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07/10/2015 06:07 CEST | Aktualisiert 07/10/2016 07:12 CEST

Willkommenskultur: Diese kleinen und großen Gesten zeigen wie mitfühlend Deutschland ist

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Die Solidarität mit den Flüchtlingen, die in Deutschland seit September ankommen, hat viele Nationen beeindruckt. Weniger die Politik, die dann auch irgendwann nachzog, sondern die Hilfsbereitschaft tausender Helfer, Leute, die Wasserflaschen am Bahnhof verteilen, die Sprachunterricht geben, die Hilfsgüter sortieren und ihre Supermarkteinkäufe spenden.

Das Mitgefühl mit den Menschen, die alles verloren haben, berührt die Deutschen und sie handeln.

Willkommenskultur

Der Begriff "Willkommenskultur " hält Einzug in den internationalen Sprachgebrauch - genau wie Kindergarten oder Rucksack.

Eine SOS-Mitarbeiterin erzählte mir am Montag, dass sie in der Drogerie einen Karton voll Duschgels, Windeln und Getränke für Flüchtlinge aus ihrem Viertel kaufte. Die Kassiererin fragte sie: "Ist das für die Flüchtlinge? Na dann kriegen Sie 10 Prozent Rabatt."

Ein Freund meiner Tochter, noch nicht mal zehn Jahre alt, war so berührt von einem Besuch in einer Unterbringung für Flüchtlingskindern und -jugendlichen, dass er seine Klassenleiterin bat, mit ihm eine Spendensammlung durchzuführen.

Insgesamt 70 Euro gaben die Grundschulkinder von ihrem Taschengeld ab. Da geht es nicht darum, dass man für 70 Euro 10 Packungen Windeln bekommt. Oder 150 Duschgels. 20 Dosen Ravioli. Ein paar warme Decken. Jeder Cent dieses Geldes ist Ausdruck von Hilfsbereitschaft. In diesem Fall ist Geld wirklich Liebe.

Mehr Helfer als Flüchtlinge

Wir wollten in unserer Abteilung einen Tag für Flüchtlinge spenden und beim Kleidersortieren helfen - wir wurden abgewiesen. Denn es gibt ellenlange Wartelisten! Es gibt mehr Helfer als Flüchtlinge.

1,5 Millionen sollen angeblich bis zum Ende des Jahres in Deutschland ankommen. Der Libanon - mit 4 Millionen Einwohnern - hat bereits 1,8 Millionen Flüchtlinge aufgenommen.

"Wir schaffen das!"

Bevor die Schlagzeilen von Schlägereien in Flüchtlingsunterkünften dominant werden, bevor die Stimmung kippt und der Ton gegenüber den „Newcomern" wieder schärfer wird, möchte ich noch eines sagen:

Dies ist eine Zeit, in der es mich ausnahmsweise mal nicht verlegen macht, Deutsche zu sein. Stolz empfinde ich nicht. Aber ich freue mich sehr über meine mitfühlenden, tatkräftigen, hilfsbereiten, weltoffenen Landsleute!

Schöne Bilder aus Deutschland finden Sie hier.

Lesenswert:

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200 Menschen aus Deutschland, darunter Politiker, Schauspieler, Musiker, Studenten und andere Menschen haben in der Huffington Post ein wichtiges Zeichen gesetzt: Sie haben den Flüchtlingen in Deutschland zugerufen: "Willkommen, gut, dass ihr hier seid, weil..."

Seit dieser Aktion erreichen uns täglich weitere Dutzende Beiträge zu diesem Thema. Wenn Sie sich an der Diskussion mit einem eigenen Artikel beteiligen wollen, schreiben Sie an blog@huffingtonpost.de.

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