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29/08/2015 10:08 CEST | Aktualisiert 29/08/2016 07:12 CEST

Baisse an den Aktienmärkten - Sind Sie richtig positioniert?

ullstein bild via Getty Images

In Bezug auf die Aktienmärkte bin ich in den vergangenen Monaten nicht müde geworden, Sie hier immer wieder auf das sehr hohe Risiko einer bald beginnenden Aktienbaisse hinzuweisen.

Die Baisse hat begonnen

Hoffentlich haben Sie sich schon mit Short-Produkten eingedeckt, um von den jetzt fallenden Börsenkursen zu profitieren. Denn nun ist es soweit, die Baisse hat begonnen.

Schließlich gleicht die aktuelle Situation in fast jeder Hinsicht den Jahren 1929, 1972, 1999/2000 und 2007. Wie Sie auf dem folgenden Chart des Dow Jones Industrial Average sehen, stellen diese Jahreszahlen das Who-Is-Who oberer Wendepunkte an den Aktienmärkten dar.

Ihnen folgten ausnahmslos verheerende Baissephasen und Rezessionen. Auch dieses Mal wird es so kommen, und wir befinden uns schon mittendrin.

Dow Jones Industrial Average, 1900 bis 2015

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Die aktuelle Lage gleicht der Situation in den Jahren 1929, 1972, 2000 und 2007. Quelle: StockCharts.com

Die hohe Überbewertung spricht für herbe Verluste

Gemessen am S&P 500 Index dauert eine zyklische Baisse im Durchschnitt 19 Monate, und die Kursverluste betragen 39%. Doch es könnte noch schlimmer kommen: Aufgrund der hohen Überbewertung des US-Aktienmarktes ist nämlich eine überdurchschnittliche Baisse wahrscheinlich.

Fast alle bewährten Kennzahlen der Fundamentalanalyse kommen zu demselben Ergebnis: Die Überbewertung war nur ein einziges Mal höher als heute, und auch das nur für wenige Monate im ersten Halbjahr 2000.

Extreme Überbewertung

Damals beruhte diese extreme Überbewertung überwiegend auf den drei Sektoren Technologie, Medien und Telefonie. Dieses Mal zieht sich die Überbewertung durch nahezu alle Sektoren. Sie geht also sehr viel mehr in die Breite als jemals zuvor, wodurch sich das Gesamtmarktrisiko natürlich deutlich erhöht.

Wie die vergangenen zwei Jahre gezeigt haben, reicht eine extreme Überbewertung allerdings nicht aus, um eine Spekulationsblase zum Platzen zu bringen. Solange die Mehrheit der Marktteilnehmer bullish ist, zeigt sich das Kartenhaus stabil. Die Baisse beginnt erst, wenn die massenpsychologische Verfassung der Marktteilnehmer dreht, aus welchen Gründen auch immer.

Bewährte Indikatoren haben den Stimmungsumschwung signalisiert

Anhand bewährter technischer Indikatoren wie beispielsweise der Advance-Decline-Linie der New York Stock Exchange habe ich Ihnen gezeigt, dass dieser massenpsychologische Wandel hinter den Kulissen stabiler und teilweise sogar noch leicht steigender Kurse immer deutlicher sichtbar wurde. Insofern kam der jüngste Kurseinbruch für Sie nicht überraschend.

Die Anhänger des Zentralbankkults haben allerdings alle Warnsignale mit dem Argument in den Wind geschlagen, dass die Zentralbanken fallende Aktienkurse erstens verhindern könnten und zweitens auch verhindern würden. Nun wird diese These, die ich als die entscheidende Kernthese der aktuellen Spekulationsblase betrachte, durch den Kurseinbruch an den Aktienmärkten erschüttert.

Zentralbankbürokraten

Ich habe immer wieder darauf gepocht, dass Zentralbankbürokraten und andere Planwirtschaftler nicht allmächtig sind und dass sich die Marktkräfte früher oder später wieder durchsetzen werden. Der kleine Crash der vergangenen Tage ist der Weckruf, dass dieser Prozess jetzt begonnen hat.

Wie schnell die Luft aus dieser Blase entweichen wird, weiß ich nicht. Wahrscheinlich wird es anderthalb bis zwei Jahre dauern, bevor die Märkte unten angekommen sind. Der Weg dahin wird Ihnen außergewöhnliche Chancen bieten, um an fallenden Kursen zu verdienen.


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