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28/08/2015 07:02 CEST | Aktualisiert 28/08/2016 07:12 CEST

24 Stunden Gent

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Sicht auf Gent vom Wehrhof der Burg Gravensteen

Wohin zuerst? Zur Burg Gravensteen

10:00

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Die Rundumsicht vom Wehrhof der imposanten Wasserburg der Grafen von Flandern, die mitten in der Stadt liegt, verschafft mir einen ersten Überblick über Gent. Die Burg aus dem 9. Jahrhundert ist das älteste Gebäude der Stadt. 15 Stationen führen durch das mächtige Bollwerk, dessen Inneres mich in wenigen Minuten ins Mittelalter zurück versetzt: Ritterrüstungen, Waffen, Kerkerloch und zahlreiche Folterwerkzeuge.

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Folterkammer auf Burg Gravensteen

Da es mich in den kalten Räumen fröstelt, ziehe ich noch eine Runde über den Wehrhof und genieße den Blick auf die Stadt.

(Wo? Sint Veelreplein 11, 1.4.-31.10. tgl. 10-18 Uhr, 1.11.-31.3. tgl. 9-17 Uhr)

Zeitreise im Haus von Alijn

11:00

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Nicht weit von der Burg liegt das Volkskundemuseum „Huis van Alijn", wo ich mich auf eine Zeitreise durch das Genter Alltagsleben der letzten 200 Jahre begebe. Eine wohlhabende Familie stiftete den Gebäudekomplex im 14. Jahrhundert als Armenhaus aus Sühne für einen begangenen Mord. Jedes Zimmer repräsentiert ein anderes Jahrzehnt. Man findet Alltagsgegenstände, Mode aus der Zeit der beiden Weltkriege, Spielzeug, Fotografien von Genter Familien, einen Tante-Emma-Laden und vieles mehr.

(Wo? Kraanlei 65, Die-Sa 11-17.30 Uhr, So 10-17.30 Uhr)

Genter Altar in der Sint-Baafs-Kathedraal

12:30

Das berühmteste Kunstwerk Flanderns, der monumentale Flügelaltar der Brüder van Eyck aus dem 15. Jahrhundert, gilt als das rätselhafteste Kunstwerk seiner Zeit. Kunsthistoriker interpretieren die nach der Apokalypse des Johannes gemalte Anbetung des Gotteslammes seit Jahrhunderten immer wieder neu. Rund eine Million Touristen aus aller Welt kommen jährlich einzig wegen des Altars nach Gent. Die Schlange vor der Kathedrale ist zum Glück nicht all zu lang. Nach 10 Minuten Wartezeit bekomme ich an der Kasse in der nördlichen Turmseitenkapelle einen Audioguide, der mir die Abbildungen auf dem Altar erklärt. Der Altar ist übrigens in George Clooneys Kunstkrimi „Monuments Men" zu sehen. Allerdings handelt es sich im Film nicht um das Original, sondern um eine Reproduktion.

(Wo? Sint-Baafsplein 1.4.-31.10. Mo-Sa 8.30-18 Uhr, So 10-18 Uhr, 1.11.-31.3 Mo-Fr 8.30-17 Uhr, So 10-17 Uhr)

Mittagessen im Avalon

13:30

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Auf dem Weg zum Restaurant überquere ich den Sint-Veerleplein. Während der Zeit der Inquisition diente der Platz als Hinrichtungsstätte. Heute ist er beliebter Treffpunkt für Touristen aus aller Welt. Wohl auch ein Grund dafür, warum sich das Tourist Office „Visit Gent" gleich daneben auf dem Komplex des Alten Fischmarktes niedergelassen hat.

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Sint-Veerleplein mit dem alten Fischmarkt

Gent gilt als Vegetarier-Hauptstadt Europas und seit 2009 ist donnerstags in allen Restaurants und Kantinen Veggie-Tag. Ich habe also die Qual der Wahl und entscheide mich letztlich für das biologisch-vegetarische Restaurant Avalon, auf dessen Speisekarte Pastagerichte, Gemüsetarte, Gemüseteller und frisch gepresste Säfte und Smoothies stehen.

(Wo? Geldmunt 32, Die-Sa 11.30-14.30 Uhr, Fr und Sa auch von 19-23 Uhr)

Hieronymus Bosch im Museum für Schöne Künste

14:30 Uhr

Nach dem Essen setze ich meine Tour an der Leie entlang zur St.-Michael-Brücke fort. Auf der Brücke bietet sich mir einer der schönsten Blicke auf die Skyline Gents.

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Mein ursprünglicher Plan war eigentlich eine Bootstour. Als es aber plötzlich stark zu regnen anfängt, springe ich ins nächste Taxi und lasse mich zum Museum für Schöne Künste im Citadelpark fahren. Highlights sind die phantastischen grotesk-satirischen Werke von Hieronymus Bosch sowie einzelne Gemälde flämischer Expressionisten, Impressionisten und Surrealisten, darunter Magritte.

Historische Rundfahrt auf den Kanälen

16:00

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Bootstour im Regen? Vor lauter Schirmen sieht man kaum was von der Altstadt

Es regnet nicht mehr, als ich das Museum verlasse, deshalb marschiere ich zu Fuß ins Zentrum zurück und hole die versäumte Bootstour nach. Der Blick von den Grachten auf die Altstadt ist eine völlig andere als die Sicht während eines Spazierganges. Ein Tourguide erzählt alles Wissenswerte zu den wichtigsten Baudenkmälern, an denen wir vorbei gleiten, wie: St. Nikolauskirche, Belfried, Sint-Baafs-Kathedrale, Zunfthäuser, Burg Gravensteen, Prinsenhof, Geburtshaus Kaiser Karls V., Fischmarkt, Augustiner- und Dominikanerkloster, diverse Handelshäuser, Haus der Freudenmädchen, alter Hafen.

(Wo? Grünes Bootshaus, Korenlei 4A, ganzjährig täglich geöffnet, Abfahrt alle 20 Minuten)

Shopping - Mode und Pralinen

17:00

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Das Einkaufsviertel befindet sich zwischen dem Belfried und der Unibibliothek sowie in den Seitenstraßen des Vrijdagmarktes. In der Veldstraat befinden sich zahlreiche Boutiquen mit den Kreationen junger belgischer Designer. Viele Läden bieten Mode in Kombination mit Deko-Artikeln an. Meine Tipps: japanisch-belgische Pralinen und Tees bei Yuzu in der Walpoortstraat 11a, Les filles et les chiens, trendiger Konzeptladen in der Zuidstationstraat 9, Oorcussen, sechs belgische Designer unter einem Dach am Vrijdagmarkt 7 und die Schokoladenbar Chocolato in der Sint-Michielshelling 7.

(Info: Die Geschäfte in Gent haben bis 18/19 Uhr geöffnet, freitags teilweise bis 21 Uhr. Wer ausgiebig shoppen möchte, sollte daher am frühen Nachmittag damit beginnen)

Abendessen im Lekker

19:30

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Im Lekker esse ich immer wieder, wenn ich in Gent bin. Das beliebteste vegane Restaurant der Stadt macht seinem Namen alle Ehre - alles schmeckt einfach super lecker. Bezahlt wird nach Gewicht - je mehr man auf den Teller packt, desto höher der Preis.

(Wo? Maria-Hendrikaplein 5-6 (ggü. Hauptbahnhof), Mo-Sa 12-21.00 Uhr, So 12-15 Uhr)

Allgemeine Informationen: http://www.visitgent.be

TIPP: Jeden Freitag, Samstag und Sonntag findet von 8-13 Uhr auf der Beverhoutplein ein Trödelmarkt statt auf dem man garantiert alles findet, was das Herz begehrt.

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Trödelmarkt in Gent

City Card Gent: 48 Stunden für 30 Euro. Die Karte garantiert freien Eintritt in alle wichtigen Museen, Denkmäler und Hauptattraktionen Gents, freie Fahrt mit Bussen und Straßenbahnen, eine Bootsfahrt mit Guide gratis sowie die kostenlose Nutzung eines Fahrrades für einen Tag.


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