert stammt. Der pompöse Reichssaal war Sitz des ersten (zwar nicht demokratisch gewählten) deutschen Parlaments.

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Am Erker des Reichssaals winkten die Kaiser und Könige dem Volk zu.

Aus der Zeit der Reichstage stammen die Redewendungen „das Geld zum Fenster hinaus werfen", „etwas auf die lange Bank schieben" und „Entscheidungen am grünen Tisch fällen. Als Zeichen der Großzügigkeit warfen die Stellvertreter der Reichsstände zu besonderen Anlässen Münzen durch das Erkerfenster auf das Volk hinab, und durch ihre stundenlangen Beratungen auf langen Bänken entstand der dazu passende Spruch. Ihre Entscheidungen wurden übrigens an einem mit grünem Samt bedeckten Tisch gefällt.

(Rathausplatz 4, Zugang nur mit Führungen: jede halbe Stunde von 9.30-12 Uhr und 13.30-16 Uhr, Dauer: 60 Min., Eintritt: 7,50 €/ermäßigt 4 €. Im Gebäude des Alten Rathauses befindet sich übrigens die Tourist Information).

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Das Prinzess Café am Rathausplatz war 1686 das erste Café-Haus in Deutschland. Pause? Hier gibt es die besten Pralinen der Stadt!

Goldenes Kreuz - des Kaisers folgenreicher One-Night-Stand

12:00

Einen Steinwurf vom Alten Rathaus entfernt steht das im 13. Jahrhundert errichtete Hotel Goldenes Kreuz, in dem Karl V., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nationen, während eines kurzen Aufenthaltes im Jahre 1546 logierte. Hier verbrachte der 46-jährige Herrscher eine stürmische Nacht mit der 18-jährigen Gürtlerstochter Barbara Blomberg, was nicht ohne Folgen blieb. Neun Monate später brachte Blomberg einen Sohn zur Welt, der als außerehelicher Sohn vom Kaiser anerkannt und in Spanien erzogen wurde. 1571 ging er als Don Juan d'Austria und als Held der Seelschlacht von Lepanto in die Geschichte ein. Die Geschichte der Affäre ist als Inschrift auf der Fassade des Hotels (Haidplatz 4) angebracht.

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Hotel Goldenes Kreuz

Dom St. Peter

12:30

Der Dom, der sämtliche Gebäude der Altstadt überragt, ist der ideale Orientierungspunkt bei einem Altstadtspaziergang. Mit dem Bau wurde 1273 begonnen, aber erst 600 Jahre später war das Meisterwerk vollendet. Hingucker sind die zahlreichen hochkarätigen Kunstwerke, die bunten Glasfenster sowie die die größte freihängende Orgel der Welt mit 80 Registern, 5871 Pfeifen und einem Gewicht von über 36 Tonnen.

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(Domplatz 1, tägl. ab 6.30 Uhr geöffnet: Nov.-März bis 17 Uhr, April, Mai, Okt. bis 18 Uhr, Juli-Sept. bis 19 Uhr, Eintritt frei).

Lunch im Taracafé

13:00

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Das erste rein vegane Café der Stadt liegt etwas versteckt, zumindest abseits der „Touristenrouten", nicht all zu weit vom Dom entfernt. Gemäß der Philosophie des kleinen Restaurants „Vegane Ernährung bedeutet keinen Verzicht" wechseln das reichhaltige Mittagsmenü und die Smoothies täglich, die Gerichte werden mit Bio-Zutaten zubereitet, und zum Nachtisch bzw. zum Kaffee oder Tee gibt es leckere Kuchen und Zimtschnecken. Bei mir ist es „Liebe auf den ersten Biss", sodass ich am nächsten Tag wiederkomme.

(Am Brixener Hof 5, Mo-Sa 9-20 Uhr, So geschlossen, Hauptgerichte 8,50-9,50 €).

Historisches Museum mit Minoritenkirche

14:00

Das Museum befindet sich im ehemaligen Franziskanerkloster St. Salvator. Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf dem römerzeitlichen Regensburg und dem Mittelalter.

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Mein persönliches Highlight sind die imposante, aus drei Schiffen bestehende Minoritenkirche (Foto oben) aus dem 13. Jahrhundert, die Teil des Museums ist, sowie der Kreuzgang mit dem Klosterbrunnen.

(Dachauplatz 2-4, Di-So 10-16 Uhr, Eintritt: 5 €/ermäßigt 2,50 €).

Städtische Galerie im Leeren Beutel

15:00

Bis zum 15. Mai zeigt die Galerie die Fotoausstellung „Remembering Sam - Sam Shaw. 60 Jahre Fotografie" (240 Fotos), die ich mir als Fan der Schwarzweißfotografie unbedingt anschauen möchte.

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In zwei gigantischen Räumen wandere ich zwischen Reportagefotos, die Politiker, Vietnam-Kriegsgegner und das Leben in den rassistischen Südstaaten Mitte des 20. Jahrhunderts zeigen sowie fantastischen Fotografien von Hollywoodstars, Künstlern (darunter Chagall), Musikern, Schriftstellern und Intellektuellen umher. Neben Wechselausstellungen werden in dem Gebäude aus dem 16. Jahrhundert, das einst als Getreidespeicher genutzt wurde, auf drei Etagen Werke aus der Sammlung ostbayerischer Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts gezeigt.

(Wo? Bertoldstraße 9, Di-So 10-16 Uhr, Eintritt: 5 €/ermäßigt 2,50 €).

Kunstforum Ostdeutsche Galerie

16:00

Und weil ich Schwarzweißfotografie so liebe, fahre ich mit dem Bus zum Kunstforum Ostdeutsche Galerie, wo noch bis zum 5. Juni die Ausstellung „Nur die Nähe - auch die Ferne" läuft. Gezeigt werden 160 Fotografien von Detlef Orlopp - Porträts sowie ganz außergewöhnliche Aufnahmen von Landschaften, Felsformationen und dem Meer. In ihrer Dauerausstellung präsentiert die Galerie Werke von Künstlern aus ehemals deutsch geprägten Kulturräumen in Osteuropa. Darunter Max Pechstein, Ludwig Richter, Käthe Kollwitz und Lovis Corinth.

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(Wo? Dr.-Johann-Meier-Str. 5, Bus Nr. 6 Richtung Wernerwerkstraße ab Dachauplatz bis Haltestelle Ostdeutsche Galerie, Di-So 10-17 Uhr, Do bis 20 Uhr, Eintritt: 6 €/ermäßigt 4 €).

Stadtamhof

17:30

Der Stadtteil gegenüber der Altstadt, auf der anderen Seite der Steinernen Brücke, ist mit seinen kleinen Läden, Handwerksbetrieben, idyllischen Hinterhöfen und seiner ruhigen Atmosphäre eine Welt für sich. Bis 1924 war Regensburgs heute kleinster Bezirk eine selbständige Stadt. Sehenswert ist der ehemalige zweigeschossige Salzstadel „Andreasstadel", der heute ein Kaffeehaus, eine Kunstakademie, Künstlerateliers, Kinos und ein kleines Hotel beherbergt.

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Mich zieht es gleich zweimal über die Brücke - Schuld sind die wunderschönen Modelle im Hutsalon von Modistin Lilo Kincaid (Stadtamhof 9), denen ich nicht widerstehen kann.

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Von Stadtamhof lohnt sich ein Spaziergang zur Eiserne Brücke, von der aus man einen grandiosen Blick auf die Altstadt und den Dom hat (Foto unten).

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Blick von der Eisernen auf die Steinerne Brücke.

Abendessen - die Qual der Wahl

19:00

In der Altstadt gibt es eine stattliche Dichte an Restaurants für jeden Geldbeutel und Geschmack. Auskunft über sämtliche Restaurants gibt die Broschüre „Regensburg erleben", die man kostenlos im Tourist Office erhält. Meine Empfehlung für Veganer und Vegetarier ist das Plan 9 in der Steinergasse 4.

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Wunderschöne Fotomotive findet man am Ufer der Donau.

Tipp: Nette Toilette - falls auf dem Altstadtspaziergang die Blase drückt! Unter diesem Motto stellen einige Gastronomen ihre Toiletten zur kostenlosen Nutzung zur Verfügung. Wo man mal eben darf, erkennt man an dem roten Aufkleber mit Smiley an der Tür. Einen Faltplan mit den „netten Toiletten" erhält man im Tourist Office.

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Idyllisches Kaffeeplätzchen im Sorat-Inselhotel.

Die Reise wurde von der Regensburg Tourismus GmbH unterstützt.

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